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Reifenbefüllung im Wohnmobil: Wundermittel Stickstoff?

Gelegentlich empfehlen Werkstätten, die Reifen mit Stickstoff statt Luft zu befüllen. Damit soll sich der Kraftstoffverbrauch verringern, und der Fahrkomfort soll steigen. Da ­diese Zusagen in der Praxis kaum nachweisbar sind, scheint das Geschäft mit dem Stickstoff reine Geldmacherei.

Die Befüllung mit Stickstoff wurde ursprünglich für Reifen von Flugzeugen und Gefahrguttransportern entwickelt, damit im Brandfall das aus dem Reifen entweichende Gas die Flammen nicht wie Sauerstoff nährt, sondern sich passiv verhält. Auch das Argument, stickstoffbefüllte Reifen hielten wegen der größeren Moleküle länger ihren Druck, ist eher ein theoretisches. Luft besteht bereits zu 78 Prozent aus Stickstoff, die Befüllung aus dem Automaten enthält etwa 90 Prozent; der praktische Unterschied ist vernachlässig­bar. Aus einem dichten Reifen entweicht in drei Monaten durchschnittlich 0,1 Bar. Um auf Nummer sicher zu gehen, checken gewissenhafte Fahrer bei jeder zweiten Tankung und vor längeren Fahrten den Druck, um so eventuelle Reifen- und Ventilschäden frühzeitig zu erkennen.
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Datum

27. Dezember 2006
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