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Test: Chausson Welcome 26

Wer ein Mobil für die große Reisegesellschaft sucht, sollte den Chausson Welcome 26 begutachten.

Sieben Schlafplätze auf knapp 14 Quadratmeter Wohnfläche, das ist nicht alltäglich. Mit festem Blick auf die größere Familie entwarfen die Konstrukteure des Chausson Welcome 26 GA einen Liegewagen, dessen Vorbilder vor allem in Italien zu finden sind. Zur Masse an Liegemöglichkeiten gesellt sich beim Franzosen auch Klasse: Der Komfort im Alkoven ist trotz fehlender Unterfederung, aber dank der harten Schaumstoffmatratze erstaunlich gut. Viel Raum, auch nach oben, und eine brauchbare Unterlüftung tun ein Übriges für das Wohlbefinden. Vermisst wird jedoch eine Absturzsicherung am Alkoven. Die Kinder in den Stockbettkojen haben kaum Grund, sich zu beklagen. Gute Matratzen, ein Lattenrost am oberen Bett, Lampen und Fenster für jeden und Vorhänge zum Verdunkeln zaubern ein kuscheliges Refugium für die Kleinen. Positiv überrascht die zum Bett umgebaute große Dinette, die beim Test kein Anlass von Schlafstörungen wurde, obwohl einzelne Polsterstücke profiliert sind. Diese Tatsache wiederum kommt dem Sitzkomfort zugute, der über dem Klassendurchschnitt liegt.

Kleiner Wermutstropfen: An der Sitzbank in Fahrtrichtung ragt wandseitig eine scharfkantige Ausformung in den Schenkelbereich. Auf diesen beiden Sitzen werden die Passagiere durch Dreipunktgurte und großflächige Kopfstützen gesichert. Gegenüber finden sich zwei Beckengurte. Die großen Kopfstützen beengen den ohnehin eingeschränkten Durchgang und Durchblick zum Fahrerhaus. Sie lassen sich allerdings recht einfach abmontieren. Der Raumeindruck ist grundrissbedingt dagegen sehr großzügig und offen. Helle Möbelfarben, dezente Stoffmuster, großflächige Rahmenfenster und genügend Lampen unterstützen dies. Der Möbelaufbau ist konstruktiv nicht aufwendig, die handwerkliche Qualität im Rahmen der Klasse. Der familienfreundliche Sanitärbereich mit abgetrenntem Duschraum lässt gleichzeitige Hygiene von zwei Personen zu, allein an Stauraum mangelt es etwas. Die große Winkelküche geizt nicht mit Schränken, wenngleich diese auch nicht immer einfach zugänglich sind. Nachteile in der Bedienung handeln sich der versenkte Dreiflammkocher und die Spüle durch die elegante Optik ein. Die Armaturen sind nur mit spitzem Finger bedienbar und schlecht zu reinigen. Auch der integrierte Mülleimer ist vor allem eine nette Idee. Das Fach für den Eimer ist nach unten nicht abgedichtet, so dass Flüssiges in den Schrank tropfen kann. Dagegen entpuppt sich die aktuelle Powerfridge-Kühlschrankgeneration von Electrolux aufgrund vieler glatter Flächen und dank eines entnehmbaren Gemüsebehälters als pflegeleicht. Obwohl der Chausson noch zur Einsteigerklasse zählt, entspricht seine Bordtechnik dem Stand der Dinge.

Beispiel hierfür sind nicht nur die Kücheneinbauten, sondern auch die C- 200-Toilette von Thetford oder die Truma-C-Heizung. Die Aufteilung der Ausströmer erscheint logisch und effizient. Weniger gut ist der Abwassertank und die nur durchschnittliche Isolierung der Wände auf Frost. Immerhin bietet die besonders dicke Styropor- Schicht im Boden einen gewissen Schutz vor besonders unbehaglicher Fußkälte. Während der Fahrt lässt sich der Bereich an der Mittelsitzgruppe mit einem Zusatzwärmetauscher des Motors temperieren. Das Stauraumangebot ist im Gegensatz zu der großzügigen Zuladereserve nicht üppig: Kleiderschrank, Hängeschränke und zwei kleine Sitztruhen sind für das gesamte Familiengepäck zuständig. Dazu kommt ein seitlicher großer Außenstauraum, der zur Fahrradgarage wird, wenn das untere Stockbett hochgeklappt wird. Alle Extras, die das Stauraumangebot entlasten, wie beispielsweise die Dachgalerie und der Fahrradträger, sind als Ausstattung empfohlen. Dem Ford Transit als Basisfahrzeug kann man ein insgesamt gutmütiges Fahrverhalten bescheinigen. Hervorzuheben ist der Federungskomfort. Über Gebühr lärmt hingegen der 120-PS-Turbodiesel, der sich überdies weder besonders sparsam noch durchzugsstark zeigt und nach höheren Drehzahlen verlangt. Bei niedrigen Touren neigt der Motor außerdem zum Ruckeln. Den wesentlichen Schwachpunkt hat Ford bereits erkannt: In diesen Wochen ersetzt die drehmomentstärkere 125-PS-Variante den im Testwagen eingesetzten Turbodiesel. Anders als bei anderen getesteten Transit fiel beim Chausson das Schaltgetriebe durch seine hakelige Kulisse auf. Unumstritten erfreulich sind die vielen Ablagen im Armaturenbereich. Dieser Sinn fürs Praktische passt perfekt zum Chausson. Der Welcome 26 GA zeigt sich als Familienfreund mit annähernd kompletter Ausstattung. Kombiniert mit der modernen Basis spricht auch der Preis von unter 40 000 Euro ein gewichtiges Wort.

Technische Daten (Stand: Januar 2002)
Hersteller: Chausson
Modell: Welcome 26
Basisfahrzeug: Ford Transit FT 350
Typ: Alkoven
Preis: ab 44797 EUR
Sitze mit Gurt: 4
Schlafplätze: 7
Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge: 7040 mm
Breite: 2240 mm
Höhe: 3030 mm
Basismotor: Diesel
KW: 92
PS: 125
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Datum

2. Januar 2002
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