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Test: Carthago Chic 44

Mit gefälligen Formen und solider Aufbautechnik rundet die neue Chic-Baureihe das Carthago Angebot nach unten ab.

Küche und Bad im Heck und trotzdem eine Fahrradgarage? Die neue Chic-Baureihe von Carthago überrascht nicht nur mit einem neuen, für die Marke bislang ungekannten Formenspiel, sondern auch mit einem pfiffigen Grundriss, den man so noch nicht gesehen hat.
Der Standardgrundriss mit Dinette und Längsbank vorn, Bad und Küche hinten ist wegen seiner Gemütlichkeit hier zu Lande sehr beliebt. Mancher entscheidet sich jedoch gegen diese Aufteilung, weil es typischerweise an Laderaum für sperrige Gepäckstücke mangelt. Hier haben die Carthago- Macher buchstäblich um die Ecke gedacht und Sanitärraum, Kleiderschrank und Küchenzeile so platziert, dass sich aus Waschtisch und Unterschränken trickreich eine Heckgarage zusammenfügt.

Hinter dem großen Waschbecken im Bad bleibt dabei noch Platz für einen geräumigen Spiegelschrank. Auch Kleiderschrank und Winkelküche mit ausgelagertem Kühlaggregat kommen bei dieser Anordnung keineswegs zu kurz. Wie der große Bruder Mondial setzt auch der Chic auf die gleichmäßige Wärmeverteilung einer Warmwasserheizung von Alde. Zusammen mit den Wassertanks und der Bordbatterie ist sie geschützt im Doppelboden installiert. Mit je 105 Liter Fassungsvermögen fallen die Reservoirs allerdings für die anvisierte Klasse etwas knapp aus. Fast schon Grundriss-Klassiker sind die drei anderen Chic-Modelle. Der etwas kürzere 40er setzt auf die traditionelle und bequeme Rundsitzgruppe im Heck, ebenfalls mit Fahrradraum darunter kombiniert. Der längere 47er hat vorn eine Dinette und quer im Heck ein festes Doppelbett, natürlich mit große Garage darunter. Gut siebeneinhalb Meter misst das Topmodell 51. Vorn lädt eine große Sitzgruppe mit Sofa ein, dahinter folgen Winkelküche und Bad mit separater Dusche. Doppelbett und Garage teilen sich das Heck.

Basis der Chic-Alkoven ist der Mercedes Sprinter 313 CDI, gegen Aufpreis die 316er- Version. Die Fahrzeuge werden wahlweise als 3,5- oder 3,8- Tonner zugelassen. Die Norm- Leergewichte gibt Carthago mit 3050 bis 3250 Kilo an. Der Aufbau der neuen Alkovenreihe folgt dem markentypischen Bauprinzip: Aluminium- Sandwichplatten mit Ringanker- Verbindungen. Allerdings wurde die Styrofoam-ähnliche RTMSchaum- Isolierung zehn Millimeter dünner gewählt. Die Wände werden zudem oben umgebogen und mit der Dachplatte verklebt und nehmen so die runden Formen des Alkovens auf, der aus einer einteiligen, doppelschaligen GfK-Form besteht. Ähnlich wie beim Aufbau setzt Carthago auch beim Mobiliar auf bewährte Materialien und Baugruppen. Solide Aufsteller halten die gerundeten Klappen im neuen Dekor Wildbirne. Ebenso markentypisch: die massive Türklinke am Bad. So gerüstet zielt der neue Carthago Chic mit Preisen von 64 800 bis 71 600 Euro auf eine gehobene Käuferschicht, die sich gerne mit gefälligen Formen ansprechen lässt, aber keine Kompromisse bei der Aufbau- und Bordtechnik akzeptiert.

Technische Daten (Stand: Juli 2002)
Hersteller: Carthago
Modell: Chic 44
Basisfahrzeug: Fiat Ducato 15
Typ: Alkoven
Preis: ab 62136 EUR
Sitze mit Gurt: 4
Schlafplätze: 4
Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge: 6780 mm
Breite: 2270 mm
Höhe: 3080 mm
Basismotor: Diesel
KW: 95
PS: 129
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Datum

2. Juli 2002
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