Alles über Rimor Super Brig

Rimor Superbrig: Amore Rimor

Kleine und gro­ße Camper entdecken ihre Liebe zum Reise­mobil in dem italienischen Familienalkoven.

Der Rimor-Grundriss hat heute Seltenheitswert – ein Alkovenmobil mit Rundsitzgruppe im Heck samt vollwertiger Dinette in der Mitte. Diese Einrichtung taucht fast nur in Italien auf, wo Reisemobilhersteller eher an den Familienurlaub als an das reisende Paar denken. Nachts kommt die vierköpfige Familie im Alkoven und in der umgebauten Hecksitzgruppe unter. Mit der Dinette, die bei Bedarf zum Ausweichbett umgebaut werden kann, steht für den nächsten Morgen ein viersitziger Frühstückstisch zur Verfügung.

Platz ist also genug vorhanden, was hier ein wenig fehlt, ist der Schlafkomfort, sieht man vom fast tadellosen Alkovenbett ab. Kleiner Ärger hier: Die Alkovenleiter versperrt den Zugriff auf den Kühlschrank. Die beiden aus Polstern gestückelten Gemächer weisen dagegen Unebenheiten auf, die sensiblen Gemütern den Schlaf beeinträchtigen können.

Noch schlafstörender kann sich der Tisch auswirken, der Teil des jeweiligen Bettenunterbaus ist. Die Tischplatte, die sich mittels Teleskopfuß absenken lässt, findet in der Bettstellung keine Unterstützung durch Leisten an den Sitztruhen. Wenn sich nun der Schlafsuchende beim Einstieg ins Bett daraufstützt, besteht die Gefahr, dass aufgrund ungünstiger Hebelverhältnisse die Holzschrauben am Fuß ausreißen und der Tisch umkippt. Neben entsprechenden Stützleisten würde eine Konterplatte unter dem jeweiligen Tischfuß für mehr Standfestigkeit sorgen. Rimor reagierte auf die Kritik bereits mit dem Willen zu einer verbesserten Lösung.

Während der Fahrt sitzen die Passagiere recht bequem an der Dinette. Der Tisch ist einfach zu verschieben und damit bequem anzupassen. In Fahrtrichtung sichern zwei Dreipunktgurte, gegen den Strom zwei Beckengurte. Ein bisschen fehlt der Durchblick nach vorne. Aufgrund des Leiterrahmenchassis und des Rimor-typischen Hilfsrahmens ist die Kabine sehr hochgelegt und das Gesichtsfeld der hinteren Passagiere eingeschränkt. Auch die Kabinenhöhe fällt relativ niedrig aus. Große Zeitgenossen können sich eingeengt fühlen.

Die Küche ist auf großen Appetit einer hungrigen Familie eingestellt. Zählt man den separat stehenden Kühlturm dazu, nimmt sie über zwei Meter in der Breite ein. Die Arbeitsfläche liegt mit fast 90 Zentimetern erfreulich hoch. Neben einer tiefen Spüle und großer Kocherfläche bleibt noch genügend Arbeitsfläche übrig. Apropos Kocher, der Abstand der drei Flammen in der großzügigen Kochermulde ermöglicht die Verwendung großer Töpfe.

Der Sanitärbereich steht vom Platzangebot kaum hinter der Küche zurück. Er teilt sich in eine separate Dusche und in einen wohnlichen Waschraum. Das Mobiliar ist nicht edel, aber funktionell und die Ausstattung mit Schränkchen, Ablagen, Spiegeln und Beleuchtung fast verschwenderisch.
Ein Mobil mit vielen Schlaf- und Sitzgelegenheiten sowie geräumigen Funktionsbereichen muss diese Großzügigkeit an anderer Stelle kompensieren, etwa beim Stauraum. Zu einer Mangelerscheinung artet dies im Rimor nicht aus. Vor allem die bauchigen Hängeschränke bringen aufgrund der respektablen Tiefe viel vom Familiengepäck gut sortiert unter.

Der von außen beladbare Heckstauraum fasst die Familiengarnitur an Campingmöbeln, den Grill und sperriges Gut locker. Die knappe Zuladung (230 Kilogramm) des mäßig mit Extras belasteten Testwagens setzt dem allerdings enge Grenzen. Die unkomplizierte Auflastung von 3500 auf 3800 Kilo Gesamtgewicht ist fast unvermeidlich.

An der Bordtechnik wurde nicht gespart. Serienmäßig wirkt die neue Truma-Combi-Heizung im Superbrig und zwar in der leistungsstarken 6er-Variante. Dazu passt der große Dometic-Kühlschrank mit separatem Gefrierfach.

Beim Beleuchtungskonzept wechseln Licht und Schatten. Geschaltet wird mit einer billig wirkenden Folientastatur. Die Bestückung mit Halogenspots, Leuchtstofflampen und LED-Leselampen mutet etwas wahllos an. Letztere sind stromsparend, ausreichend hell und dank Schwanenhals flexibel. Tagsüber fällt viel Licht durch große Fensterflächen und drei Klarglasdachhauben ins Innere. Ärgerlich, dass das große Schiebefenster an der Dinette und dessen Rollo klemmen.

Der heckgetriebene Ford Transit mit seinem drehmomentstarken Motor macht seine Sache als Basis gut. Das anfängliche Gefühl, auf dem etwas schwammigen Gestühl nicht besonders gut zu sitzen, wandelte sich bei einer zwölfstündigen Reise mit vielen Staus, wenig Pausen, aber fast ohne Kreuzschmerzen in ein anerkennendes Lob. Der Transit ist ein Gutmütiger, mit dem man auf Autobahnen oberhalb des Lkw-Schwarms mitschwimmen kann – der serienmäßige Tempomat hilft dabei. Das Cockpit verdient lobende Worte. So viele Becher- und Flaschenhalter, Fächer und Ablagen lassen ein familiäres Chaos gar nicht erst entstehen.

Typ: Alkovenmobile
Schlafplätze: 6
Preis: 60.000 bis 70.000 €

Der Rimor Superbrig ist ein echter Familienfreund, der an vielen Stellen etwas mehr als das Übliche bietet. Sechs statt vier Betten, großes Küchen- und Hygieneabteil und erstaunlich viel Stauraum, gemütliche Sitzgelegenheiten selbst im Cockpit – kleine Fluchten für gestresste Familienmitglieder. Und das zu einem Preis, der die Familienkasse einigermaßen schont. Da kann man drüber­-wegsehen, dass die Zuladung knapp (aber erweiterbar) ist und die Betten Schraubereinsatz nötig machten. Positiv dabei: Es lässt sich alles richten.

Auf-/ Ausbau, Bordtechnik und Basisfahrzeug

Auf- und Ausbau
Alu-Sandwichbauweise, Holzverstärkung, Isoliermate­rial Styropor, Wandstärken Wand/Dach/Boden 32/32/50 mm, 8 Kunststoff-Isolierfenster mit PU-Schaum­rahmen, 3 Klarglasdachhauben, 1 Milchglasdachhaube, Fahrerhausisolierung und Verdunklung mit Vorhang. Möbel Sperrholz, Dekor Teak.

Bordtechnik
Gas-Gebläseheizung/Boiler Truma Combi 6, 5 Aus­-strömer (Alkoven, Dinette, Küche, Bad, Hecksitzgrup­pe), Wasseranlage: Druckpumpe, Ladegerät
20 A, 8 Halogenstrahler, 3 Leuchtstofflampen,
4 LED-Leselampen

Basisfahrzeug
Ford Transit FT 350, Leiterrahmen, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2402 cm3, Leistung 103 kW(140 PS) bei 3500/min, Drehmoment 375 Nm bei 2000/min. Euro 4, S 3. Heckantrieb, Sechsgang­ge­-triebe, vorn Einzelradaufhängung mit McPherson-Federbeinen, hinten Starrachse mit Blattfedern,
Reifen 185/75 R16 C.

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Autor

Datum

18. Januar 2008
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