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Sicherheit im Wohnmobil: Schutz vor Einbrechern und Dieben

Wohnmobile werden vor allem in der Urlaubszeit gelegentlich zum Ziel von Einbrechern. Serienmäßige Türen und Fenster leisten dabei oft nur wenig Widerstand. Das richtige Zubehör macht Ihr mobiles Zuhause sicherer.

Aufbautür gegen Brecheisen: ein denkbar ungleicher Kampf. Keine Frage, wer daraus mit Sicherheit am Ende als Sieger hervorgeht. Vielleicht aber kann sich die Tür über die Zeit retten. Denn statistisch gesehen geben die meisten Täter nach ungefähr fünf Minuten auf, weiß Kriminalhauptkommissar Thomas Krauß vom Landeskriminalamt in Baden-Württemberg, Abteilung Technische Kriminalprävention.

Einem entschlossenen Dunkelmann bietet ein Wohnmobil aber mehr Angriffsflächen als bloß die Aufbautür. Man denke nur an die vielen Fenster und Außenklappen. Die gute Nachricht: Im Zubehörhandel gibt es mindestens ebenso viele, wenn nicht noch mehr Komponenten, mit denen Urlauber ihr fahrendes Heim mit Sicherheit vor Einbrechern und Langfingern schützen können

Hundertprozentige Sicherheit ist auch damit nicht zu erreichen. Man kann einem Eindringling das Leben jedoch so schwer wie möglich machen und dadurch zumindest das Risiko deutlich verringern. „Je länger man einen Einbrecher draußen halten kann, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass er aufgibt“, so Krauß.

Keine Angst! Zahlen von Einbrüchen in Wohnmobilen relativ niedrig

Grund zu großer Furcht ist nicht angebracht. Die Polizeistatistik für Wohnmobile ist unauffällig. Die Sachfahndung weist für 2011 bundesweit 218 Wohnmobil-Diebstähle aus. 2010 waren es rund 250 Fälle. Zahlen zu Einbrüchen liegen allerdings ebenso wenig vor wie eine Statistik zu Delikten im Ausland. Deshalb ist von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen. Gleichwohl erreichen die Redaktion auch aus der Leserschaft keine Meldungen, die auf ein gesteigertes Gefährdungspotenzial oder andere Sicherheits-Risiken hinweisen.

Wichtige Verhaltensregeln sollten Reisende dennoch beachten. In Kombination mit dem einen oder anderen Sicherheitszubehör gibt es dann auf einer Wohnmobil-Tour keinen Grund, sich in irgendeiner Form unsicher zu fühlen.

Alarmanlagen im Wohnmobil

Alarmanlagen gehören zu den ersten Dingen, an die man beim Thema Sicherheit denkt. „Sie wirken abschreckend und informieren bei einem Einbruchsversuch die Öffentlichkeit“, erklärt Kommissar Krauß die Vorzüge. Wohnmobile stellen spezielle Ansprüche an derartige Sicherheits- Systeme. Sie sollten beispielsweise auch bei Anwesenheit der Besatzung funktionieren. Bewegungssensoren, die mit Ultraschall oder Infrarot arbeiten, sollten daher separat abschaltbar sein. Andernfalls löst möglicherweise bereits ein durch Zugluft bewegter Vorhang einen Fehlalarm aus.

Wohnmobil-Alarmanlagen arbeiten in der Regel mit Magnetkontakten für Tür, Fenster, Dachluken und Außenklappen, die entweder per Funk oder Kabel mit der Zentraleinheit verbunden sind. Wird bei einer aktivierten Anlage eine abgesicherte Tür unerlaubt geöffnet, schlägt das System Alarm: Akustisch mittels angeschlossener Sirene. Optisch durch Aktivieren der Blinker. Das bringt Sicherheit.

Bei Funksystemen wie der WiPro von Thitronik oder Sopo-Alarm von Linnepe ist der Installationsaufwand im Wohnmobil geringer, dafür sind einzelne Komponenten häufig etwas teurer. Bei kabelgebundenen Anlagen etwa von Dometic Waeco oder Caratec verhält es sich genau umgekehrt.

In neueren Basisfahrzeugen, beginnend mit dem Modellwechsel ab Sommer 2006, kann man die Alarmanlagen an das vorhandene CAN-Bus-System anschließen. Sie sind bequem mit Betätigen der Funkfernbedienung des Zündschlüssels scharf zu schalten und bieten vergleichbare Sicherheit. Außerdem erlauben die Systeme meist Erweiterungen, etwa mit einem Ortungssystem oder einem Gaswarner.

Raubüberfälle im Wohnmobil?

Überfälle auf Wohnmobile, bei denen die Besatzung zuvor mit Gas betäubt worden ist, sind ein viel diskutiertes Thema. Ob es solche Vorfälle tatsächlich gibt oder nicht, ist strittig. „Fallzahlen“, versichert Thomas Krauß, „haben wir keine.“ Wofür also Gaswarner?

Zum Erkennen von Narkosegasen ist ihr Einsatz in der Tat eher zweifelhaft. Zumal es  dafür keine speziell geprüften Melder gibt, wie der Hauptkommissar weiß: „Eine Gewährleistung, dass sie richtig funktionieren, gibt es deshalb nicht.“ Und doch haben die Geräte ihre Berechtigung, wenn sie Propan, Butan und Kohlenmonoxid aufspüren können, bevor diese Gase eine gefährliche Konzentration erreichen. Ein Beispiel wäre etwa der MSG 150 von Dometic Waeco. Die Chance ist groß, dass damit ein etwaiges Leck in der Gasleitung für Heizung oder Kocher frühzeitig entdeckt wird. Soviel Sicherheit sollte sein.

Montiert werden sollten die Warner im Abstand von etwa 30 Zentimeter zum Boden. Der Grund: „Propan und Butan sind schwerer als Luft und sinken zu Boden“, erklärt Krauß. Teilweise können die Geräte wie der Sopo-Alarm plus von Linnepe mit einem Ventilator in der Dachluke gekoppelt werden. Er läuft automatisch an und sorgt für Luftaustausch, falls er Gas registriert. Das sorgt vollautomatisch für Sicherheit.

Ortungssysteme für Wohnmobile

Nicht nur Gas, auch Wohnmobile selbst lassen sich mit technischer Hilfe aufspüren. Wichtig ist dies bei Diebstählen. Spezielle Ortungssysteme machen es möglich. Zu diesem Zweck sind die Geräte mit einer GPS-Antenne ausgestattet. Über sie kann eine hausnummerngenaue Lokalisierung erfolgen. Immer unter der Voraussetzung, der Dieb entfernt sie nicht und parkt nicht in einer Garage, in der das Satelliten-Signal abgeschirmt wird.

Außerdem verfügen die Sicherheits-Systeme über ein GSM-Modul mit einer SIM-Karte, wie man sie aus Handys kennt. Damit wird der Besitzer per Textnachricht oder Anruf informiert, sollte sein Mobil einen vorher bestimmten Korridor verlassen.

Thomas Krauß empfiehlt, bei solchen Sicherheits-Systemen darauf zu achten, dass sie auch im Ausland funktionieren. Stichwort: Roaming. Außerdem sollten sie einen Anruf auslösen. Oder die gesendete Textnachricht genießt im Netz des jeweiligen Mobilfunkbetreibers Priorität. „Bei einer ganz normalen SMS ist eine sofortige Zustellung an den Empfänger nicht automatisch gewährleistet.“

Auch Funklöcher  oder ein leerer Handyakku können verhindern, dass ein Wohnmobilbesitzer über den Verlust seines Fahrzeugs informiert wird. Einige Anbieter von Ortungssystemen, zum Beispiel Caratec, bieten daher den Service, die Diebstahl-Benachrichtigung an eine Art Leitstelle zu übermitteln. Diese leitet alle Maßnahmen zur Wiederbeschaffung des Wohnmobils ein. Dadurch entstehen allerdings zusätzliche monatliche Kosten.

Fahrzeug-Tresore

Neben elektronischen gibt es eine Reihe mechanischer Sicherungssysteme, mit denen man Langfingern die Tour vermasseln kann. Dazu gehören auch Fahrzeugtresore.

Alko, Dometic Waeco oder Mobil-Safe bieten diese Sicherheit und haben "Panzerschränke" in unterschiedlichen Größen im Angebot. Für sie lässt sich in nahezu jedem Wohnmobil irgendwo ein Platz finden. Je nach Größe kann man auch einen Laptop sicher einschließen.
Wichtig ist, dass ein Tresor mit dem Fahrzeug fest verbunden ist. So, dass ein Dieb ihn nicht einfach abmontiert und unter den Arm nimmt. Thomas Krauß empfiehlt zudem ein Zahlenschloss: „Bei einem Schlüssel stellt sich gleich wieder die Sicherheits-Frage, wo man ihn am besten aufbewahrt.“

Einbruchschutzfolie für mehr Sicherheit im Wohnmobil

Zu den mechanischen Sicherungen bietet auch die sogenannte Einbruchschutzfolie Caralux von KM Foliographics recht viel Sicherheit. Sie wird auf der Innenseite der Seitenfenster aufgeklebt, ist nur wenige Mikrometer dick und hält im Falle des Glasbruchs die Splitter zusammen.

Sinn hat der Einsatz einer solchen Folie an den Seitenfenstern des Fahrerhauses. Die Kunststofffenster des Aufbaus unterliegen einer anderen Gefahr. Sie werden aufgehebelt statt eingeschlagen. Oft genügt ein größerer Schraubendreher, wobei vorgehängte Fenster anfälliger als gerahmte sind.

Sperrstangen und Zusatzschlösser

Zur Sicherung bieten sich etwa Sperrstangen von Oelmühle an. Innen angebracht, verkleinern sie den Fensterausschnitt, ein Einsteigen wird unmöglich. Auch außen montiert bringen sie Sicherheit und verhindern das Aufhebeln.

Dagegen sind auch Aufbautüren nicht gefeit, vor allem, wenn sie nur über einen mittigen Verschluss verfügen. Bei älteren Wohnnmobilen ist das oft noch der Fall. Von Thule, Fiamma, Heosolution, Oelmühle oder Abus gibt es Zusatzschlösser für alles: Aufbautür, Fahrerhaustüren und Außenklappen. Auch solche, die speziell für Schiebetüren an Campingbussen konzipiert und, wie zum Beispiel das Heosystem, rundherum gleichschließend sind.

Zu beachten gilt, dass Türen im Notfall als Fluchtweg fungieren müssen. Für eine Tür ist daher eine Sicherung ratsam, die von innen ein zügiges Öffnen ohne Schlüssel erlaubt.
Mit Ausnahme der Radkrallen, bei denen man darauf achten sollte, dass sie zugleich ein Lösen der Radmuttern verhindern, überlässt man den Einbau von Sicherheitszubehör besser einem Fachmann. „Der weiß, wo man etwa Zusatzschlösser am besten anbaut, sodass man sie nicht herausreißen kann“, rät Thomas Krauß.

Das richtige Zubehör richtig eingebaut sorgt für Waffengleichheit im Kampf zwischen Brecheisen und Aufbautür und somit für Sicherheit. Weitere Vorteile bietet ein lebendes Zubehör: Ein Hund an Bord, der Einbrecher verbellt.

Anbieter von Sicherheitstechnik im Wohnmobil

Alarmanlagen

Gaswarner

Ortungssysteme

Fahrzeugtresore

Zusatzschlösser

Einbruchschutzfolie

Radkralle

Tipps: Sicher unterwegs mit dem Wohnmobil

  • Wertgegenstände wie Kameras, Navigations- oder Mobilfunkgeräte niemals offen im Sichtbereich liegen lassen.
  • Überlegen Sie, welche Wertgegenstände und wie viel Geld Sie wirklich brauchen.
  • Wenn möglich, nicht auf einer Autobahnraststätte übernachten. Falls unvermeidbar: Parken Sie Ihr Mobil nicht hinter oder zwischen Lkw (willkommener Sichtschutz für Einbrecher). Besser: unter einer Straßenbeleuchtung.
  • Alarmanlage, falls vorhanden, auch bei Anwesenheit aktivieren.
  • Vermeiden Sie eine direkte Konfrontation mit Einbrechern. Im Zweifel lieber flüchten.
  • Schließen Sie Ihr Fahrzeug inklusive aller Außenklappen grundsätzlich ab, auch wenn Sie es nur kurz verlassen.
  • Vergegenwärtigen Sie sich Ihren Standort. Notieren Sie sich gegebenenfalls Straße und Hausnummer auch in der jeweiligen Landessprache, oder ermitteln Sie mit einem Navigationsgerät Ihre GPS-Daten (vor allem beim freien Stehen).
  • Vor Anbruch der Dunkelheit sollten Sie Ihr Nachtquartier erreicht haben, um sich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Mobiltelefon immer geladen und für den Ernstfall griffbereit ist.
  • Legen Sie einen Köder aus, etwa einen alten Geldbeutel im Handschuhfach mit wertloser Fremdwährung und abgelaufenen Kreditkarten oder eine irreparabel defekte Kamera.
  • Verteilen Sie Ihre Wertsachen im Reisemobil und an schwer zugänglichen Stellen, zum Beispiel im Doppelboden. Einbrecher nehmen sich nur selten die Zeit, alles zu durchsuchen.
  • Servicenummern zum Sperren von Kredit- und EC-Karte notieren und getrennt von den Karten aufbewahren.
  • Fahrzeugschlüssel griffbereit halten und nachts Fahrersitz in Fahrposition, um zur Not schnell wegfahren zu können. Beim freien Stehen sollten Sie deshalb auf das Ausfahren von Hubstützen oder das Anbringen einer Parkkralle verzichten.
  • Bei verdächtigen Geräuschen Licht einschalten.
Ratgeber: Experten-Tipps

Autor

Foto

Frank Eppler, Hersteller

Datum

24. Februar 2012
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