Alles über Bürstner
Bürstner A 643-2 Zoom

Test: Bürstner A 643-2

Mit dem neuen A 643-2 auf Iveco Daily baut Bürstner seine Position der Alkoven-Oberklasse aus.

So haben es die Kunden gern: Anfragen und Wünschen werden willig aufgegriffen, fließen in Modellpflege ein und lassen schließlich neue Produkte entstehen, die – zumindest für eine gewisse Anzahl von Interessenten – reisemobile Träume erfüllen. Bei Bürstner haderten manche Käufer mit dem einzig erhältlichen Basisfahrzeug. Nicht dass der Fiat Ducato als solcher auf Ablehnung stoßen würde, aber in höheren Gewichtsklassen geht dem italienischen Multitalent doch langsam die Puste aus – in Bezug auf Zuladung und Traktion. Gerade auch für den Hängerbetrieb, etwa mit Boot oder Pferd im Schlepp, gibt es unter den Hecktrieblern verlockende Basisalternativen.
Bei Bürstner besann man sich angesichts solcher Wünsche auf die Traditionen des Hauses: Vor acht Jahren gab schon einmal eine Zeit lang Bürstner-Alkovenmodelle auf dem damaligen Iveco Daily. Jetzt baut ein Top-Alkoven aus Kehl erstmals wieder auf ein Fahrgestell der Nutzfahrzeugmarke aus dem Fiat-Konzern.
Serienmäßig basiert der neue A 643-2 auf dem Iveco Daily mit der Typenbezeichnung 40 C 13 und 4,2 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Basismotor ist der aus dem Ducato bekannte, 2,8 Liter große Common- Rail-Turbodiesel, der im Iveco 125 PS leistet.

Die aktuelle Daily-Generation kann mit ihrem zerklüfteten Armaturenbrett und den auf Robustheit getrimmten Kunststoffteilen ihren Nutzfahrzeugcharakter zwar kaum verbergen, doch mit lederbezogenen Pilotensitzen und reichlich Komfortausstattung staffiert Bürstner das Cockpit so angenehm wie möglich aus. Elektrisch verstellbare Außenspiegel und Fensterheber, Fahrerund Beifahrer-Airbag, Rückfahrkamera, Radio-CD-Anlage, Zentralverriegelung, Klimaanlage und Teppichboden verwöhnen die Führungsmannschaft. Auf den stämmigen, zwillingsbereiften Iveco setzt Bürstner den von den längeren A-2- Modellen auf Ducato mit Alko- Tiefrahmen bekannten, doppelbödigen Aufbau mit dem wohlgeformten, großen GfK-Alkoven. Die notwendigen Anpassungen an die unterschiedlichen Abmessungen der beiden Basisfahrzeuge sind dem neuen Bürstner kaum anzusehen. Nur der neu gestaltete, für das Iveco-Modell exklusive Heckleuchtenträger mit den pfiffigen Rundstrahlern kündigt dem Kenner bereits von hinten die ungewohnte Basis an. Ähnlich wie beim bislang unumschränkten Topmodell der Baureihe, dem langen A 747-2 mit Tandemachse, heben sich Einrichtung und Ausstattung des A 643-2 spürbar vom Serienstandard der übrigen Modelle ab. Vieles, was sonst teilweise empfindlich extra kostet, ist im Nobel-Bürstner bereits serienmäßig an Bord. Das beginnt beim Möbelbau in gefälligem Platane-Dekor, zieht sich weiter über die lederbezogenen Polster der Sitzgruppe, die Latexmatratze mit gummigelagertem Lattenrost im Alkoven und die großzügige Küche mit Backofen, Dunstabzug und großem 135-Liter-Kühlschrank bis hin zur kompletten Satelliten-TVEmpfangsanlage inclusive modernem Flachbildschirm.

Beste Voraussetzungen für die Wintertauglichkeit bringt auch die Alde-Warmwasserheizung mit elektrischer Heizpatrone und aufwendiger Konvektorinstallation sowie der Motorwärmetauscher im Aufbau mit. Die Bordtechnik mit 120 Liter Frisch- und Abwasserkapazität nebst zwei Mal 75 Amperestunden Stromspeicher findet sich im Zwischengboden. Ebenfalls serienmäßig an Bord: die automatische Gasumschaltung Truma- Triomatic und das neue Heki- Heki- 4-Dachfenster mit verbessertem Rollo, integrierter Beleuchtung, elektrischer Öffnung und praktischem Regensensor. In der langen Ausstattungsliste bleiben nur drei Posten optional: Einzelsitze an der Dinette, ein zusätzlicher 50-Liter-Tank für Frischwasser und ein Stromgenerator von Electrolux. Bei der Raumaufteilung vertraut der neue A 643-2 auf eine Variation des bewährten Standardgrundrisses mit Dinette und Seitensitzbank vorn. Dahinter schließt sich die angedeutete Winkelküche an. Der ausgelagerte Kühlschrank mit separatem Gefrierfach und der Backofen sind in griffgünstiger Höhe gegenüber eingebaut. Quer im Heck des 6,70-Meter- Mobils macht sich der Kleiderschrank und das Bad mit separater Dusche breit. Ein Grundriss also für reiselustige Paare mit Genießeranspruch – gelegentliche Reisebegleitung nicht ausgeschlossen. Ein zweites, längeres Modell auf Iveco, dann aber mit Einzelbetten im Heck, soll noch folgen. Bleibt zum Abschluss der Blick auf den Preis: Mit rund 74 000 Euro rückt der A 643- zwar in Bürstner-untypische Regionen vor, doch angesichts der sehr üppigen Ausstattung, die kaum Wünsche offen lässt, ist das wenig verwunderlich.

Technische Daten (Stand: Februar 2002)
Hersteller: Bürstner
Modell: A 643-2
Basisfahrzeug: Iveco Daily 40 C 13
Typ: Alkoven
Preis: ab 74000 EUR
Sitze mit Gurt: 6
Schlafplätze: 5
Zul. Gesamtgewicht: 4200 kg
Länge: 6700 mm
Basismotor: Diesel
KW: 92
PS: 125
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Autor

Foto

Pankok/factum

Datum

28. Februar 2002
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