Alles über Bürstner Aero Van
Bürstner Aero Van t 700 17 Bilder Zoom

Bürstner Aero Van t 700 im Test: Der aerodynamische Bürstner Aero Van t 700 hebt ab

Nur wenige Reisemobile ließen zwischen Vorstellung und Serienstart so lange auf sich warten, wie der neue Aero Van von Bürstner. promobil berichtete bereits im Juli 2007 über den aerodynamisch vorteilhaft geformten Teilintegrierten. Verantwortlich für diese Gestaltung waren Design-Professor Johann Tomforde und, nicht zuletzt, die Ergebnisse diverser Tests im Windkanal. Das Ziel: Bei gleichbleibendem Wohn- und Fahrkomfort den Kraftstoffverbrauch zu senken. Trotz des langen Wegs von der Studie zur Serie blieb der Bürstner Aero Van t 700, so sein volle Name, der ursprünglichen Linienführung treu. Und dem Mercedes Sprinter als Basisfahrzeug, der seinen exklusiven Anspruch unterstreicht.

Mit dem neuen Mercedes- Aggregat perfekt motorisiert. Ein Grund für den verzögerten Auftritt des Aero Van: das Warten auf den neuen Mercedes- Motor der Euro-5-Generation. Es hat sich gelohnt. Bereits auf den ersten Kilometern fl iegen dem Neuen die Sympathien förmlich zu, denn die gebotenen 163 PS liefern dem stattlichen Fahrzeug genügend Leistung in allen Lebenslagen. Der relativ hubraumarme Vierzylinder mit den zwei gestaffelten Turboladern überzeugt mit seiner fast turbinenartigen Kraftentfaltung über das ganze Drehzahlband – eher unspektakulär, aber wirkungsvoll. Der Bürstner lässt sich so angenehm schaltfaul über die Autobahn pilotieren. Erst auf steilen Abschnitten fordert das Eigengewicht den Eingriff: Dabei findet sich im knackig bedienbaren Sechsganggetriebe zu jeder Fahrsituation die passende Übersetzung – prima. Bei flottem Tempo gleitet der Sprinter fast sänftenartig über die Fernstraßen, wobei sich wie von selbst Tacho 120 als kommode Reisegeschwindigkeit einpendelt. Allenfalls am etwas nervösen Geradeauslauf könnte man sich stören. Auf kurvenreicher Strecke liegt das Alko-Chassis dagegen satt auf der Straße und vermittelt selbst bei flotter Gangart ein sicheres Fahrgefühl. Mit Spannung wurde vor allem das Ergebnis der promobil- Verbrauchsrunde erwartet. 10,6 Liter auf 100 Kilometer – das ist ein Wort. Der neue Motor und die besondere Formgebung zeigen offenbar Wirkung. Vergleichbare Fahrzeuge verbrauchten hier zuletzt rund zwei Liter mehr. Von den Tests im Windkanal profitiert zudem der Geräuschpegel erheblich. Entspannte Gespräche sind im Aero Van auch bei zügiger Fahrt kein Problem.

Viel Bewegungsraum und Schlafkomfort fast wie daheim. Klassisch elegant – kürzer und treffender lässt sich der Wohnraum des Bürstner-Neulings kaum beschreiben. Den Ausbau rücken drei Dachfenster ins passende Licht. Metallisch schimmernde Bänder an den Möbelklappen bilden einen aparten Kontrast zum vorherrschenden, dunkleren Holzdekor. In Verbindung mit den hellen Polsterbezügen eine ansprechende Komposition. In der Sitzgruppe fi nden bis zu fünf Erwachsene bequem um den vergrößerbaren Esstisch Platz.

Die angenehm konturierten Sitzpolster laden zum gemütlichen Plausch ein. Die Drehkonsolen der Cockpitsitze verriegeln allerdings unnötigerweise auch in hinterer Position. Das nervt im Wohnalltag, zumal sich der Arretierhebel dann auf der Sitzrückseite befindet. Ein Umbau der Sitzgruppe zum Gästebett ist nicht vorgesehen. Dafür bietet das Heckbett mit 140 Zentimetern relativ viel Breite für diese Bettanordnung. Der Komfort auf der Siebenzonen- Kaltschaummatratze von Spezialist Hukla begeistert. Durch einen soliden Faltvorhang lässt sich der Schlafbereich vom übrigen Wohnraum abteilen. Die übereck angeordneten Fenster sorgen zusammen mit der Dachluke für gute Belüftungsmöglichkeiten in heißen Sommernächten. Dazu noch zwei LED-Leselampen – das passt. Fehlt einzig eine Ablage für Brille oder Lektüre. Im Vergleich zum Bett wirkt das Badezimmer etwas beengt. Dennoch ist es Bürstner gelungen, auf dieser kompakten Grundfläche ein gut nutzbares WC und einen vollwertigen Waschplatz zu vereinen. Möglich wurde das durch ein schwenkbares Waschbecken aus Kunststoff. Zum Duschen trennt man die Badezimmertür und den hinteren Bereich des Sanitärraums mit zwei Faltwänden ab. Die so entstandene Brausekabine bietet jedoch nur wenig Bewegungsraum. Mit einem Spiegelschrank, einem Seitenfach sowie einem weiteren kleinen Schränkchen gibt es vergleichsweise viel Stauraum. Die Lichtschalter verstecken sich allerdings ungünstig in der hinteren rechten Ecke. Durch die Anordnung der Küche in Winkelform entsteht im Kochbereich viel Bewegungsfreiheit. Darüber freut man sich aber auch beim Ankleiden. Die Küche selbst hinterlässt einen soliden Eindruck. So besitzen etwa die beiden großen Schubladen kugelgelagerte Auszüge über die gesamte Tiefe. Sie gleiten nicht nur leichtgängig, sondern sind auch klapperfrei während der Fahrt. Das Spülbecken besitzt eine geteilte Glasabdeckung, so dass sich die Abtropffläche als Ergänzung der ansonsten knappen Arbeitsfläche nutzen lässt. Für große Pfannen und Töpfe ist das Edelstahlbecken zwar etwas klein, dafür erleichtert die gerundete Formgebung das Reinigen. Etwas mager erscheint am Ende die Serienausstattung der Küche, denn der Kocher muss ohne elektrische Zündung auskommen, und der Dunstabzug kostet extra (185 Euro).

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Viel Stauvolumen im Wohnraum – aber wenig flexibel nutzbar. Wenn es um das Verstauen von Gepäck geht, hat der Aero Van mit zwei Handicaps zu kämpfen. Eines davon ist sein Eigengewicht von 3140 Kilogramm. Damit verbleiben gerade mal 360 Kilogramm Zuladung. Für die angepeilte Zwei-Personen-Besatzung reicht das so eben aus. Wer aber etwa gewichtige Sportgeräte mitführen möchte stößt bald an die Grenzen. Das tragfähigere Chassis mit 3880 Kilogramm Gesamtgewicht gibt es zwar schon für 425 Euro Aufpreis. Ob der Schritt über die 3,5-Tonnen-Grenze zum dynamischen Anspruch des Aero Van passt, bleibt aber fraglich. Weiteres Handicap für alle Trans portaufgaben ist der Verzicht auf einen wirklich großen Stauraum. Angesichts der erlaubten Zuladung erscheint es wiederum konsequent. Dass darüber hinaus aber auch die Montage eines Fahrradträgers durch die große GfK-Heckklappe vereitelt wird, dürfte nicht jedem gefallen. So bleibt nur die schwere und teure Lösung, auf einer Anhängekupplung einen Fahrradträger anzuflanschen (zusammen 1490 Euro). Innen bietet der t 700 relativ viele Staumöglichkeiten. So gibt es einen separaten, großen Wäscheschrank, und auch das gebotene Volumen der Hängeschränke überzeugt. Man vermisst lediglich ein paar offene Ablagen in Griffweite.

Die Fächer an der Sitzgruppe haben so flache Rüttelkanten, dass hier während der Fahrt nichts auf seinem Platz bleibt. » TECHNIK Die Bordtechnik des Aero Van bietet solide Hausmannskost. Am Aufbau fallen vor allem die in einem flachen Bogen geschwungene GfK-Haube über dem Fahrerhaus und das ausladende Heckteil, ebenfalls aus GfK, auf. Beide Formteile sind sauber eingepasst und hinterlassen einen hochwertigen Eindruck. In dieses Bild fügen sich auch die soliden Rahmenfenster ein. Die mit Alu-Glattblech beschlagenen Wände sind nach herkömmlichem Muster mit Holzunterstützung und einem Isolierkern aus Styropor aufgebaut. Die Dachhaut besteht ebenfalls aus Aluminium und der Fahrzeugboden aus Holz. In Sachen Aufbautechnik bietet der Aero Van somit einen Mix aus konventionellen und aufwendigeren Elementen. Auch bei der Bordtechnik greift Bürstner weitgehend auf gängige Baugruppen zurück. Die Ausführung kann größtenteils überzeugen. Alle Komponenten der Wasser- und Elektroinstallation sind sauber eingebaut und boten im Test keinen Anlass zur Kritik. Eher aus dem Rahmen fällt die Entscheidung für eine kraftstoffbetriebene Kombiheizung, eine Truma Combi D. Akzeptabel erscheint aus dieser Sicht der Verzicht auf die zweite Gasflasche. Etwas mehr Umsicht erfordert im Aero Van deshalb der Flaschenwechsel. Wenn der Brennstoff zur Neige geht, steht nicht gleich eine Reservefl asche bereit. Um den höheren Stromverbrauch des Dieselbrenners auszugleichen, helfen die zahlreichen energiesparenden LED-Lampen. Sollte der serienmäßige 90- Ah-Akku dennoch nicht ausreichen, ist bereits der Platz für eine zweite Bordbatterie in der Sitztruhe reserviert.

Der Sprinter ist zum Grundpreis bereits attraktiv ausgestattet. Der Aero Van t 700 ist sicher kein Schnäppchen, doch zum Grundpreis von 70 630 Euro enthält die noble Mercedes- Alko-Basis bereits wichtige Sicherheits- und Komfortextras, wie Airbags, das elektronische Stabilitätsprogramm ESP und einen Tempomat. Dazu gibt es Alu-Felgen und als Basismotor die 129-PS-Variante des neuen Vierzylinders. Und als Dreingabe bekommt man das gute Gefühl, mit jedem Kilometer ein wenig Kraftstoff und damit bares Geld zu sparen.

Von am 28. Januar 2010
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