Alles über Bürstner City Car
Campingbusse
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Bürstner City-Car C 600 im Test: Was hat der Neue auf dem Kasten?

Nach einer Zeit der Abstinenz hat Bürstner wieder einen Campingbus im Programm. Doch wie gut kann sich der City-Car in der dicht besetzten Konkurrenz behaupten? Das Ergebnis hier im Quickcheck.

Prinzipiell ist Bürstner im Bereich der kompakten Wohnmobile eigentlich ganz gut aufgestellt. So ist beispielsweise der Brevio mit 210 Zentimeter kaum breiter als die Ducato-Basis. Dementsprechend wurde dieser bei der Markt-Einführung überzeugend als "Alternative zu einem klassischen Kastenwagenausbau" präsentiert. Nun – nach ein paar Jahren der Abstinenz – taucht just wieder ein echtes Ausbaumobil in den Bürstner-Prospekten auf: der City-Car C 600. Den gibt es in der weit verbreiteten Grundrissvariante mit Querbett im Heck und mit mittigem Sanitärbereich samt integrierter Dusche. Auf diese Weise möchten die Kehler am momentanen Kastenwagen-Boom teilhaben; ein nachvollziehbarer Gedanke.

Was kann der Bürster Campingbus bieten?

Produziert wird der Bürstner City-Car derzeit in Bad Waldsee bei Hymer, was allerdings dem eigenständigen Auftritt keinen Abbruch tut. So wirkt der Möbelbau des Campingbus ausgesprochen geradlinig und schnörkelfrei, frisch und modern. Helle Holzoberflächen kombinieren die Innenausstatter mit geraden Möbelklappen und Schubladenfronten in leicht abgetöntem Hochglanzweiß. Dunkler abgesetzte Klappenabschlüsse, in denen die matt gebürsteten Pushlocks sitzen, sorgen für einen reizvollen Kontrast. Passend dazu die stark genarbten Kunstlederbezüge, die ihren Part zum angenehmen Raumgefühl beitragen.Praktisch sämtliche Wandflächen sind verkleidet, meist mit Holzelementen, was den Bürstner City-Car recht heimelig macht.

Ansonsten setzt Bürstner auf bewährte Elemente und muss – wie die Konkurrenz – wegen des begrenzten Platzangebots mit manchen Kompromissen kämpfen.

Ein paar Besonderheiten heben den Bürstner City-Car C 600 von vielen Mitbewerbern ab. Elegante Seitz-Rahmenfenster mit Remis-Plisseeverdunkelung zählen beispielsweise dazu. Fein liegt das optionale Lederlenkrad in der Hand, und der Radiosound ist hörenswert. Auch die Sitzbank fällt dank ihrer weichen Polsterung erstaunlich bequem aus, sodass man sich beim Frühstück gerne gegenüber sitzt.

Bürstner City-Car: Viel Stauraum im kompakten Campingbus

Eher unüblich ist, dass in der kompakten Sechsmeterklasse ein ordentlicher Kleiderschrank in Augenhöhe zu findenist. Der Bürstner City-Car hat ihn. Hier passen durchaus ein paar Anoraks, Hemden und Blusen rein. Darunter ein ebenso breiter Stauschrank mit zwei tiefen Einlegeböden.

Um das Stauraumangebot komplett zu machen, ist gegenüber unter dem hochgesetzten Kühlschrank ein weiterer üppiger Stauschrank zu finden, der sich wahlweise als zweiter Kleiderschrank nutzen lässt. Und auch in der Küche lässt sich jede Menge verstauen. Erfreulich dabei, wie solide die Schubladen mit Selbsteinzugausgeführt sind. Ohnehin gibt die Verarbeitung des City-Car wenig Anlass zur Kritik.

Bad und Betten im Bürstner City-Car 600

Das Bad ist recht praktisch eingerichtet mit Drehtoilette und bietet dank Klappwaschbecken ausreichend Bewegungsfreiheit. Lediglich die Stehhöhe ist hier arg begrenzt.

Auch die Bettenmaße sieht Bürstner etwas optimistisch, denn bei einer Matratzenlänge von 1,80 Meter muss man schon die Lücke unter den Fensterrahmen finden, um auf die genannten 1,97 Meter zu kommen.

Unter dem Querbett ist dafür noch jede Menge Ladefläche vorhanden. Und der geteilte Lattenrost lässt sich für Transportvorhaben mit Leichtigkeit aufstellen und problemlos per Schnappriegelund Spannband fixieren. Seitlich gibt es weitere Staufächer, denn die Heizung ist praxisgerecht in der Sitztruhe untergebracht. Auch von innen ist der Zugang zum Stauraum möglich. Mit einem Handgriffwird die Schottwandentfernt, wobei der Spalt zur Liegefläche optisch doch ein wenig stört.

Mit dem City-Car C 600 bereichert Bürstner fraglos sein Angebot. Technik, Finish und Verarbeitung sind stimmig, da darf der Preis auch etwas höher ausfallen.

Daten und Preise

Aufbau: Stahlblechkarosserie mit Original-Blechhochdach, Innenverkleidung mit Kunststoff-Formteilen, teils Textilbezug und foliertes Sperrholz, 7 Kunststoff-Isolierfenster mit Alurahmen (2 im Schlafbereich optional).
Ausbau: Möbel aus beschichtetem Sperrholz, Sitzbank mit 2 Dreipunktgurten, Heckbett 1800 x 1450 mm, Kopffreiheit 970 mm, geteilt hochklappbar, Sanitäreinrichtung mit Kassettentoilette und integrierter Dusche (Spritzschutzvorhang), Küche mit Zweiflammherd (Zündhilfe), Absorberkühlschrank 80 L.
Bordtechnik: Gas-Gebläseheizung/Boiler Truma Combi 4, Frischwassertank 100 L, Abwassertank 90 L, LED-Wohnraumbeleuchtung, Bordbatterie 95 Ah, Gasflaschen 2 x 11 kg.
Basisfahrzeug: Fiat Ducato, Frontantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2287 cm3, Leistung 109 kW/148 PS (Serie: 115 PS), Sechsgang-Schaltgetriebe.
Maße und Gewichte: Länge x Breite x Höhe 5990 x 2050 x 2580 mm, Radstand 4035 mm, zulässiges Gesamtgewicht 3500 kg.
Preise: Grundpreis 41.900 Euro (115 PS, 3,3 t) (148 PS, 3,5 t: 44 600 Euro), Chassis-Paket (u. a. Beifahrerairbag, el. Außenspiegel, Antenne und LS, manuelle Klimaanlage, Tempomat) 1890 Euro, City-Car-Paket (u. a. el. Einstiegsstufe, Remis-Verdunkelung, AWT beheizt, Markise) 1880 Euro, Design-Paket (u. a. Armaturenbrettveredelung, Lederlenkrad) 399 Euro, LED-Tagfahrlicht 321 Euro, Zenec-Naviceiver mit Rückfahrkamera 1959 Euro, Alufelgen 536 Euro, Rahmenfenster hinten je 395 Euro.

Autor

Foto

Ingolf Pompe

Datum

18. Mai 2016
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