Alles über LMC Breezer
Bürstner Travel Van t 590 G und LMC Breezer V 636 G 30 Bilder Zoom

Bürstner Travel Van vs. LMC Breezer V: Campingvans im Vergleichstest

Die Modelle der Van-Klasse bieten sich als Alternative zu Campingbussen an. Mit Querbett bleiben sie meist unter sechs Meter – oder doch lieber etwas mehr Platz und Komfort? Bürstner gegen LMC.

Wer einen der typischen Sechs-Meter-Kastenwagen gewohnt ist, möchte beim Wechsel in die Van-Klasse nicht gerne über dieses Längenmaß hinausgehen. Und auch wenn man häufig Städtereisen unternimmt, schätzt man ein Mobil, das auf Pkw-Parkplätzen abgestellt werden kann. Der Bürstner Travel Van t 590 G passt in dieses Schema. Mit seinen 5,99 Meter Länge und einem Radstand von 3,45 Metern dreht er, dank seiner Wendigkeit sogar manchem Kastenwagen ganz frech eine lange Nase; bei gleicher Länge haben Campingbusse vier Meter Radstand. Grundlegend aufgefrischt zeigt sich die aktuelle Travel-Van-Generation mit verbesserter Aufbaukonstruktion und neuem Interieur attraktiver denn je.

Wenn’s auch ein bisschen mehr sein darf, kommt das brandneue Modell LMC Breezer V 636 G ins Spiel. Sein Plus an Außenlänge (87 cm) lässt sich natürlich in mehr Wohnkomfort ummünzen. Ein größerer Kühlschrank, ein leicht zugänglicher Kleiderschrank und ein breiteres Bett lassen schon Zweifel aufkommen, ob die strikte Einhaltung der vor allem psychologisch wichtigen Sechs-Meter-Grenze unbedingt sein muss. Dazu wartet der LMC mit seiner fortschrittlichen LLT-Bauweise und beruhigenden zwölf Jahren Dichtigkeitsgarantie auf. Er kostet zwar etwas mehr als der Bürstner, kommt dafür aber auch mit einer umfangreicheren Serienausstattung – etwa mit ESP, einer wertigeren Aufbautür und einem frostgeschützten Abwassertank.

Bürstner oder LMC?

Die zwei Vans mit Querbett-Grundriss stellen sich dem direkten Vergleich und liefern sich dabei ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen. Wer in welchem Bereich die Nase vorn hat – unser Test verrät es.

Wohnen

Der erste Eindruck ist manchmal bereits entscheidend. Helle Möbel und Polster sowie die zwei großen Dachfenster lassen den kompakten Bürstner an der Sitzgruppe luftig und großzügig erscheinen. Der LMC setzt mit seinen Bicolor-Möbeln aus dunklerem Holzdekor-Korpus und weißen Fronten eher auf eine gediegen-moderne Optik.

Beim Probesitzen bestätigt sich dieser Eindruck auch ganz praktisch. Im LMC begegnen sich die Füße der Gegenübersitzenden viel leichter – gewollt oder ungewollt. Trotz deutlich kürzerem Aufbau gönnt der Bürstner den Reisenden rund 15 Zentimeter mehr Beinfreiheit – gemessen als Abstand zwischen Sitztruhe und Fahrersitzkonsole. So kann auch der Tisch um fünf Zentimeter breiter ausfallen, zudem wirkt er stabiler aufgehängt. Eine herausdrehbare Verlängerungsplatte zählt hier wie dort zum Repertoire.

Gegenüber versuchen sich beide in einem Kompromiss aus Seitensitz und Regalschrank. Der LMC-Schrank ist weniger tief und lässt damit mehr Platz für den Notsitz übrig, der auch gut als Beinauflage dienen kann. Im Bürstner fällt der Schrank wuchtiger aus und kann dank Kleiderhaken und herausnehmbaren Zwischenböden auch als praktische Garderobe genutzt werden. Um trotzdem noch einen brauchbaren Sitz-platz abzugeben, ist die Sitzfläche nach vorn ausziehbar. Eine pfiffige, flexible Lösung.

Der Bettenbau gelingt mit einem Zusatzpolster nach dem üblichen Muster. Für ein Kind, das gelegentlich mitreist, ist das okay. Auch im LMC liegt ein Extrapolsterstück bei. Wie eine brauchbare Liegefläche daraus entstehen soll, bleibt aber schleierhaft. Auch die Bedienungsanleitung trägt dazu nichts Erhellendes bei.

Viel wichtiger ist aber ohnehin der Schlafkomfort im eigentlichen Bett im Heck. Das Bürstner-Gemach ist in einer Höhe von 115 Zentimeter eingebaut. Den Aufstieg erleichtern eine ausziehbare Trittstufe und ein Bügelgriff. Noch einfacher gelingt das Zubettgehen im LMC.

Zusätzlich zu der zweistufigen Treppe, kann das Heckbett elektrisch um 23 Zentimeter in der Höhe verstellt werden, so dass die Liegefläche dem Schlafsuchenden bis auf 89 Zentimter entgegenkommt. Das erhöht zudem die Kopffreiheit auf völlig unkritische Maße, wohingegen der heckseitig liegende Schläfer im Bürstner unter den Hängeschränken nachts nicht zu abrupt aufschrecken sollte.

Für einen tiefen Schlaf bieten die zwei Meter langen, wolkenweichen Matratzen dabei gute Voraussetzungen. Die LMC-Pendants fallen wegen der Hubmechanik zehn Zentimeter kürzer und auch straffer aus. Dafür punktet die Liegefläche mit einer durchgängigen Breite von üppigen 1,50 Meter. Der Stoffspiegel an der Heckwand, die stimmungsvolle indirekte Beleuchtung und die praxisgerechten Lesespots machen das Bürstner-Bett widerum kuscheliger.

Das Knapsen bei der Aufbaulänge macht sich besonders beim Vergleich der Küchen bemerkbar. Bürstner packt alles in einen kompakten Kom¬büsenblock. Auch den 96-Liter-Kühlschrank, zu dem man sich – anders als man es heute gewohnt ist – immer hinunterbücken muss. Bequemer ist der Stauraumzugriff durch die drei Schubladen mit sanften Endeinzügen. Die drei längs angeordneten Kochflammen lassen sich elektrisch zünden. Davor bleibt noch etwas Arbeitsfläche.

Von ganz anderem Kaliber ist da die LMC-Küche. Auf den zwei mittel- und einem sehr großen Kochfeld mit E-Zünder lässt es sich nach Herzenlust brutzeln. Echte Arbeitsfläche ist zwar etwas knapp, dafür gibt es die teilbare Glasabdeckung der Kocher-Spülen-Kombination sowie eine klappbare Verlängerungsplatte am vorderen Ende, wie man es von Campingbussen kennt.

Den Stauraum in der Küchenzeile erschließen drei wirklich stattliche Schubladen, die ebenfalls sanft zufahren. Das Ensemble rundet schließlich ein 141-Liter-Kühlschrank ab, der in griffgünstiger Höhe eingebaut ist und eine praktische Flaschenschublade aufweist. Beide Küchen müssen mit dem Fenster als Belüftung vorliebnehmen, und auch kleine Hilfen wie etwa ein Gewürzregal sucht man hier wie da vergeblich.

Weniger groß ist der Unterschied beim Platzangebot der Bäder. Solide Türen schaffen jeweils den Zugang – beim LMC verdient auch die Klinke dieses Attribut.

Beim Bürstner beherrscht der Waschtisch mit erstaunlich großem Becken und einem hübsch hinterleuchteten Spiegel die Szenerie. Wer hier die Dusche vermisst, braucht nur die Waschtischwand über die Toilette zu schwenken und einen Faltvorhang vorzuziehen – fertig ist die Duschkabine. Wie in ähnlichen Fällen hat diese clevere und platzsparende Lösung lediglich einen Haken: Der Umbau gelingt nur bei geöffneter Tür.

Konventioneller ist das Bad im LMC eingerichtet: Toilette rechts, Waschbecken in der Mitte, links die mit Kunststoffteilen verkleidete Duschecke, die sich mit einer Faltwand abtrennen lässt. Der übliche Ablauf – Entkleiden, Duschen, Abtrocknen, Anziehen – kann hier bequem innerhalb des Bads ablaufen. Bei beiden schränken die Radkästen die Fußfreiheit in der Dusche etwas ein. Zwei Spiegelschränke übereck nehmen im LMC mehr Badaccessoires auf und erleichtern auch das Zurechtmachen. Putzen rund um die Toilette ist im Bürstner noch ein wenig mühsamer.

Trotz beengterer Sitzgruppe gewinnt der LMC das Wohnkapitel, weil er in allen anderen Bereichen vorne liegt und insbesondere mit seiner großen, gut ausgestatteten Küche punkten kann.

LMC Breezer V 636 G

Gurte: 4
Schlafplätze: 2+1
Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge: 6,86 m
Preis: ab 53.990 Euro

Bürstner Travel Van t 590 G

Gurte: 4
Schlafplätze: 2+1
Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge: 5,99 m
Preis: ab 49.960 Euro

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Karl-Heinz-Augustin

Datum

25. November 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 10/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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