Ein Kleinod am Stettinger Haff 7 Bilder Zoom

Stellplatz-Tipp Mecklenburg-Vorpommern: Ein Kleinod am Stettiner Haff

Mecklenburg-Vorpommern: In der kleinen Fischergemeinde Altwarp ist die Welt noch in Ordnung, und der Erholung auf den beiden Stellplätzen steht nichts im Wege – inklusive Bootsausflug nach Polen.

Wer wirklich einmal Ruhe und Beschaulichkeit erleben möchte, dem sei ein Aus­flug ans Stettiner Haff angeraten. Altwarp, ein altes Fischerdorf mit nur etwa 500 Einwohnern, liegt im äußersten Osten von Mecklenburg-Vorpommern an der Grenze zu Polen. Was hat dieser kleine Ort zu bieten, was man sonst nicht findet?

Vor allem die Gäste mit dem Reisemobil finden etwas Besonderes und äußerst Erfreuliches, nämlich unmittelbar an der Küste einen zweigeteilten Stellplatz. Bürgermeister Rolf Bauer ist stolz auf seine Reisemobilplätze am Hafen. 25 Stellplätze befinden sich im Hafenareal direkt an der Mole. Gleich daneben und unmittelbar am Schilfgürtel sind 23 weitere Stellflächen in einer großen Runde auf Schotterrasen angelegt.

Alle Plätze sind selbstverständlich mit Strom versorgt. Hier bei den Stellflächen steht nur ein einfacher Ausguss für Kassetten zur Verfügung, aber Rolf Bauer hat die komfortablere Lösung bereits im Blick: "Wir wollen hier eine professionelle Ver- und Entsorgungsstation aufbauen." Bislang entsorgt man sein Grauwasser im 150 Meter entfernten Bodenschacht neben dem Hafenwarthäuschen. Hier stehen in der Hauptsaison auch Dusch- und Waschcon­tainer zur Verfügung. Die Hafenmeister sind für alle Formalitäten und für das Inkasso der Stellplatzgebühr von 9,50 Euro zuständig.

Wer hier einmal morgens um fünf Uhr den Sonnenaufgang über dem Stettiner Haff erlebt hat, nimmt unbeschreibliche Eindrücke mit nach Hause. Vor der ersten Reihe der Anlage planschen die Enten im Wasser, und Graureiher ebenso wie Silberreiher warten wenige Meter vom Mobil entfernt auf Beute. Dann fahren auch die Fischer aufs Haff hinaus.

Gerade einmal neun Fischer sind in Altwarp von den ehemals 120 Betrieben übrig, die in früheren Zeiten hier ihrem harten Handwerk nachgingen. Nach erfolgreichem Fang kehren die Boote in den kleinen Hafen zurück und liefern vor den Augen der Besucher die Fische bei ihrer Fischereigenossenschaft Haffküste ab. In dem Fischereischuppen am Stellplatz kann man den fangfrischen Fisch nicht nur kaufen, sondern im Imbiss auch gleich verzehren. Frischer geht’s nicht.

Genau so frisch kommt der Fisch aber auch in den Gaststätten von Altwarp auf den Teller. Ganz in der Nähe des Stellplatzes ist das gemütliche Haffstübchen, etwas weiter weg liegt Gregor’s Fischgaststätte und im Hinterland die Räucherkate der Familienfischerei Zach. Auch die sonstige Versorgung ist durch den "Tante-Emma-Laden" vom Pommerschen Landmarkt ge­sichert. Alles ist hier dicht beieinander und bei einem Spaziergang zu erreichen.

Auch die anderen sehenswerten Stellen des kleinen Ortes zeigt Bürgermeister Rolf Bauer mit Stolz. Zum Beispiel die Kirche, die einst aus Geldmagel ohne Turm gebaut wurde – der kam später hinzu und steht neben dem Kirchenschiff. Auch der Friedhof erzählt die Geschichte des Ortes. Sehenswert sind die aufwendigen Obelisken auf den alten Kapitänsgräbern. Heute noch gepflegt wird die Anlage des sowjetischen Ehrenfriedhofs im Wald hinter der Gemeinde. Hier ruhen vor allem russische Kriegsgefangene, die von 1941 bis 1945 im Arbeitslager des Militärstandortes gestorben sind.

Hier liegt auch das sehenswerte Wacholderwäldchen. Der gemeine Wacholder ist in der hiesigen Gegend häufig anzutreffen, aber im Wacholderwäldchen tritt er in besonders großen Mengen und sehr schönen Formen auf. Wiederum eine militärische Vergangenheit haben die Binnendünen, in denen einst das Afrika-Corps von Generalfeldmarschall
Erwin Rommel den Wüstenkrieg übte. Mittlerweile wurde diese einmalige attraktive Landschaftsform, der Neuwarper See und der Riether Werder, als Naturschutzgebiet geadelt.

Das Landschaftsbild in und um Altwarp ist geprägt durch die Binnendünen, die Heidelandschaft, eine Steilküste und verschiedenartige Strandabschnitte mit Badestrand. Die Tierwelt zeigt sich vielfältig. Neben Rehen, Hirschen, Seeadlern, Reihern und Bibern kann man auch Kormorane und Schwäne beobachten. Zahlreiche Wanderwege sowie ein ausgebautes Radwegenetz erstreckens sich rund um Altwarp.

Der schönste Platz aber ist und bleibt der Hafen direkt am Stellplatz – der nordöstlichste Hafen der Bundesrepublik, zugleich Grenzhafen zum Nachbarland Polen. Rechtsseitig stehen die nicht mehr genutzten Abfertigungsgebäude der Grenz- und ehemaligen Zollkontrolle. Mit dem Beginn des zollfreien Einkaufes 1991 nahm der Ort Altwarp einen beispiellosen Aufschwung. Seit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union ist die Butterschifffahrt jedoch beendet. Seit dem Schengener Abkommen entfallen auch Passkontrollen. Schließlich ruhte der Personen-Schiffsverkehr in Altwarp gänzlich.

Seit Mai 2012 wurde dann der Schiffsverkehr wieder aufgenommen. Familie Bocklage, Eigner des Tradi­tionskutters "Lütt Matten", bietet Fahrten nach Neuwarp in Polen und Rundfahrten durchs Haff an. Diese Attraktion macht Altwarp indes noch lange nicht zum aufgeregten touristischen Hotspot: Nach wie vor lohnt sich auch ein weiter Weg an das Stettiner Haff für alle, die es ruhig angehen lassen wollen.

Alle Infos zum Stellplatz in Altwarp/Mecklenburg-Vorpommern

Standort: Wohnmobilplatz am Hafen, Am Hafen, 17375 Altwarp
Stellplatz
: Gebührenpflichtiger Stellplatz für 48 Mobile. Durch Büsche parzelliertes Wiesengelände für 23 Mobile und 25 weitere unparzellierte Plätze direkt am Hafenbecken mit Blick aufs Stettiner Haff. Mehrere Gaststätten und ein kleiner Laden im Ort. Ganzjährig nutzbar.
Ent-/Versorgung: Eigenbau.
Gebühren: 9,50 Euro pro Nacht und Mobil inklusive Ver- und Entsorgung. Strom: 2 Euro. Nutzung WC/Dusche gegen 10 Euro Kaution. Dusche: 50 Cent. Hund: 2 Euro.
Freizeit: Binnendünen, Wacholdertal, russischer Friedhof, Kapitänshäuser, Heimatstube, Kutterfahrten nach Polen.
GPS: 53°44’21’’N, 14°16’07’’O
Umweltzone: keine (Stand: Juli 2015)
Informationen: Hafenmeister Altwarp, Mobil 01 51/19 33 83 39, E-Mail waldhaus19@gmx.de, www.altwarp.info

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Autor

Foto

Hans-Jürgen Hess

Datum

29. September 2015
Kommentare
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