Stellplatz-Tipp: Hartmannswiller 3 Bilder Zoom

Stellplatz-Tipp in den Vogesen: In Hartmannsweiler Geschichte erleben

Der Name Hartmannsweiler steht heute noch am Oberrhein für den Schrecken des Ersten Weltkriegs. Der kleine Ort hat dem hohen Berg am Westrand der Vogesen den Namen Menschenfresser gegeben.

Über den Berg verlief die Vogesenfront. Da sich der Kriegsbeginn in diesem Jahr zum 100. Mal jährt, haben sich die Präsidenten Gauck und Hollande am 3. August, dem Jahrestag des Kriegsbeginns, getroffen und den Grundstein für ein Museum gelegt. Für einen Besuch der immer noch beklemmend wirkenden kilometerlangen Schützengräben, der Unterstände und Bunker, der nationalen Gedenkstätte und des Soldatenfriedhofs bietet sich der Wohnmobilstellplatz von Hartmannswiller an, wie der Ort auf elsässisch heißt.

Fünf Mobile finden ziemlich am Rand der Ortschaft in einer ruhigen Sackgasse Platz. Ein Picknicktisch mit Bänken lädt zum Vespern ein. Auf zwei Seiten ist der einfache Stellplatz von Feldern umgeben, auf der dritten Seite plätschert ein Bach. Zur Ortsmitte mit einem Hotel-Restaurant sind es rund 250 Meter. Zum Einkaufen und Tanken fährt man am besten ins zehn Kilometer entfernte Cernay, wo sich an der Schnellstraße in Richtung Mulhouse ein großer, typisch französischer Supermarkt mit einem ganzen Einkaufszentrum niedergelassen hat, an dessen Tankstelle es nicht nur günstigen Diesel gibt, sondern in dem man auch eine halbe Stunde kostenlos W-LAN nutzen kann.

Eine bemerkenswerte Sehenswürdigkeit hat Hartmannswiller zu bieten: eine Wehrkirche, wie es sie im Mittelalter im Elsass oft gegeben hat. Genau genommen handelt es sich um eine gotische Dorfkirche aus dem 14. Jahrhundert mit einem befestigten Friedhof. Hinter dessen ursprünglich bis zu fünf Meter hohen Mauern konnte die Bevölkerung Schutz vor marodierenden Söldnertrupps finden – und aus den Schießscharten zurückschießen. Zwei der drei Ecktürme und die gesamte, heute nur noch 2,70 Meter hohe Mauer sind erhalten.

Solche Befestigungsanlagen halfen im ersten Weltkrieg nichts mehr. Rund 30.000 Soldaten starben auf dem Vieil Armand, wie der Hartmannsweilerkopf auf Französisch heißt. Bei den französischen Soldaten wurde der Berg "Mangeur d’hommes" genannt, bei den deutschen entsprechend "Menschenfresser". Viele der deutschen Soldaten kamen aus der Region rechts des Rheins.

Dennoch ist der Hartmannsweilerkopf, der als eines der am besten erhaltenen Schlachtfelder an der Westfront des ersten Weltkriegs gilt und jährlich von etwa 200.000 Menschen besucht wird, bislang eine vorwiegend französische Gedenkstätte geblieben. Das soll sich mit dem Besuch der beiden Präsidenten ändern, die nicht nur den Grundstein für ein Museum legen, sondern auch einen Geschichtslehrpfad einweihen wollen. Den Schrecken des Krieges kann man sich auch auf einem Wanderweg vom nahen Jungholtz aus nähern. Auf dem Weg zum Ausgangspunkt bei der barocken Wallfahrtskirche Notre Dame de Thierenbach sollte man den ältesten und schönsten jüdischen Friedhof des Elsass besuchen.

Alle Infos zum Stellplatz in Hartmannswiller

Adresse: Aire de Camping-cars, Rue Louis Deiber, Elsass, F-68500 Hartmannswiller
Stellplatz: Gebührenfreier Stellplatz für 5 Mobile am Ortsrand. Ausgewiesenes Areal auf asphaltiertem Untergrund. Ortsmitte mit Gastronomie 250 m. Ganzjährig nutzbar.
Ent-/Versorgung: Flot Bleu mit Bodeneinlass.
Gebühren: Ver- und Entsorgung: 4,30 Euro für 20 Minuten (nur mit Kreditkarte).
Freizeit: Wandern, Besichtigung der Wehrkirche sowie des Schlachtfelds und der Gedenkstätte auf dem Hartmannsweilerkopf (ausgeschildert als Vieil Armand).
Informationen: Mairie de Hartmannswiller,
Telefon 00 33/3 89 76 73 15
GPS: 47°51’48’’N, 07°12’51’’O

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Autor

Foto

Müller

Datum

3. Juli 2014
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