Supercheck: Adria Sonic Axess I 600 SL 31 Bilder Zoom

Adria Sonic Axess I 600 SL im Test: Designer-Schnäppchen

Ein Integrierter zum Einstiegspreis ist der schicke Sonic Axess von Adria. Mehr als 3000 Euro Ersparnis gegenüber der Baureihe Sonic lockt die Kunden. promobil checkt das Einzelbettenmodell 600 SL.

Bei den promobil-Lesern hat der Adria Sonic einen Stein im Brett. Regelmäßig findet sich der Integrierte unter den Top Ten der beliebtesten Reisemobile des Jahres. Die gute Platzierung ist mehr als respektabel, denn die Kategorie der Integrierten gilt bei der Leserwahl allgemein als Domäne deutscher Hersteller. Gründe für die Beliebtheit des Sonic sind schnell gefunden.

Das dynamische, doch angenehm unaggressive Design des slowenischen Integrierten dürfte eine große Rolle spielen. Ganz sicher auch das gute Preis-Leistungs-Verhältnis, das man den Wohnmobilen von Adria nachsagt. Schnäppchen waren der Sonic und sein noblerer Ableger Super Sonic jedoch nie.

Das will Adria ändern und nun mit dem neuen Sonic Axess den Einstieg in die schöne Integrierten-Welt erleichtern. Preise ab rund 60.000 Euro lassen aufhorchen. Drei Grundrisse gleicher Länge gibt es. Das spart Produktionskosten. Außerdem hat der Adria Sonic Axess serienmäßig nur 115 statt 130 PS, und auch sonst hat der Hersteller ihn ein bisschen abgespeckt. Zu viel? Verzicht ohne Reue? Der Supercheck zeigts.

Sitzen & Schlafen

Zwei wichtige Auswahlkriterien erfüllt der Adria Sonic Axess I 600 SL schon mal. Er bleibt noch unter sieben Meter Länge. Und er hat Einzelbetten im Heck. Drei tiefe und breite Stufen sorgen für einen bequemen Zugang. Die luftige Kopffreiheit und der Verzicht auf Hängeschränke an den Längsseiten sorgen für Entspannungs-Atmosphäre im Schlafabteil, zu der auch ein Stoffspiegel an der Rückwand mit Tasche beiträgt. An den Federkernmatratzen stört höchstens der etwas steife Bezug, Schlafkomfort und Unterfederung gehen in Ordnung.

Das Bett auf der linken Seite des Adria Sonic Axess I 600 SL ist mit 1,82 Meter Länge jedoch kurz geraten. Wer auf der anderen Seite liegt, hat nicht nur mehr Platz, sondern auch die Hoheit über das Ambiente: Der winzige Schalter für die indirekte Beleuchtung liegt rechts außen statt in der Mitte. Die Leselampen sind sehr dunkel, allerdings spendiert Adria aufstellbare Kopfenden dazu. Außerdem lassen sich die Liegeflächen miteinander verbinden.

Um Platz für das Hubbett zu schaffen, müssen wie üblich die Vordersitze umgelegt werden - dank Lehnenschnellverstellung kein Problem. Eine schmale, mitunter kalte Alu-Leiter hilft beim Aufstieg. Auf der dünnen Matratze schläft man straffer als hinten. Obwohl nicht die volle Breite bis zur Bugspitze hin nutzbar ist, gibt das Bett ein passables, wenn auch kurzes Nachtquartier für zwei Personen ab. Auf Kleinkinder im Adria Sonic Axess I 600 SL sollte man aufpassen: Das Sicherungsnetz ist recht niedrig. Ganz vorne gibt es eine kleine Ablage und an Fuß- und Kopfende jeweils eine Lampe. Mit tatkräftiger Unterstützung der Dämpfer des Schwenkmechanismus lässt sich das Bett am Morgen einfach wieder unter der Decke verstauen.

Nachdem man die Frontscheiben-Verdunkelung mit viel Kraft hochgeschoben hat, kann man den Frühstückskaffee an der gemütlichen Sitzgruppe im Adria Sonic Axess I 600 SL zu sich nehmen. Wohnraum- und Fahrerhausboden gehen stufenlos ineinander über, und bis weit ins Fahrerhaus kann man aufrecht gehen, ohne den Kopf einziehen zu müssen. Das großzügig breite Fahrerhaus ermöglicht ein leichtes Drehen der bequemen Vordersitze. Der kleine Seitensitz ist nicht nur Alibi, ergänzt wird alles von der L-Bank links.

Der Einsäulentisch beeindruckt mit seiner Standhaftigkeit, zudem ist er auf vorbildlich einfache Art verschieb- und drehbar. Vergrößern oder zum Fahren abbauen lässt er sich jedoch nicht. Die Gurtführung passt für Passagiere bis etwa 1,80 Meter Körpergröße. Die Befestigung der Kopfstützen wirkt allerdings etwas labil. Paare muss das jedoch nicht kümmern.

Bad & Küche

Man geht nicht ins Bad hinein, man steigt hinauf. Die Stufe im Adria Sonic Axess I 600 SL mag stören, ist technisch aber unvermeidlich. Sie sorgt für das nötige Gefälle in den Ablaufleitungen der Dusche. Auf einer Ebene versammeln sich im Sanitärraum Dusche, Toilette und Waschbecken. In Spiegel- und Unterschrank passt gerade das Nötigste, die Rollotür unten lässt sich aber nur widerwillig öffnen; ein eigener Griff würde es leichter machen. Außerdem gibt es zwei Handtuchhaken. Zwei Lampen sorgen für Helligkeit. Steckdosen sucht man vergeblich. Doch trotz der einfachen Ausstattung ist die Einrichtung gut und dank angemessener Bewegungsfreiheit ohne Verrenkungen nutzbar.

Trennt man die Dusche mit dem Faltvorhang ab, ist der Rest des Bads blockiert. Große Menschen freuen sich, durch die Dachhaube noch etwas Luft nach oben zu haben. Die Wände sind wasserfest mit Kunststoff verkleidet und sauber verfugt. Auffallend ist die stabile Duschtasse, die ein tiefer Ablaufgraben umgibt.

Die Winkelform gestattet auch der Küche im Adria Sonic Axess I 600 SL relativ kompakte Maße. Außerdem macht sie die Arbeitswege zwischen Kocher und Spüle, die beide angenehm groß geraten sind, kurz. Töpfe, Geschirr, Besteck und Vorräte verteilen sich übersichtlich auf tiefe Schubladen und einen mehrfach unterteilten Hängeschrank. Gleich nebenan liegt der große 150-Liter-Kühlschrank. Er zählt serienmäßig zur Ausstattung, was angesichts der Preisklasse des Sonic Axess ebenso wenig selbstverständlich ist wie die Elektrozündung des Kochers. Dünste und Dampf müssen durch das Fenster entweichen.

Stauraum & Zuladung

Raum spart der Adria Sonic Axess I 600 SL auch durch die Positionierung der Kleiderschränke. Gleich zwei baut Adria in den Sonic Axess ein, und wie bei Einzelbetten-Grundrissen mittlerweile häufig anzutreffen, sind sie unter den Fußenden der Betten untergebracht. Beide sind relativ groß, wenn auch etwas verschachtelt. Besonders gut ran kommt man aber nicht. Die niedrige Platzierung erfordert nämlich – trotz ausziehbarer Kleiderstange beim rechten Schrank – jedes Mal eine Kniebeuge. Außerdem sind die Öffnungen nur klein und die Rollotüren eher schwergängig. Klasse ist, dass sich beide Kleiderschränke auf Knopfdruck beleuchten lassen. Und auch die Wäscheschublade im rechten Bettkasten nimmt man dankbar an.

Ansonsten stellt der Adria Sonic Axess I 600 SL Reisenden nur drei Hängeschränke über dem Bett und zwei kleinere über der Sitzgruppe zur Verfügung. Das reicht für Paare, mehr als zwei Personen müssen jedoch sparsam sein mit Gepäck. Oder die Heckgarage mit nutzen. Zugang gewährt eine große Tür rechts. Eine kleinere auf der anderen Seite hilft beim Verzurren von Fahrrädern, die sich dank mehrerer Ösen gegen Verrutschen sichern lassen. Solche Arbeiten sollte man bei Tag erledigen: Eine Lampe fehlt nämlich in dem großen Kofferraum. Allerdings gibt es praktischerweise zwei Abläufe.

In Sachen Zuladung enttäuscht der Adria Sonic Axess I 600 SL. Bei klassenüblicher Ausstattung kommen vier Personen nur schwer damit klar. Zwei Reiselustige tun sich mit den 370 Kilo Zuladung leichter, sollten jedoch die Vorderachslast und die Tragfähigkeit des linken Vorderreifens im Auge behalten. Eine hecklastige Beladung des Adria Sonic Axess I 600 SL kann dabei helfen, verlassen sollte man sich nicht darauf. Eine Kontrolle des urlaubsfertig beladenen Mobils auf einer öffentlichen Waage ist empfehlenswert. Für die Auflastung auf 3,65 Tonnen verlangt Adria übrigens keinen Extraobolus.

Aufbau & Bordtechnik

Auf der Waage fordert die integrierte Bauweise also ihren Tribut. Allerdings entschädigt sie mit der besseren Isolation gegenüber Teilintegrierten im Bereich des Fahrerhauses. Kälte dringt vor allem durch den vorderen Boden ein. Mit mehreren Ausströmern stemmt sich die Kombiheizung dagegen. Wer die 1299 Euro in das lohnende Exklusiv-Paket investiert, bekommt nicht nur volle 6000 Watt Heizleistung, sondern auch einen beheizten, isolierten, aber etwas kleinen Abwassertank dazu. Auch 100 Liter Frischwasser sind nicht üppig.

Die Gel-Batterie im Adria Sonic Axess I 600 SL speichert dagegen ordentliche 100 Amperestunden Strom. Keinerlei Finessen gönnt sich der Adria bei der Beleuchtung. Das Gros der Lampen vertraut immer noch auf die ineffiziente Halogentechnik mit zumeist unhandlich kleinen Kippschaltern. Das Kontrollpanel gefällt mit modernem Schick und Informationsfülle; es zeigt beispielsweise nicht nur die Spannung der Akkus, sondern auch ihre Restkapazität.

Den sauber verarbeiteten Aufbau beplankt Adria mit unempfindlichem GfK. Die auffällig breiten Kantenleisten gewährleisten eine stabile Verbindung und schaffen Vertrauen in die Dichtigkeit. Eine Schwachstelle ist der häufig Spritzwasser ausgesetzte Boden, der zum größten Teil aus feuchteanfälligem Holz besteht.

Seitlich schließen solide Alu-Schürzen den Aufbau des Adria Sonic Axess I 600 SL nach unten ab. Hingegen bestehen der Stoßfänger am Heck und einige Anbauteile am Bug nur aus labilen ABS-Tiefziehteilen. Immerhin zahlt sich die mehrteilige Bauweise bei Reparaturen aus. Unterscheidungsmerkmal zum teureren Sonic sind die günstigeren vorgehängten Fenster. Die Fahrertür gibt es dennoch serienmäßig. Praktischerweise ist sie ebenso wie die Aufbautür über die Fernbedienung entriegelbar.

Fahren & Sicherheit

Elegant lässt Adria die Verkleidungen im Fahrerhaus ineinander übergehen. Dass die Kunststoffe verschiedene Farben und Narbungen aufweisen, fällt da zwar auf, aber kaum ins Gewicht. Während der Fahrt im Adria Sonic Axess I 600 SL nervt nur die klappernde Verkleidung der Aufbautür. Die Dämmung der Motorgeräusche ist akzeptabel, der Diesel bleibt jedoch stets präsent.

Besser macht’s der Sonic beim Kapitel Übersichtlichkeit. Die A-Säulen schränken die Sicht in Kurven nur geringfügig ein. Das Wischerfeld deckt einen Großteil der Scheibe ab. Der kurze Hecküberhang verlangt nur selten einen Kontrollblick. Nachteilig ist, dass die Spiegel keine Weitwinkelfelder haben. Und die nur optional erhältlichen Sonnenblenden sind im Sitzen kaum zu erreichen.

Mit 130-PS-Motor ist der Adria Sonic Axess I 600 SL angemessen unterwegs. Noch ein wenig entspannter könnten Fahrer und Beifahrer mit 150 PS unterm Hintern das Panorama genießen. Der 115-PS-Basismotor hat an dem Integrierten hingegen ganz schön zu schleppen.

Die Sicherheitsausstattung entspricht den üblichen Klassenstandards. Am besten kauft man für den Adria Sonic Axess I 600 SL einen Beifahrer-Airbag und elektronischen Schleuderschutz ESP im Komfort-Plus-Paket.

Ausstattung & Preise

Die dafür fälligen 2899 Euro sollte man zum Grundpreis unbedingt hinzuaddieren, ebenso 1400 Euro für den stärkeren Motor. Winterurlaubern empfiehlt sich außerdem das Exklusiv-Paket für weitere 1299 Euro. Davon abgesehen ist der Adria Sonic Axess I 600 SL aber bereits serienmäßig praxistauglich ausgestattet. Bei manchem Konkurrenten zahlt man beispielsweise für Fahrertür, Hubbett und großen Kühlschrank extra.

Da die Nebenkosten für TÜV, Fracht und Dokumente bei Adria vergleichweise hoch sind, dürfte sich der übliche Kaufpreis bei knapp 70.000 einpendeln. Dafür bekommt man einen grundsoliden, attraktiv gestalteten Integrierten, dem man das Sparprogramm gegenüber dem großen Bruder Sonic nur wenig anmerkt.

Lichtcheck im Adria Sonic Axess I 600 SL

(angelehnt an DIN EN 12464-1)

  • Sechs Halogenlampen sorgen für eine relativ knappe Lichtausbeute an der Sitzgruppe - im Schnitt 105 Lux.
  • Zur Wand hin ist die Küche dank LED-Lichtleiste gleichmäßig ausgeleuchtet.
  • Nur zwei Halogenlampen reichen völlig aus: sehr stattliche 620 Lux in Gesichtshöhe.
  • Das Licht im finsteren Schlafzimmer ist sehr fleckig. Maximal 79 Lux sind zum Lesen viel zu wenig.

Die Baureihe: Adria Sonic Axess

Preise: 61.187-62.187 Euro
Basis: Fiat Ducato
Länge: 6,98 m
Gesamtgewicht: 3500 kg
Modelle: Der Sonic Axess ist die günstigste von drei Integrierten-Baureihen von Adria. Zum Start legt Adria drei gleich lange Modelle mit ungewöhnlichen Grundrissen auf. Ein an die Seitenwand gerücktes Queensbett hat der 600 SCT, der 600 SPS bietet ein ebenfalls gut zugängliches Querbett mit schmalem Gang am Fußende.

Das fiel uns auf

+ Unkomplizierte Tischverstellung: ein Hebel für beide Richtungen, Fußpedal zum Drehen.
+ Großes, leicht zu reinigendes Kochfeld, gut bedienbare Regler, Elektrozündung serienmäßig.
+ Aufstellbare Kopfenden ohne Aufpreis. Bequem, wenn man im Bett noch lesen möchte.
- Die Kleiderschränke liegen tief unter dem Bett, sind dort nur schlecht zugänglich.
- Die meisten Lampen haben Minischalter, größere wären leichter zu ertasten und zu bedienen.

Supercheck: Concorde Carver 791 L

Foto

Beate Jeske

Datum

5. Juni 2013
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