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Ein neues Leben mit dem Wohnmobil in den USA

Drei Schwaben wandern nach Kalifornien aus

Ratgeber, Mobile Menschen Foto: Graner 9 Bilder

Vor 18 Jahren machte sich Familie Graner auf ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten und gründete dort eine Reisemobilvermietung. Der Rückblick zeigt einige der Hochs und Tiefs seit 1997.

27.05.2015

Zehn Jahre lang hatten die Graners bei Heilbronn erfolgreich eine Reisemobilvermietung betrieben, bevor sie sich 1997 dazu entschlossen, einen Neustart zu wagen. Sie gaben ihr altes Leben auf und wanderten nach Kalifornien aus. Warum Kalifornien? „Wir haben uns in das Land einfach verliebt“, sagt Gerda Graner. Schon bei der ersten Urlaubsreise 1986 dorthin sagte der American Way of Life den Graners zu. Die US-Westküste wurde schnell das Lieblingsziel der Schwaben aus dem Unterland.

Auswandern nach Kalifornien

Mindestens einmal jährlich flogen sie nach Los Angeles oder San Francisco. Irgendwann reifte die Idee, sich ganz in Kalifornien niederzulassen. Sie kauften ein Haus in Oakley bei San Francisco und fünf nagelneue Motor Homes. Die in Deutschland praktizierte persönliche Kundenansprache bewährte sich auch in der neuen Heimat: Die Auswanderer konzentrierten sich auf deutsche Touristen, die Kalifornien und den Südwesten der USA unter die Räder nehmen wollten. Schon im ersten Jahr nach der Übersiedlung war die Fahrzeugflotte ausgebucht.

Von den amerikanischen „Platzhirschen“ mit ihren großen Vermietflotten unterscheiden sich die Graners bis heute: Es geht familiär zu. Die Fahrzeugübergabe erfolgt gleich nach der Landung der Jets in der Nähe des Flugplatzes von San Francisco – natürlich mit persönlicher Einweisung auf Deutsch. „So ist weder am Anfang noch am Ende einer Reise ein teures Hotel notwendig, und der Urlaub beginnt bereits am ersten Tag“, ist Rudolf Graner stolz. „Und dabei sind wir auch nicht teurer als die großen Anbieter“, betont der Auswanderer. Gratis dazu gibt es Insidertipps wie günstige Einkaufs- sowie Übernachtungsmöglichkeiten. „So können die Leute bis zu 1000 Dollar auf einer Reise sparen“, ist sich Rudolf Graner sicher, „wir kennen uns hier ja aus.“

Spartipp fürs Wohnmobil-Mieten in den USA: Überführungsfahrten

Wer noch mehr sparen will, dem bieten die Graners die Möglichkeit, alljährlich im Frühjahr fabrikneue Wohnmobile vom Herstellerwerk in Elkhard bei Chicago auf den Spuren der legendären Route 66 für kleines Geld quer durch die USA nach Kalifornien zu überführen.
2013 haben Gerda und Rudolf den Betrieb an Sohn Gerry übergeben. Der 29-jährige betreibt das Geschäft mit der gleichen Herzlichkeit, wie sie die Eltern vorgelebt haben. Die machen nun verstärkt, was lange Jahre zu kurz gekommen war: Sie reisen mit dem eigenen Wohnmobil durch die USA. „Es gibt noch so viel zu entdecken“, schwärmt Rudolf Graner. Nicht selten treffen sie auf ihren Touren auch eigene Kunden. „Viele sind längst zu Freunden geworden“, bestätigt Gerry Graner. Einige haben inzwischen sogar ehemalige Graner’sche Mietmobile gekauft. Die Behördengänge vor Ort übernehmen die Graners gern.

US-Reisemobilvermietung spezialisiert auf deutsche Touristen

Ab und an erkundigen sich auch Amerikaner nach den Konditionen, doch zu Abschlüssen kommt es dann eher selten: Für die Einheimischen ist es ungewöhnlich, dass sie ein Wohnmobil monatelang im Voraus reservieren sollen. „Wir sind halt immer schon lange Zeit ausgebucht“, entschuldigt sich Gerry Graner. „Und wesentlich größer soll unsere Flotte auch gar nicht werden“, sagt der Jungunternehmer. „So können wir den familiären Spirit beibehalten.“

Kein Wunder, dass alle drei Graners eine zufriedene Bilanz der eigenen Auswanderergeschichte ziehen: WDeutschland ist ohne Zweifel sehr schön, aber Kalifornien ist halt noch ein bissle schönerW, lacht Gerda Graner mit ihrem noch immer vorhandenen schwäbischen Zungenschlag. Nur eine Quelle für echte Laugenbrezeln hat sie bis heute in Oakley noch nicht ausgemacht.

Übersicht: Neues Leben mit dem Wohnmobil
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promobil Heft 032015
Heft 05 / 2015 8. April 2015 Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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