Alles über Adria Matrix
Adria Matrix 680 SP 16 Bilder Zoom

Adria Matrix 680 SP im Test: Das dynamische Erfolgsmodell erhält Verstärkung

Respekt: Zwar trat Adria im vergangenen Sommer zunächst verhalten mit nur einem Modell in der jungen Liga der Teilintegrierten mit Hubbett an.

Das aber entpuppte sich als Treffer: Der Matrix 680 SP schnellte in der internen Hitliste der Marke auf Anhieb auf den dritten Platz. Wen wundert’s, dass Adria den Matrix zur neuen Saison mit drei weiteren Grundrissen zur kompletten Modellreihe ausbaut. Hinter dem Erfolg stecken einfallsreiche Detaillösungen.

Viel Licht und helle Flächen gestalten ein luftiges Ambiente.

Aus der Not eine Tugend macht Adria bei der Wohnraumgestaltung. Prinzipbedingt kämpfen Hubbett-TI mit dem Eindruck vergleichsweise düsterer Sitzgruppen, weil die Hängeliege den Lichteinfall durch die gewohnte Dachluke blockiert. Im Matrix vermeiden ein trapezförmiges Fenster in der Fahrerhaushutze, zwei große Seitenfenster und vor allem die hellen Flächen an der Unterseite des Hubbetts, den Hängeschränken und den Seitenwänden geschickt jeden Eindruck einer dunklen Höhle. Die vier Hängeschränke sind dabei so gestaltet, dass sie weder wuchtig wirken, noch beim Sitzen stören und dennoch mehr als ein Alibi-Stauvolumen offerieren. Die L-Sitzgruppe mit langer Seitenbank und Hubsäulentisch ist sehr fl exibel konstruiert. Für den Stellplatz- Stammtisch bietet sie sechs bis sieben Personen Platz um den relativ großen Tisch. Dank langer Verstellwege lässt sich die Platte stets in die passende Position bringen – auch während der Fahrt aus der Gefahrenzone für die Passagiere. Freilich müssen die Arretierungen stets wieder angezogen werden, um der Tischplatte befriedigende Stabilität zu geben. Die Eckbank kann zu einer regulären Querbank mit zwei Gurtplätzen umgebaut werden – sie ist auch die Serienausführung, die L-Bank gehört zum sogenannten Exklusiv-Paket. Ungewöhnlich geht der Umbau der Seitenbank in einen zusätzlichen fünften Gurtplatz vonstatten. Dazu muss die an der Wand steckende Rückenlehne mitsamt Rahmen und Kopfstütze quer eingesetzt werden. Als Aufnahme dient ein in der Sitztruhe versteckter Gurtbock. Ein Zuganker verbindet ihn mit der Konsole des Beifahrersitzes. Ein Klappbrettchen dient als Fußaufl age im Einstieg. Der rückwärts gewandte Sitzplatz ist einigermaßen bequem. Dennoch sitzt man auf dem fünften Sitz etwas isoliert; auch die wackelige Rückenlehne lässt nur den Eindruck zu, dass es sich um einen Notplatz für Kurzstrecken handelt – immerhin.

Der Begriff Notplatz ist auch Stichwort für den Umbau der Sitzgruppe zum Bett. Ist doch das serienmäßige Hubbett mit Abstand die bessere Wahl. Ein zentraler Hebel entriegelt dessen Hubmechanismus. Beim Absenken bleibt der Hebel am besten gedrückt, sonst rastet das Bett in der zweiten Position 15 Zentimeter tiefer ein. Die beiden Positionen lassen dem Nutzer die Freiheit, entweder dicke Decken tagsüber auf dem Bett zu lassen, oder mehr Stehhöhe – 1,84 statt 1,69 Meter – in der Sitzgruppe zu genießen. Die Ausstattung des Hubbetts gefällt. Kaltschaummatratze und Lattenrost ergänzen sich gut. Die Liegefl äche ist weder in Länge noch Breite eingeschnürt. Auch die Maximallast von 200 Kilogramm stellt dem Hubbett ein Reifezeugnis aus. Mitgedacht hat Adria bei den seitlichen Stoffbälgen: Eingenähte Stäbe halten sie von der Mechanik fern, auch tragen sie zwei praktische Stofftaschen.

Neben der obligatorischen Beleuchtung für das Hubbett haben die Entwickler sogar an eine Heizung gedacht: Zwei Ausströmer münden aus den angrenzenden Hängeschränken der Küche und des Ausbaus der Dachhutze. Weiter hinten helfen zwei Stufen und eine Haltestange beim Erklimmen des 1,10 Meter über dem Fußboden eingebauten Heckbetts. Seine Federkernmatratze ist stolze zwölf Zentimeter dick und streckt sich auf gängige Maße. Die Latten darunter taugen aber nur zur Unterlüftung, nicht als Federung. Vorsorge für kalte Zeiten wurde auch hier durch ein umlaufendes, perforiertes Warmluftrohr getroffen. Erhitzen ist auch ein Thema in der Küche. Das erledigt ein komfortables Kombigerät aus Dreiflammkocher mit extra großer Kochstelle und Backofen mit Ober- und Unterhitze. Das Gerät von Spinflow überzeugt zudem durch seine Frontbedienung mit Elektrozündung und leicht zu reinigender Kochmulde. Gemeinsam mit der großen Edelstahlspüle und dem sehr üppigen 189-Liter-Kühlschrank gehört es zum sogenannten Hybrid-Paket. Anzukreiden ist der überzeugenden Küche allenfalls das Fehlen einer echten Arbeitsfläche und einer effektiven Entlüftung. Dieser Punkt ist im kompakten Sanitärraum mit einer weit aufstellbaren Dachhaube über der gründlich verfugten Duschkabine besser gelöst. Sie wird per Schiebeklappwand verschlossen, der Platz reicht vollauf zum Abbrausen. Ähnlich geschickt ist die Anordnung von Toilette und Waschtisch. Alles lässt sich funktional benutzen – aber nicht parallel. Weniger ideal gelöst ist die Platzierung des Lichtschalters am Deckenkranz. 

Passende Ablagen und Fächer finden sich praktisch überall.

Von den Schränken in der Fahrerhaushutze über die Fächer im Bodenpodest und in der Seitenbanktruhe bis zu den beiden Kleiderschränken, der Schublade und dem Treppenfach – im Matrix findet sich eine Vielzahl von Ablagen und Staufächern. Zusammen mit den sieben Hängeschränken und der üppigen Heckgarage bietet sich einer Familie nicht weniger Stauraum als in einem vergleichbaren Alkovenmobil. An der Garage gibt es nichts zu kritisieren. Ihr Volumen ist üppig und gut nutzbar, der Bodenbelag strapazierfähig, auch Zurrmöglichkeiten sind vorhanden. Bleibt nur anzumerken, dass die linke Außentür und das Garagenlicht Teil eines der Ausstattungspakete sind. 150 Kilogramm Beladung gibt Adria für die Heckgarage frei, kein Problem auch für die tragfähige Hinterachse. Bei der Gesamtzuladung wird es schneller eng – zumindest wenn der 680 SP als echtes Vier-Personen-Mobil genutzt wird. Dann muss die Ausstattung gewichtssensibel gewählt oder zum tragfähigen Maxi- Chassis gegriffen werden.

Eher konventionelle Technik mit sauberer Verarbeitung.

Bei der Bordtechnik zeigt der Adria wenig Auffälligkeiten, vielmehr ist sie geprägt von einer aufgeräumten und routinierten Installation. Das Frischwasser läuft durch ein trinkwasser echtes Rohrsystem. Die Elektroabteilung glänzt mit einer Mehrheit an LED-Lampen und einer für die Küchenarbeit idealen Transistorleuchte. Wie bei anderen Importen kostet die Bordbatterie extra. Von der günstigen Warmluftverteilung war schon die Rede. Die passende Truma-Sechser-Heizung ist allerdings Paketbestandteil. Gekonnt verarbeitete, aber konventionelle Technik fi ndet sich auch am GfK-beplankten Aufbau. Dieses Material hüllt auch die Heckabsenkung des ansonsten klassischen Holzunterbodens ein. Stabile Aluminium- Rahmenfenster mit Cassettenrollos sind abermals Posten des Hybrid-Pakets. Die solide Seitz-Türe, ihre Schlösser sind in die Zentralverriegelung des Ducato eingebunden, gibt es dagegen aufpreisfrei. Aber nur ohne Fenster und Mülleimer. Respekt wäre Adria für die über verschiedene Radien nahtlos durchlaufende Dachbahn zu zollen. Wäre da nicht als vorderer Abschluss ein praktisch nicht isoliertes GfK-Teil.

Der Matrix erweist sich als unkritischer Reisebegleiter.

Langer Radstand und breite Hinterachsspur lassen den 680er ruhig seine Bahn ziehen, unterstützt von der optionalen Luftfeder an der Hinterachse. Sie spielt ihre Trümpfe vor allem dann aus, wenn hohe Heckbeladung per Druckerhöhung ausgeglichen werden soll. Das Dahin gleiten störten beim Testwagen auf unebener Fahrbahn allerdings Knarzgeräusche aus dem Heckausbau.

Die Ausstattungspakete und der 130-PS-Motor sind fast Pflicht.

Angemessenen Vortrieb des Teilintegrierten gewährleistet der 130-PS-Motor für 2299 Euro Mehrpreis. Darüber hinaus kommen Käufer kaum an den drei Ausstattungspaketen namens Komfort-Plus, Exklusiv und Hybrid vorbei – komplett für fast 7000 Euro. Neben unbedingt notwendigen Dingen enthalten sie zahlreiche Annehmlichkeiten und verleihen dem Adria Matrix noch mehr Schwung in der gehobenen Klasse der modernen Teilintegrierten mit Hubbett. 

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Konstantin Tschovikov

Datum

28. Dezember 2010
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