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Schutzbriefe für Wohnmobile: Auf der sicheren Seite

Bei Notfällen gewappnet zu sein - das versprechen Kfz-Schutzbriefe. An neun konkreten Beispielen erfahren Sie alles über Leistungen, Kosten und Nutzen.

Bereits ein geplatzter Reifen reicht aus, um dem schönsten Urlaub einen Dämpfer zu verpassen. Und auch wenn mit dem Fahrzeug alles in bester Ordnung ist, kann eine plötzliche Erkrankung eine kostspielige medizinische Behandlung oder auch einen Rücktransport zum Wohnort notwendig machen. Damit man in solchen Notfällen nicht auf sich allein gestellt ist, bieten Autoclubs und Versicherungsgesellschaften zusätzlich zu Haftpflicht- und Kaskoversicherung Schutzbriefe an. Die Schutzbriefleistungen erstrecken sich von Pannenhilfe über Bergung bis hin zum Krankentransport oder der Rückholung von Kindern. Doch längst nicht alle Schutzbriefe leisten dasselbe, wer vergleichen will, muss sich durch viel Kleingedrucktes kämpfen.

Vier-Tonner meist kategorisch ausgeschlossen

Einige Schutzbriefe schließen Reisemobile über vier Tonnen kategorisch aus ihrem Leistungsumfang aus. Darauf sollte man bei der Wahl achten, ebenso auf Faktoren wie die Übernahme von Mietwagenkosten, Reisehöchstdauer und, nicht zuletzt, die Kosten für den Schutzbrief selbst. Daher hat promobil die Leistungen von drei Autoclubs und sechs Versicherungen unter die Lupe genommen und für Sie sortiert.

Die Automobilclubs in Deutschland locken ihre Kunden vor allem mit dem Versprechen, im Notfall zur Stelle zu sein. Die klassischen Schutzbriefleistungen sind im Mitgliedsbeitrag enthalten. Beim ADAC umfasst die Plus-Mitgliedschaft alle wesentlichen Punkte (siehe Steckbrief). Weitere Leistungen sind zum Beispiel Ersatzteilversand ins Ausland, Dokumentenersatz oder ein Autoschlüsselservice bis zu einer Höchstsumme von 120 Euro, wobei die Kosten für Ersatzschlüssel nicht übernommen werden. Bei fahrzeugbezogenen Leistungen ist es übrigens egal, wie lange die Reise dauert: Sie werden vom ADAC immer gewährt. Bei personenbezogenen gilt eine Höchstdauer der Reise von 92 Tagen in Europa, für den Rest der Welt 45 Tage.

Muss man die Reise aus einem wichtigen Grund, beispielsweise Erkrankung oder Tod eines nahen Verwandten, abbrechen, so übernimmt der ADAC die zusätzlichen Rückreisekosten bis zu einer Obergrenze von 2600 Euro. Allgemein spricht für den ADAC vor allem die hohe Dichte an Hilfsfahrzeugen, die zügige Unterstützung gewährleistet.

AvD bietet einen Schutzbrief für sechs Wochen Reisedauer

Die Schutzbrief-Leistungen des AvD (Automobilclub von Deutschland) sind nur bis zu einer maximalen Reisedauer von sechs Wochen abrufbar. Fällt in dieser Zeit das Reisemobil unterwegs aus, so übernimmt der AvD die Kosten der Heimreise mit der Bahn 1. Klasse beziehungsweise ab einer Entfernung vom Heimatort von über 1000 Kilometer mit dem Flugzeug - viele andere Anbieter bezahlen den Flug erst ab einer Entfernung von 1200 Kilometern. Der Ersatz von Dokumenten, die für die Weiterreise unentbehrlich sind, wird bis maximal 260 Euro übernommen. Bei rechtlichen Schwierigkeiten im Ausland werden Anwaltskosten bis 2500 Euro und Strafkautionen bis 15 000 Euro gestellt. Im Gegensatz zu den anderen beiden Autoclubs darf das Gewicht des Reisemobils nur bei maximal vier Tonnen liegen.

Der Krankenrücktransport wird sowohl in medizinisch notwendigen als auch in medizinisch sinnvollen Fällen durchgeführt. Hintergrund ist folgender: Entspricht die medizinische Versorgung am Urlaubsort nicht dem deutschen Standard, so wird in der Regel die Verlegung eines Patienten vom behandelnden Arzt angeordnet. Dieser Fall wird „medizinisch notwendig“ genannt.

Der „medizinisch sinnvolle“ Fall tritt ein, wenn die medizinischen Standards im Reiseland den deutschen entsprechen, der Patient aber trotzdem zu Hause behandelt werden will. Sind die Heilungschancen zu Hause besser, ist ein Rücktransport medizinisch sinnvoll. Deckt der Schutzbrief das nicht ab, muss man den Heimtransport selbst bezahlen. Stirbt eine versicherte Person, so übernimmt der AvD die Kosten für die Überführung oder sorgt, wenn gewünscht, für eine Bestattung vor Ort.

ACE hat den medidizinisch sinnvollen Rücktransport inbegriffen

Beim ACE (Auto Club Europa) ist ebenfalls der medizinisch sinnvolle Krankenrücktransport im Schutzbrief beziehungsweise der Mitgliedschaft inbegriffen. Die Reisehöchstdauer beträgt sechs Wochen. Alle Leistungen gelten für den Versicherten, seinen Ehe- oder eingetragenen Lebenspartner, minderjährige Kinder sowie sämtliche privat auf ihn zugelassenen Fahrzeuge.

Bei der Allianz gibt es den Schutzbrief Allianz-Mobil auch solo. Das heißt, man kann seine Kfz-Versicherung auch bei einem anderen Anbieter abschließen. Eine Alternative dazu ist die Haftpflichtversicherung mit integriertem Schutzbrief (Auto-Plus), die aber nur europaweit gültig ist und nicht wie der separate Schutzbrief weltweit. Die Kosten für Krankenbesuche im Ausland werden bis zu einer Höhe von 500 Euro übernommen, darunter fallen Übernachtungs- sowie Reisekosten. Schließt man den Schutzbrief für drei Jahre ab, so kostet er bei jährlicher Zahlungsweise 50,78 Euro – man spart im Jahr damit knapp sechs Euro.

Für Besitzer hoher und schwerer Reisemobile eignet sich der Schutzbrief von Europ: Hier sind auch Fahrzeuge mit bis zu 9,9 Tonnen Gewicht zugelassen. Eine Einschränkung gibt es allerdings an anderer Stelle, denn das Reisemobil darf bei Vertragsabschluss nicht älter als sieben Jahre sein. Etwas irreführend ist der Name des Schutzbriefs: Eura Business Wohnmobil-Schutz. Obwohl er das Business im Namen führt, gilt er nach Aussagen von Europ ebenso für Privatfahrzeuge. Wer sein Reisemobil nur saisonal nutzt, hat bei Europ die Möglichkeit, den Schutzbrief für vier Monate abzuschließen. Kostenpunkt: 48 Euro plus zwölf Euro für jeden weiteren Monat. Personenbezogene Leistungen enthält der Schutzbrief von Europ nicht.

Besonders günstig ist der Schutzbrief der Gothaer, den es allerdings nur in Verbindung mit einer Haftpflicht gibt. Der Gothaer Auto-Mobil Schutzbrief ist fahrzeugbezogen. Somit können die Leistungen bei Benutzung des versicherten Reisemobils durch den Versicherungsnehmer, den Halter, den Eigentümer und den Fahrer des Fahrzeugs in Anspruch genommen werden. Bei der Regelung zum Kostenersatz für Mietfahrzeuge sollte man beachten, dass unter einer Mindestentfernung von 50 Kilometern zwischen Unfall- und Wohnort die Kosten nur für maximal fünf Tage à 52 Euro übernommen werden.

R+V bietet besondere Variante des Schutzbriefes

Bei R+V kann man neben dem einfachen Schutzbrief auch den Schutzbrief Plus für 33,50 Euro im Jahr abschließen. Diese erweiterte Variante enthält zusätzlich die Leistung, dass bei unverschuldeten Unfällen im Ausland die Schadenregulierung nach deutschem Schadenersatzrecht durchgeführt wird und nicht nach dem des jeweiligen Landes. Bei einem notwendigen Reiseabbruch übernimmt R+V zusätzlich anfallende Kosten bis zu 3000 Euro, für Krankenbesuche immerhin 600 Euro. Beides liegt über dem Durchschnitt der anderen hier vorgestellten Schutzbriefe.

Dem Schutzbrief von RMV merkt man an, dass er speziell für Reisemobile gedacht ist. Neben einer hohen Abschleppkostenübernahme von 400 Euro liegt auch die Regelung zu einem Mietfahrzeug mit bis zu 700 Euro deutlich über dem Durchschnitt.

Begrenzungen bei den Dimensionen und dem Gewicht des Fahrzeugs gibt es nicht. Dem Urlaubsverhalten vieler Reisemobilisten angepasst ist auch die üppige Höchstreisedauer von sechs Monaten. Darüber hinaus im Schutzbrief inbegriffen ist der Auslandsschutz bei unverschuldeten Unfällen. Die Abrechnung erfolgt über den deutschen Versicherer und nicht nach ausländischem Recht.

Bei der WGV dürfen Fahrzeuge bei Vertragsbeginn nicht älter als zehn Jahre sein. Die maximale Reisedauer beträgt sechs Wochen. Bei Auslandsreisen werden Anwaltskosten in Höhe von 500 Euro vorgestreckt, Strafkautionen bis zu 2500 Euro.

Fazit

Den idealen Schutzbrief kann man nicht küren, das zeigt sich bei der Vielzahl der dargestellten Leistungen. Viel mehr muss jeder seinen Bedürfnissen entsprechend wählen. Besitzer schwerer und hoher Reisemobile müssen tendenziell tiefer in die Tasche greifen und haben auch nicht so eine große Auswahl wie die Fahrer leichterer Fahrzeuge.

Der Gang zu einem Versicherungsmakler wie beispielsweise ESV Schwenger oder Accura lohnt sich oft, weil diese attraktive Konditionen anbieten können. Vergleichen zahlt sich aus. Bei der Menge an Angeboten auf dem Markt ist bestimmt für jeden das richtige dabei – für einen sorgenfreien Urlaub und ein sicheres Gefühl.

Alle Infos zu den Autoclubs und Versicherungsgesellschaften finden Sie auf der nächsten Seite zusammengefasst.

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Datum

31. August 2013
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