Der Naeroyfjord 6 Bilder Zoom

Reise Tipp: Fjordnorwegen: Eine Sinfonie aus Stein und Wasser

Fjordnorwegen bietet Natur pur, dramatische Landschaftsbilder und Unesco-Welterbe-Stätten in Fülle. Hinter jeder Felsnase eröffnen sich neue, spannende Ausblicke.

Norwegen ist in zweierlei Hinsicht ein steinreiches Land. Ölquellen unter der Nordsee spülen Milliarden von Petrodollars in die Staatskasse, und nirgendwo sonst auf der Welt prägen Granit, Gneis, Porphyr und Schiefer die Landschaft so dramatisch wie an den Fjorden im Südwesten. Überall gluckst, rauscht, plätschert und donnert Wasser zu Tal, manchmal über mehrere hundert Meter im freien Fall, hineingewoben in ein Naturbild wie am ersten Tag der Schöpfung - eine Sinfonie aus Stein und Wasser, seit 2005 als Ganzes Unesco-Weltnaturerbe.


Fjordnorwegen für Schwindelfreie: zwei schweißtreibende Stunden dauert der Aufstieg zum Preikestolen, dem „Predigtstuhl“ hoch über dem Lysefjord in der Nähe von Stavanger. 600 Meter tief stürzt das 25 mal 25 Meter große Felsplateau auf drei Seiten senkrecht ab in den Fjord. Kein Geländer, keine Sicherung. Und ganz vorn an der Kante turnt eine Chinesin mit Fotolächeln herum, hängt die Beine über die Kante und beugt sich vor. Dabei wäre der Preikestolen auch ohne diese Eskapaden schon atemberaubend genug …

Auf den Spuren
der Hanse: In Bergen, dem „Tor zum Fjordland“, gründeten Kaufleute aus Norddeutschland Mitte des 13. Jahrhunderts eine erste Handelsniederlassung, 1350 folgte die Hanse mit einem Kontor, das über 400 Jahre hinweg die Stadt prägte. Das nach mehreren Bränden originalgetreu wieder aufgebaute Hanseviertel Bryggen mit seinen bunten Holzhäusern, Unesco-Weltkulturerbe auch dieses, ist die Touristenattraktion Nr. 1 von Norwegens zweitgrößter Kommune. Mehrmals am Tag gibt es Führungen durch die einstige Speicherstadt. Nur 200 Meter entfernt lockt der Fischmarkt mit Heilbutt, Lachs, Kabeljau, Garnelen, Königskrabben und - politisch nicht ganz korrekt - geräuchertem Walfleisch zum Probieren. In Bergen möchte man länger bleiben.

Wer am Sognefjord entlangfährt, mit über 200 Kilometern der längste im Lande, dem eröffnet sich vom Reisemobilcockpit aus ein unvergleichliches, riesiges Naturschauspiel. Vom Aurlandsfjord, einem der vielen Nebenarme, zweigt der Naeroyfjord ab, von 1400 Meter hohen Bergen umgeben und an seiner schmalsten Stelle nur 250 Meter breit. Gemeinsam mit dem weiter nördlich gelegenen Geirangerfjord wurde auch er von der Unesco mit dem Titel Weltnaturerbe geadelt.

Für Tunnelfans:
Vom Örtchen Flåm am Ende des Aurlandsfjordes schraubt sich die Flåmsbana über 20 Kilometer und ebenso viele Tunnels hinauf auf 865 Meter Höhe in Myrdal, wo sie auf die Strecke Oslo-Bergen trifft. Ein technisches Meisterwerk mit spektakulären Ausblicken, obligater Fotostopp am 225 Meter hohen Kjosfossen inklusive. Das ultimative Tunnelerlebnis mit dem eigenen Mobil bietet der Lærdaltunnel, mit 24,5 Kilometern der längste Straßentunnel der Welt. Lærdal glänzt mit 160 denkmalgeschützten Holzhäusern, einem guten Campingplatz direkt am Fjord, dem berühmten Lachsfluss Lærdalsøyri - und der nahe gelegenen Stabkirche von Borgund. 1180 erbaut, blieb sie bis heute wunderbar erhalten. Und dabei ist sie aus Holz - nicht aus Stein.

Tipps und Infos

Anreise
Am bequemsten mit Color Line. Für das nördliche Fjordland bietet sich die Mini-Kreuzfahrt Kiel-Oslo und von dort aus auf der E 6 über Lillehammer bis Dombås, weiter auf der E 136 nach Åndalsnes, an. Die nur dreieinhalbstündige Überfahrt vom dänischen Hirtshals ins norwegische Kristiansand erschließt das südliche Fjordland. Man kann die beiden Fährstrecken auch kombinieren.
Infos unter www.colorline.de

Auskunft 
Innovation Norway, Norwegisches Fremdenverkehrsamt, Caffamacherreihe 5, 20355 Hamburg,
Telefon 01 80/5 00 15 48,
Fax 0 40/22 94 15 88,
E-Mail germany@innova-tionnorway.no,
www.visitnorway.de

Essen & Trinken 
Norwegen ist kein billiges Reiseland, vor allem Alkohol kostet wesentlich mehr als in Deutschland (z. B. 0,5 Liter Bier im Restaurant: 8 bis 9 Euro). Es wird dringend empfohlen, die erlaubten Zollfreimengen einzuhalten.

Stellplätze/Camping 
Entgegen verbreiteter Ansicht ist das freie Stehen auf Parkplätzen offiziell nicht erlaubt. Eine Übersicht der norwegischen Campingplätze gibt es im Internet unter www.camping.no. Der Lærdal Ferie- og Fritidspark (www.laerdalferiepark.com) bietet 100 Stellplätze, Camping Cheques werden akzeptiert. Man kann Kanus, Boote, Mountainbikes und Rennräder mieten - Besitzer Even Aarethun war Radrennfahrer; 61°0604”N, 07°2822”O. An der Zufahrt zum Preikestolen liegt der gleichnamige Top-Campingplatz (www.preikestolencamping.com); 58°5957N, 06°0533”O. In Bergen kann man im Bobilsenter im Hafenbereich, Damsgårdsveien 99, stehen; schlicht, aber dicht bei der Altstadt.

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Autor

Foto

Thomas Brandl

Datum

24. Februar 2011
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