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Zusatz-Heizung fürs Wohnmobil: Wärme aus dem Tank

promobil-Leser haben im Sauerland Zusatzheizungen von Eberspächer getestet. Bewähren sich die Geräte darin, auch die kalten Ecken im Reisemobil im Winter gut aufzuwärmen? Lohnt sich die Anschaffung?

Aus thermischer Sicht befinden sich Hubbetten in Integrierten am ungünstigsten Platz. Nur wenige Zentimeter entfernt von der Frontscheibe kann es im Winter dort auch mal frostig werden. Wer seine Kinder trotzdem nicht im kalten schlafen lassen will, muss die Heizung weit aufdrehen, schwitzt dann im Heckbett aber häufig selbst. Allternative ist eine Zusatzheizung, die den Frontbereich des Reisemobils gezielt aufwärmt.

Für diesen Zweck bietet sich die Eberspächer Airtronic D2 an, die Brennstoff aus dem Dieseltank des Reisemobils saugt. Ihre Ausströmer können so positioniert werden, dass sie nur ins Fahrerhaus warme Luft abgeben. Was die Kraftstoffheizungen im Winter tatsächlich bringen, haben sechs promobil-Leser jetzt getestet.

Interessant war dabei, dass die Leser ihre Heizungen für völlig unterschiedliche Zwecke einsetzten. Das Fazit der Tester fiel beim Abschlusstreffen Ende Januar im sauerländischen Winterberg ähnlich aus: Alle waren mit der Leistung der Airtronic zufrieden. An ihre Grenzen stieß die Heizung nur, als ein Testerpaar auf mehr als 1500 Meter unterwegs war, was durch die Nachrüstung eines Höhensensors behoben werden konnte.

Der Komfortgewinn ist bisweilen mit kleinen Opfern verbunden. Die Zusatzheizungen brauchen Platz und den findet man nicht immer ohne Weiteres. Im Dethleffs i 6701 "Summer Edition" (Baujahr 2013) von Hans-Jürgen und Anja Lampe musste das Gerät zum Beispiel in den Stauraum im Sitzkasten neben der Tür gebaut werden. Nur von diesem Punkt aus kann die Heizung die warme Luft sowohl unter die Sitzgruppe als auch ins Fahrerhaus blasen.

Auf diese Luftverteilung legt Hans-Jürgen Lampe besonders viel Wert. Er ist oft beruflich mit seinem Reisemobil unterwegs, wobei er sich im Winter bei langen Fahrten nicht immer wohlfühlte. "Dann kam von vorne immer warme Luft von der Fahrzeugheizung und aus dem Wohnraum von hinten kalte. Das Problem hab ich jetzt nicht mehr", sagt er. Denn die neue Kraftstoffheizung kann er auch auf Tour anschalten, sodass es im Cockpit auch unterwegs von hinten warm wird. Gasheizungen dürfen während der Fahrt nur mit Crash-Sensor laufen.

Die Familie Lampe schaltet die Kraftstoffheizung aber auch an, wenn sie auf dem Stellplatz Halt machen. Dann drehen sie den Ausströmer in Richtung der Sitzgruppe. Dort kommt von der Truma-Heizung, deren Ausströmer direkt unter dem des Zusatzgeräts sitzt, nämlich nur wenig Wärme an. Das ist insofern verständlich, weil der Brenner der Gasheizung bei Lampes unter dem Heckbett sitzt. Bis die warme Luft vorne am Sitzkasten angekommen ist, hat sie einiges an Druck verloren. Bei der Kraftstoffheizung ist die Distanz bis zum Ausströmer dagegen kürzer. "Wenn man hier sitzt und die warme Luft unter den Tisch geweht wird, ist das herrlich", sagt Hans-Jürgen Lampe.

Als Panoramaheizer könnte man Petra und Joachim Hüttenhoff scherzhaft bezeichnen. Sie setzen ihre Zusatzheizung ein, um sich die Aussicht freizumachen. Was wie ein Scherz wirkt, hat einen ernsten Hintergrund. Hüttenhoffs Carthago Chic 51 I (Baujahr 2007) hat eine große Frontscheibe. Über die fließt im Winter viel Wärme nach draußen. Isolierte Schutzhüllen könnten den Wärmeverlust vermindern, kämen für das Paar aber nicht in Frage. "Wir haben eine große Frontscheibe, damit wir da rausschauen können", sagt Joachim Hüttenhoff.

Deshalb war für ihn und seine Frau schnell klar, dass ihre Airtronic in das freie Fach im Doppelboden zwischen den Frontsitzen eingebaut wird. An dieser Stelle heizt die Zusatzheizung der Wärmebrücke ein und hält die Glasflächen rund ums Fahrerhaus beschlagfrei. "Wenn ich die Zusatzheizung nur zehn Minuten ausschalte, sieht man schnell wie die Frontscheibe wieder anläuft", sagt Joachim Hüttenhoff.

Die Hüttenhoffs haben auch ein wenig mit den Ausströmern experimentiert. Einer davon ist jetzt im Winkel von 45 Grad auf das Cockpit gerichtet, der zweite leitet die Luft im Winkel von 90 Grad direkt zur Sitzgruppe. "Uns ist auch wichtig, dass wir es hier vorne warm haben können, ohne den Schlafbereich mit aufheizen zu müssen", erklärt Reisemobilistin Petra Hüttenhoff.

Das Paar aus Mülheim brachte die Airtronic im Skiurlaub in Südtirol aber auch an ihre Grenzen. Der Campingplatz in La Villa lag etwa 1500 Meter über dem Meeresspiegel. In solchen Höhen muss dem Diesel mehr Luft beigemischt werden, damit die Heizung noch ihre volle Leistung liefert. Das klappt nur mit einem Luftdrucksensor, den sich Familie Hüttenhoff erst bei dem Abschlusstreffen in Winterberg einbauen ließen. Von der Zusatzheizung im Hymer B 554 (Baujahr 2013) von Bianca und Rüdiger Feldhoff haben in erster Linie die Kinder des Paares profitiert. Die mussten bisher im kalten Hubbett schlafen, das jetzt durch die Airtronic in der Konsole des Beifahrersitzes beheizt wird. Wobei Bianca Feldhoff ausprobieren musste, bis sie die richtige Einstellung fand. "In der ersten Nacht im Winterurlaub haben die Kinder noch gefroren. Als ich die Heizung in der zweiten Nacht hochgedreht habe, lagen sie irgendwann auf gedeckt da und haben geschwitzt", erzählt sie.

Überraschend fand sie dabei, dass ihr Nachwuchs direkt über der laufenden Airtronic schlief und sich trotzdem nicht an den Geräuschen gestört hat. Deshalb sind die Feldhoffs mit der Airtronic auch zufrieden. Da die Empfangsantenne an der Steuereinheit beim Einbau in der Werkstatt nicht vollständig ausgezogen wurde, war die Reichweite der Fernbedienung am Anfang allerdings sehr gering. Das Problem ist mittlerweile behoben. Nur einen Einwand hat Rüdiger Feldhoff: "Die Heizung hat alle Anforderungen erfüllt, die an sie gestellt wurden. Im Nachhinein würde ich mich aber für die größere Version entscheiden, die auch Luft ins Heck verteilt." Er meint die Airtronic D4, die mehr Power hat, dadurch aber mehr als eine Zusatzheizung für einen kleinen Bereich ist. Mit der großen Version der Kraftstoffheizung von Eberspächer erhält man praktisch ein zweites Heizungssystem für das komplette Reisemobil, das unabhängig vom Gas ist. Wer wie die Feldhoffs ein Reisemobil mit genug Platz im Doppelboden hat, kann diese Option in Betracht ziehen. Dann dauert der Einbau allerdings mehrere Tage. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt davon ab, wie viel man von seiner Kraftstoffheizung erwartet.

So wird die Standheizung im Wohnmobil eingebaut
  1. Als Einbauort eignen sich Fächer im Doppelboden oder eben Sitzkästen. Wenn genügend Platz ist, wird noch die beste Position für die Kraftstoffheizung ausgemessen.
  2. Da die Airtronic D2 im Betrieb warm wird, darf sie nicht auf Holzböden befestigt werden. Deshalb muss ein Stück des Unterbodens ausgesägt werden.
  3. Danach setzt der Techniker eine Metallplatte auf das Loch, auf der er die Heizung verschraubt. Es folgen die Ausströmer und die Schläuche für die Warmluftverteilung.
  4. Bei Eberspächer sitzt vor dem Auspuff mit dem Oxikat ein weiterer Filter. So riecht man von den Abgasen, die nach außen geleitet werden, nichts mehr.
  5. Am Unterboden des Reisemobils wird in der Regel auch die Kraftstoffleitung mit der Benzinpumpe montiert. Sie pumpt etwa 0,1 Liter Diesel pro Stunde für die Heizung ab.
  6. Zum Schluss wird das Gerät ans Stromnetz des Fahrzeugs angeschlossen. Der Einbau einer Eberspächer Airtronic D2 dauert je nach Schwierigkeit etwa einen Arbeitstag.
Die Touren der Leser

Nach Südtirol führte die weiteste Reise. Petra und Joachim Hüttenhoff verbrachten in Alta Badia ihren Skiurlaub. Bianca und Rüdiger Feldhoff waren mit ihren Kindern über Silvester in Bad Tölz. Von dort aus standen Abstecher nach Garmisch-Partenkirchen und zum Skifahren nach Lenggries auf dem Plan. Hans-Jürgen Lampe ist mit seinem Mobil oft auf Dienstreise. An Silvester fuhr er mit Frau Anja und Tochter Tabea nach Norddeich an der Nordsee. Der Abschlusstest fand im Januar während des Rodelweltcups in Winterberg im Sauerland statt.

Portraits Redaktion

Foto

Frank Eppler, Bernd Thissen

Datum

6. Mai 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 04/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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