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Best-Ager-Mobil: Die Reifeprüfung

Gute Noten gab es für das Best-Ager-Mobil von den Messebesuchern. Die mit Innovationen gespickte Studie zeigt Einblicke in eine komfortable Reisemobil-Zukunft.

Nein, eine gewöhnliche Neuvorstellung ist das nicht; wenn der Eröffnungsrundgang über die CMT in Stuttgart selbst einen baden-württembergischen Landesminister und den Stuttgarter Oberbürgermeister zu allererst ins Foyer am Eingang Süd führt.

Technische Daten (Stand: März 2007)
Modell: Best-Ager-Mobil
Basisfahrzeug: Mercedes Sprinter
Typ: Teilintegrierter
Basismotor: Turbodiesel

Ein bisschen Lokalpatriotismus mag mit von der Partie gewesen sein; schließlich kommt das schmucke Ausstellungsstück aus dem Ländle, genauer aus Isny im Allgäu. Aber auch Nicht-Schwaben sind mit Recht beeindruckt.

Das Best-Ager-Mobil war Publikumsmagnet und unangefochtener Star unter den Reisemobilen auf der Stuttgarter Messe für Caravan, Motor und Touristik. Mit so viel Hirnschmalz und Aufwand, so viel Innovationsfreude wurde wohl noch selten ein neues Reisemobil entwickelt. Vor allem – das zeichnet das Best-Ager-Mobil in besonderer Weise aus – so unmittelbar nach den Vorstellungen einer Vielzahl möglicher zukünftiger Nutzer. Über tausend Teilnehmer der von promobil und Dethleffs gemeinsam ausgerufenen Leser-Aktion hatten im Vorfeld ihre Ideen in die Planung des idealen Reisemobils für die Altersgruppe 50plus eingebracht.

„Design ist Zuhören.“ Der Wahlspruch des federführenden Dethleffs-Designers Michael Studer bewahrheitet sich hier so exemplarisch wie selten, wenn es um die Produktion und Vermarktung von Waren geht.

Von wegen konservativ

Schon von außen wirkt der sieben Meter lange Teilintegrierte auf Mercedes Sprinter mit Alko-Tiefrahmen frisch und frech. Und wer von einem „Oldie-Shuttle“ im Inneren Gelsenkirchner Barock erwartet, wird ebenfalls überrascht. Die hellgrünen Alcantara-Polsterstoffe sind vielleicht nicht jedermanns Sache, aber das ist ebenso wenig entscheidend wie die Übereckanordnung der Betten. Polarisieren gehört zur Show, sichert es dem vorgestellten Schaustück doch die gebührende Aufmerksamkeit.

Ob das Best-Ager-Mobil Erfolg haben wird – dafür spricht das erste Besucher-Echo –, ist eher eine Frage verbesserter Nutzerfreundlichkeit als eine des Grundrisses. Der inoffiziell mit der Nummer 1 titulierte Prototyp soll vielmehr zeigen, dass hier neue Wege beschritten werden. Über Details darf man weiter diskutieren.

Breite Zustimmung findet die großzügige Sitzgruppe mit L-Bank links und kleinem Sofa rechts, das sich beispielsweise zum Essen nahe an den Tisch heranziehen lässt. Vor allem aber gefallen die bequemen, vielfach elektrisch verstell­baren Chefsessel im Fahrer­haus. Die hat der renommierte Sitzehersteller Recaro zum Projekt beigesteuert.

Auch andere Zulieferer nutzen das Best-Ager-Mobil als Präsentationsplattform. Von Do­metic beispielsweise stammt der neue Kühlschrank, der unten im Küchenblock steckt (siehe auch Seite 36). Zur Vergrößerung des Kühlvolumens lässt sich das Gefrierfach herausnehmen. Dem hohen Sicherheitsan­spruch reifer Reisemobilfahrer entspricht die automatische Verriegelung der Kühlschranktür beim Starten des Motors.

Ähnlich funktioniert auch die Zentralverriegelung der Schubfächer. Statt Pushlocks, die schon mal den einen oder anderen Fingernagel kosten können, haben die meisten Auszüge und Schränke komfortablere Griffverschlüsse. Bereits aus dem Frauenmobil bekannt ist die variable Kocher- und Spülenabdeckung.

Das ausziehbare Gewürzregal ganz links nimmt nicht nur Kleinteile auf, sondern dient auch der Abtrennung des hinteren Wohnraums, wenn gleichzeitig die Tür des Sanitärraums quer über den Gang hinweg geöffnet wird. So ergibt sich ein kleines Ankleidezimmer mit Zugang zum Kleiderschrank.

Das Bad bietet gemessen an der Grundfläche ein hohes Maß an Bewegungsfreiheit. Statt einer separaten Dusche viel Platz zu opfern, baute Dethleffs eine trickreiche Lösung ein: Die Spiegelwand lässt sich samt Waschbecken zur Seite schwenken und teilt so den Bereich zum Duschen von demjenigen rund um die neue Thetford-Toilette. Noch ein Novum: Die Cassette der C 250 fasst jetzt 18 Liter und ist außerdem rollbar.

Reisemobile mit Einzelbetten sind in der Regel erheblich länger als sieben Meter. Beim Best-Ager-Mobil hält die versetzte Anordnung der Betten die Länge im Rahmen. Doch auch wenn es etwas ungewöhnlich ist, die Beine in die untere Höhle einfädeln zu müssen, sollte der Komfort nicht auf der Strecke bleiben; alle Befragten maßen dieser Frage große Bedeutung bei. Verstellbare Lattenroste und hochwertige Kaltschaummatratzen mit einem speziellen, feuchtigkeitsableitenden Schichtaufbau sorgen für einen gesunden Schlaf.

Nicht nur das

Damit der Platz in der Garage tagsüber nicht teils ungenutzt bleibt, lässt sich das Fußende des unteren Bettes hochklappen. So ergibt sich ein Stauraum, der  über die gesamte Aufbaubreite reicht. Und an praktischer Einrichtung – darunter ein Trolley zum leichteren Transport von Gasflaschen oder ein abklappbares Regalsystem für Staukisten – fehlt es ebenfalls nicht.

Man kann nicht über das Best-Ager-Mobil schreiben, ohne ausführlich auf die eingebaute Technik einzugehen. Besonders in dieser Hinsicht bescheinigte der Leiter des Fachgebiets Haushalttechnik der Technischen Uni München, Professor Horst Pichert, in seiner Vorarbeit für das Best-Ager-Mobil gängigen Reisemobilen durchaus Nachholbedarf.

Bedienfreundlichkeit heißt das Stichwort, und da leisten Parksensoren und eine Rückfahrkamera, die den Bereich hinter dem Reisemobil im Bildschirm des DVD-Navigationsgerätes sichtbar macht, schon mal ganz gute Dienste. Weit dar­über hinaus gehen die Lösungen, die die Bedienung im Mobil selbst vereinfachen sollen.
Die Türen werden mit einem Fingerabdruck-Scanner geöffnet. Beim Strandgang in Badehose kann der Schlüssel so im Safe im Inneren bleiben. Eine gänzlich neue Bedienstruktur für die Bordtechnik hat Dethleffs mit dem Elektronik-Spezialisten Schaudt entwickelt. So gibt es nicht nur eine Schaltzentrale, sondern auch im Fahrerhaus, am Bett und im Bad übersichtliche, leicht zu bedienende Panels zum Abrufen von Füllständen und Steuern wichtiger Funktionen. Die gesamte, sehr aufwendige Beleuchtung des Wohnraums erfolgt mittels Strom sparender LED-Technik.

Für Spaß und Sicherheit hat sich Systemlieferant Cobra einiges einfallen lassen und unter anderem eine Hifi-Anlage eingebaut, die es in sich hat: einen gegen Spannungsschwankun­gen unempfindlichen 19-Zoll-Flachbildschirm nebst DVD-Player und exklusivem Surround-Sound. Für die Show.

Ein beruhigendes Gefühl sollen Rauch- und Gasmelder vermitteln. Sind die Besitzer ausgegangen, überwachen Bewegungsmelder den Innenraum. Nehmen wir mal an, den Dieben gefällt das Best-Ager-Mobil so gut, dass sie es gleich mitnehmen. Weit kommen sie nicht. Ein Satelliten-gesteuertes Ortungssystem macht das gute Stück an jedem Platz der Erde ausfindig. Die Cobra-Zentrale kann das Fahrzeug im Notfall sogar stilllegen. Doch so schnell wird es wohl nicht still um das Best-Ager-Mobil.

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Datum

22. Februar 2007
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