Fjord 11 Bilder Zoom

Wohnmobil-Tour durch Südnorwegen: Eine Reise durch den sonnigen Teil Norwegens

Wegen des milden Klimas, der herrlichen Badestrände am Meer und der atemberaubenden Natur mit Gletschern und Fjorden gilt der Süden Norwegens als das "Sonnenland des Nordens". Zu Recht, meint promobil

Die sonnenverwöhnte Skagerrak-Küste ist Norwegens Riviera: blank gewaschene Felsen, blaues Meer, dazwischen kleine Buchten mit weißem Sand. Die ganze Vielfalt der nördlichen Meeresexotik aufgefädelt wie auf einer Perlenkette, die sich zwischen Risør und Kristiansand an die Südküste des Landes legt. 

Die Schären – Norwegens Sonnenküste

Die schönste Art, diese vielseitige Küste vom Wasser her zu sehen, ist eine Fahrt mit der M/B Øya. Sie fährt täglich in den Sommermonaten um 10 Uhr von Lillesand, der Stadt mit den blütenweißen, rosenumrankten Holzhäusern, bis nach Kristiansand – durch den Schärenkanal Blindleia, vorbei an unzähligen kleinen Felseninseln mit bunten Ferienhäusern und am alten Seglerhafen Brekkestø. Überall weht die norwegische Flagge im Wind, und an jedem Häuschen schaukelt am Steg das dazugehörige Boot. In Kristiansand lohnt ein Bummel durch die quirlige Metropole und Norwegens Fährhafen mit der wichtigsten Verbindung nach Dänemark. www.blindleia.no

Jostedalsbreen – Europas größter Festlandgletscher

Eis, jahrtausendealt, schiebt sich im oberen Jostedal vom Jostedalsbreen, Europas größtem Festlandgletscher, bis hinunter ins Tal. Dort kalbt der Nigardsbreen, so heißt die Gletscherzunge am Talschluss, in einen natürlichen Stausee, der mit türkisblauem Wasser gefüllt ist – einer der schönsten und auch ruhigsten Plätze im nördlichen Fjordland. Der Gletscher ist über eine nicht asphaltierte, aber recht gut ausgebaute Privatstraße zu erreichen. Vom dortigen Parkplatz spaziert man eine knappe Stunde über glatte Felsen bis zur Gletscherzunge, die einem gefrorenen Strom aus ewigem Eis ähnelt. Spätestens jetzt versteht man, warum die gesamte Region in Norwegisch als Breheim, übersetzt "Gletscherheim", bezeichnet wird. http://jostedal.com 

Panoramablick mit Kick

Fast könnte man meinen, der Lysefjord nahe Stavanger wäre mit einer riesigen Axt aus dem Granit gehauen worden. Die berühmteste Naturattraktion Norwegens ist der Preikestolen, der Predigerstuhl. Das quadratische Felsplateau ragt schwindelerregende 604 Meter hoch über den grünblau schimmernden Fjord. Den Ausblick verdient man sich mit einer gut zweistündigen Wanderung. Der mit einem "T" markierte, gut gesicherte Anstieg durch unwegsames Gelände beginnt am Parkplatz der Preikestolhytta und führt über einen Höhenrücken auf die luftig vorspringende Felskanzel. Wer es noch abenteuerlicher mag, steigt auf den 1089 Meter hohen Kjerag, den höchsten Gipfel am Lysefjord. Der Aufstieg ist 570 Höhenmeter lang und etwas für geübte Wanderer. Er führt über glatte, steile Felsen und ist teilweise mit Ketten gesichert. Zu Norwegens spektakulärstem und luftigstem Aussichtsplatz klettert man am Westrand des Plateaus auf den Kjeragbolten, einen mehr als 1000 Meter über dem Abgrund zwischen zwei Felsen eingeklemmten Stein. 

Telemarkkanal

Das Dalen Hotel, das wohl schönste historische Hotel Norwegens, ähnelt einem riesigen Hexenhaus. Ende des 19. Jahrhunderts im Drachenstil erbaut, steht es im kleinen Ort Dalen am Ufer des Bandak-Sees. Dort endet der Telemarkkanal. Dem Besitzer des Hotels, Thor Halvorsen, gehört auch die M/S Hendrik Ibsen, ein 1907 gebauter Dampfer, der abwechselnd mit der M/S Victoria, die schon 1892 in Dienst gestellt wurde, den 105 Kilometer langen Telemarkkanal befährt. Die beiden Schiffe verbinden das am südlichen Rand der Hardangervidda liegende Dalen mit Skien an der Schärenküste. Gemütlich tuckert der frisch renovierte Nostalgiedampfer Hendrik Ibsen auf Europas spektakulärster Wasserstraße, vorbei an kleinen Höfen und dichten Wäldern, in Richtung Süden. Gemütlicher kann man das abwechslungsreiche Hinterland der Telemark kaum bereisen. Die üppige Landschaft spiegelt sich im glasklaren Wasser der vielen Seen. Die Strecke besteht zum größten Teil aus natürlichen Wasserwegen, die durch Kanäle miteinander verbunden sind. Über Schleusen bewältigen die Schiffe einen Höhenunterschied von 72 Metern. Der Kanal wurde 1892 nach einer Bauzeit von fünf Jahren fertiggestellt und in Europa als "achtes Weltwunder" gefeiert. www.visittelemark.no 

Designer-Architektur im Nirgendwo

An der E 6, nördlich von Hjerkinn in der Gemeinde Dovre auf dem renaturierten Gelände der Tverrfjell-Gruben liegt der gleichnamige Parkplatz. Von dort folgt man dem Naturlehrpfad eineinhalb Kilometer auf eine Anhöhe. Dort steht man plötzlich vor einer großen, stylischen Stahl-Box. Die Panoramafront gegen Norden ist komplett aus Glas, die Rückseite in geschwungenem Holz. In der Raummitte hängt ein offener Kamin. Windgeschützt sitzt man hier und hat einen herrlichen Panoramablick auf den Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark mit seinen angezuckerten Bergen. Mit etwas Glück kann man grasende Moschusochsen in freier Wildbahn beobachten. Das Gebäude wurde 2011 "World Building of the Year". 

Der besondere Tipp:

Ein Himmelsschiff vor Anker. Stabkirchen sind Glanzlichter sakraler Holzbaukunst. Einst gab es mehr als 1000 davon, heute sind in Norwegen nur noch 31 erhalten, die meisten in Südnorwegen. Die größte und mit ihrem pagodenartigen Dach schönste steht in Notodden im Ortsteil Heddal direkt an der E 134. www.heddalstavkirke.no

Alle Infos zur Wohnmobil-Tour nach Südnorwegen im Überblick

Anreise:
Die kürzeste Verbindung ist die Fähre von Hirtshals nach Kristiansand (z. B. Fjord Line, www.fjordline.com). Nachts sind die Tarife meist preiswert. Ggf. etwas günstiger, aber viel länger ist die Anfahrt über die Brücken Großer Belt und Öresund. Infos unter www.storebaelt.dk und www.oresundsbron.com

Autofahren:
Lichtpflicht auch tagsüber. Höchstgeschwindigkeiten: 50/80 km/h innerhalb/außerhalb von Ortschaften; Autobahnen 90–100 km/h, über 3,5 t 80 km/h. Hohe Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen. In Südnorwegen viele gebührenpflichtige Straßen mit automatischen Mautstationen. Wie das System funktioniert, unbedingt vor Reiseantritt unter www.autopass.no nachlesen! 

Geld:
Bargeldtausch nur in Großstädten in Postämtern und am Flughafen. Kreditkarten werden nahezu überall akzeptiert. 

Auskunft: 
Innovation Norway
Caffamacherreihe 5, 20355 Hamburg,
Telefon: 0 40/2 29 41 50, www.innovationnorway.no, www.visitnorway.de, nützlich auch www.norwegen-camping.com 

Stellplatz-Tipps:

N-4790 Lillesand
Lillesand Bobilhavn
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 25 Mobile beim Stadthafen am Fjord. Markierte asphaltierte Stellflächen. Stadtzentrum 500 m. 275–300 NOK pro Nacht und Mobil inklusive Strom, Ver- und Entsorgung, Dusche. Ganzjährig nutzbar.
Standort: Kokkenes 18, GPS 58°14’49”N, 08°23’01”O
Telefon 0047/99361500
www.lillesand.kommune.no

N-2686 Lom
Stellplatz an der Stavkyrkje
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 120 Mobile auf teilweise befestigtem Untergrund und Wiese. Beleuchtet und bewacht. Behindertengerechte sanitäre Einrichtungen, Waschmaschine, Trockner, Spielplatz vor Ort. Supermarkt, Cafeteria, Snacks nebenan. Stabkirche 600 m. 30–35 Euro pro Nacht und Mobil. Strom (16 A): 4,25 Euro. Saison: 10. Mai–11. Oktober.
Standort: Tronobergvn, GPS 61°50’22”N, 08°34’13”O
Telefon 00 47/61 21 93 00
www.nordalturistsenter.no 

N-3674 Notodden
Notodden Bobilcamp Nesøya
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 13 Mobile an der Flussmündung im Norden des Heddalsvatnet. Markierte Stellflächen. Supermarkt 400 m, Ortszentrum 500 m. Max. Aufenthalt: 48 Stunden. 150 NOK pro Nacht und Mobil inklusive Strom und Wasser. Dusche und WC gegen Gebühr. Ganzjährig.
Standort: Heddalsvegen 38, GPS 59°33’33”N, 09°14’56”O
Telefon 0047/41395701
www.notodden.kommune.no

N-4950 Risor 
Risør Parkering
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 12 Mobile auf einem Parkplatz im Ortszentrum. Infotafel. Restaurants ab 300 m. 20 NOK pro Stunde und Mobil, max. 100 NOK. Ganzjährig.
Standort: Tjenngata 9, GPS 58°43’14”N, 09°13’36”O
Telefon 0047/37149600
www.risor.kommune.no

N-4120 Tau 
Stellplatz am Hafen
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 4 Mobile am Ende der Mole, mit Blick auf den Fährhafen nach Stavanger. Geschotterter Untergrund. Stadtzentrum 1 km. 150 NOK pro Nacht und Mobil. Ganzjährig.
Standort: Kvernvegen, GPS 59°03’41”N, 05°54’37”O
Telefon 00 47/51 75 95 10


N-3880 Tokke 

Stellplatz am Yachthafen Dalen
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 8 Mobile. Geschotterter Untergrund. Kiosk, Spielplatz, Restaurant und Bar in unmittelbarer Nähe. Läden im Ort 800 m. 200 NOK pro Nacht und Mobil inklusive Strom, Ver- und Entsorgung, Dusche + WC. Ganzjährig nutzbar.
Standort: Storvegen, GPS 59°26’42”N, 08°01’17”O
Telefon 00 47/35 07 56 56
www.visitdalen.com

Autor

Foto

Fotos: Udo Bernhart

Datum

10. Juni 2017
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 06/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle News +++
+++ Alle Tests +++
+++ Viele Tipps +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

Videos
Gewinnspiel 01:07 Technik Caravane 2017 - Video vor einem Tag
0 Aufrufe
Heck 09:56 Frankia I 840 Plus im Test vor einer Woche
572 Aufrufe
  • Alle Bereiche
  • News
  • Tests
  • Stellplätze
  • Reise
  • Ratgeber
  • Zubehör
  • Video