Mobil-Tour: Millstätter See 2010 27 Bilder Zoom

Mobil-Tour: Millstätter See 2010: Feuer und Flamme

Ein See für alle Fälle: Der Millstätter See in Kärnten hat viele Attraktionen – eine Feuerinsel zum Beispiel, eine traumhafte Lage und glasklares Wasser in Trinkwasserqualität. Eine Mobil-Tour für Entdecker.

Es ist einer dieser wunderbaren Morgen im Frühsommer: Die Sonne scheint ins Fenster des Reisemobils, draußen vom See her riecht es nach einem schönen Tag, man hört leise Wellen schlagen und die Vögel singen. Stand da nicht, dass der Millstätter See im Sommer 24 bis 27 Grad warm wird? Und ist dieser Tag nicht der richtige, es schon mal vor dem Frühstück zu probieren? Na schön, es ist ja erst Anfang Juni und noch nicht Sommer, aber man spürt ihn förmlich. Also los, mit einem weiten Sprung ins Wasser! Die Enten, die eben noch bei den Nachbarn Brötchenkrümel geschnorrt haben, gucken ein bisschen irritiert. Nach fünf Sekunden ist klar, warum: maximal 16 Grad! Aber ein paar Schwimmzüge später steht auch fest: So wird ab jetzt jeder Tag begonnen. Es ist ein Traum: der frühe Morgen, das glasklare Wasser und diese Ruhe! Die Orte am See schlafen noch, der Strand ist leer, nur zwei Angler sind mit ihrem Ruderboot weit rausgefahren und probieren ihr Glück. Kann man denn von einem Ende zum anderen schwimmen? Längs bestimmt nicht, aber quer vielleicht schon. Der Millstätter See ist nach dem Wörthersee der zweitgrößte See Kärntens, er ist 13 Kilometer lang, 1,6 Kilometer breit und misst an der tiefsten Stelle knapp 150 Meter. Er ist ein ganz besonderer See, schon wegen seiner Lage: Im Norden ist er um­geben von den sagenhaften Nockbergen, die um diese Jahreszeit saftig-grün sind und so aussehen, wie sie klingen, nämlich irgendwie rund und knubbelig. Im Westen sieht man die Kreuzeckgruppe und das 2965 Meter hohe Reißeck und im Nordwesten die 3360 Meter hohe Hochalmspitze, um diese Jahreszeit oft noch schneebedeckt. Die beste Aussicht auf den See hat man hoch über dem östlichen Ende, vom Mirnock, den die Kärntner bedeutungsvoll „Weltenberg“ nennen. Wahrscheinlich weil sich um ihn seit Urzeiten Mythen und magische Geschichten ranken. Irgendwie ist es überall rund um den See zu spüren: Die Millstätter lieben ihren See, und sie lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen. Es gibt zum Beispiel die Feuerinsel Cap 4613, eine künstliche Sandinsel, die bei Millstatt im See schwimmt. An schönen Sommerabenden brennen dann Feuerschalen zwischen den Tischen auf der Insel, es gibt Cocktails, wildromantische Abendessen und manchmal auch Konzerte, Künstler, Feuerspucker – ein wunderbarer Platz, um nachmittags mal einen Kaffee zu trinken, den Sonnenuntergang zu genießen oder auch den ganzen Abend zu verbringen.

Es gibt die Buchtenwanderungen, bei denen man mit einem Paddelboot am noch weitgehend unverbauten Südufer des Sees unter fachkundiger Anleitung von Bucht zu Bucht fährt und den See auf eine ganz andere Art erlebt. Mal einsam, mal idyllisch – und wenn man Lust hat, kann man sich dazu auch einen Picknickkorb bestellen und an einem lauschigen Plätzchen ein paar unvergessliche Stunden verbringen. Der schönste Wanderweg der Region aber ist ziemlich neu: Im September wurde der Millstätter-See-Höhensteig eingeweiht, der auf rund 200 Kilometern Länge rund um den See führt. Eine neue Weitwanderstrecke der Extraklasse, bei der in 13 Etappen mehr als 6000 Höhenmeter überwunden werden. 25 Hütten liegen am Weg und acht Plätze mit Geschichte und mit Aussicht: der steinerne Tisch zum Beispiel, das Granat-Tor oder der Sternenbalkon. Es gibt eine ganze Reihe anspruchsvoller Etappen, aber auch einige, die man mit der ganzen Familie gehen kann. Und weil die Menschen am Millstätter See sehr modern sind, kann man die Etappen vorher auf Google Earth betrachten und beim Verkehrsamt GPS-Geräte ausleihen – nur damit nichts schiefgeht. Der Minrock ist eine Art Schicksalsberg für die Bewohner der Region – manchmal findet man auf Wanderungen am Wegesrand Granat, den roten Halbedelstein, der für die Menschen hier lange eine wichtige Einnahmequelle war. Der Granat wurde schon seit jeher geschätzt. Noah soll seine Arche mit einer Leuchte aus Granat beleuchtet haben, für Ägypter, Griechen und Römer war er wertvoller Schmuck, im Mittelalter nannte man ihn „Karfunkel“, weil er so schön leuchtet. Im 19. Jahrhundert war er bekannt als böhmischer Granat und kam doch aus den Stollen der Millstätter Alpe, die das größte Granatvorkommen Mitteleuropas birgt. Heute ist der Bergbau längst nicht mehr rentabel, aber für Urlauber gibt es eine interessante Möglichkeit, in die Welt dieser Halbedelsteine einzutauchen: Das Granat-Museum „Granatium“ in der alten Bergwerkstadt Radenthein zeigt den Halbedelstein in allen seinen Facetten. In einem 300 Meter langen Stollen wurde eine interessante Ausstellung eingerichtet, die Geschichten aus allen Zeiten rund um den roten Karfunkel erzählt. Und zum Abschluss gibt’s für jeden einen Hammer und eine Schutzbrille – dann kann es losgehen. Im Außenbereich des Granatiums liegt eine Bergwand frei, die über und über voll ist mit Granat. Hier findet jeder seinen Schatz, der dann im Foyer des Granatiums gegen ein paar Euro noch den letzten Schliff bekommt.

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Autor

Foto

Foto: Joachim Negwer, Kerstin zu Pan

Datum

10. November 2010
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