Reise-Service: Fähren in Nordeuropa 11 Bilder Zoom

Fähren in Nordeuropa: Über alle Meere

Nordsee, Ostsee, Nordatlantik: So gelangen Sie mit Ihrem Wohnmobil bequem und erlebnisreich auf die Britischen Inseln, nach Irland, Island, Färöer, Skandinavien und in die baltischen Staaten.

Zugegeben, tatsächlich "alle Meere" können wir hier nicht behandeln. In diesem top aktuellen Fähren-Service von promobil finden Sie zwar auch einen kleinen Hinweis auf brandneue, allem Anschein nach luxuriöse Fährpassagen durch das Schwarze Meer, aber ansonsten begnügen wir uns mit dem Ärmelkanal, dem Nordatlantik, der Nord- und der Ostsee. Da gibt es indes genügend Wasser, das sich Wohnmobilurlaubern aus dem deutschsprachigen Raum zwischen Ausgangspunkt und verlockende Reiseziele drängen kann.

Fährpassage: nur ein notwendiges Übel?

Die Serviceinformationen in der großen Übersicht, aber auch die Preisbeispiele und die vielen Tipps hier in diesem Text sollen Ihnen helfen, jene Wassermassen zu überwinden, die sich Ihrem Entdeckerdrang in den Weg legen, und Ihnen die Grundlagen für eine vernünftige Reiseplanung liefern. Wir wären aber keine Wohnmobilfahrer, wenn wir lediglich möglichst störungsfrei von A nach B gelangen wollten. Das Unterwegssein interessiert uns – und eine Fährpassage ist eine schöne Variante davon, eine Art Kreuzfahrt im Miniaturformat – je nach Komfort des betreffenden Fährschiffs mit vielfältiger Gastronomie, Einkaufsmöglichkeiten, Casino, Kino, Musik und Tanz, Kinderanimation und piekfeinen Wellnesseinrichtungen. Frische Seeluft gibt’s sowieso gratis dazu.

? Einschiffung: Risiko für Mensch und Material?

Meist hilft eine Beschilderung beim Finden des Hafenterminals. Dort gibt es Warte- und Fahrspuren für Autos, Lkw und Wohnmobile. Vorsichtige orientieren sich frühzeitig über die Verhältnisse telefonisch beim Hafenbüro oder per Internet. www.aferry.de zum Beispiel enthält Karten und Beschreibungen der wichtigen Fährhäfen. Die Wartezeit im Hafen nutzt man, um die Reisetasche zu packen: In der Regel hat man während der Überfahrt keinen Zugang zum Fahrzeug. Wenn die Einschiffung beginnt, lässt man sich vom Personal über eine in der Regel ebene und breite Rampe durch eine riesige Öffnung in das Heck oder den Bug des Schiffes lotsen. Einweiser geben an, wo man sein Mobil im Schiffsrumpf abstellt. Handbremse ziehen, Gang einlegen, spätestens jetzt die Gasflasche zudrehen, Reisetasche schnappen, Fahrzeug abschließen und sich per Treppe oder Aufzug in den Passagierteil begeben – fertig.

? Wie kommen die Ticketpreise zustande?

Fahrzeugpreise steigen mit ihrem Raumbedarf, vor allem mit der Länge und der Höhe. Wer für die Übernachtung eine Kabine bucht, bezahlt je nach deren Größe, Ausstattung und Lage – Außenkabinen mit Fenster zum Beispiel sind begehrt und entsprechend teurer als Innenkabinen. Außerdem spielen Abfahrstag und -zeit eine Rolle: Über den Preis versuchen die Reedereien, Anreize für eine gleichmäßigere Auslastung der eingesetzten Schiffe zu schaffen. Während für kleine Hüpfer etwa über einen Fjord noch fixe Preislisten existieren, hat sich für die größeren Passagen im Norden durchweg ein flexibles Preissystem etabliert. Ähnlich wie bei Flugreisen variieren die Preise je nach Buchungsstand. In der Praxis bedeutet dies: Wer in der Hauptsaison und zu erfahrungsgemäß stark nachgefragten Terminen reisen will, kann gar nicht früh genug buchen. Wer hingegen zu schwachen Saisonzeiten unterwegs und dann noch zeitlich flexibel ist, muss sich nicht festlegen und kann auch ganz kurzfristig günstig übersetzen.

Was kosten gängige Fährpassagen?

Aus dem Gesagten wird deutlich, dass Preise individuell ermittelt werden müssen, da sie von zahlreichen Faktoren abhängen. Trotzdem sollen einige Beispiele genannt werden, damit die Größenordnung vorstellbar wird. Die Beispiele beruhen auf folgender Konstellation: Es bucht ein Paar, 53 und 55 Jahre alt, mit einem Acht-Meter-Mobil, 3,20 Meter hoch, 2,30 Meter breit, Ende Februar 2014 eine Passage für den 2. Mai 2014. Fakultative Kosten etwa für Kabine, Pullmansessel oder Verpflegung sind im Preisbeispiel nicht berücksichtigt.

Die einfache Querung des Ärmelkanals käme unter diesen Voraussetzungen bei DFDS Seaways im günstigsten Fall auf 52 Euro (Dünkirchen–Dover), bei P & O Ferries (Calais–Dover) auf 57,50 Euro. Myferrylink verlangt für Calais–Dover 55 Euro. Britanny Ferries ruft für die längere Überfahrt Caen–Portsmouth wenig konkurrenzfähige 256 Euro auf, während man mit Stena Line für 130 Euro von Hoek van Holland nach Harwich schippert. Die Fahrt mit einem Mobil gleich welcher Größe und bis zu neun Personen durch den Eurotunnel kommt auf mindestens 108 Euro.

Einige skandinavische Beispiele: Puttgarden–Rødby (Dänemark) bekommt unser mobiles Pärchen bei Scandlines am 2. Mai ab 60 Euro. Von Rostock nach Trelleborg (Schweden) wären bei TT-Line mindestens 84 Euro fällig, bei Stena Line 120 Euro. Von Kiel nach Oslo (Norwegen) zu reisen käme bei Color Line unter den genannten Voraussetzungen inklusive Kabine auf 788 Euro; zwei Tage später wären es nur 564 Euro. Bei derselben Reederei würde die Fahrt Hirtshals–Kristiansand am 2. Mai 198 Euro kosten, am 4. Mai hingegen 280 Euro. Fjord Line bedient letztere Route zu etwas günstigeren Preisen, aber erst ab15. Mai. Für 180 Euro käme unser Beispielpaar mit Mobil am 2. Mai mit Fjord Line von Hirtshals nach Stavanger.

Katz und Hund: Dürfen Haustiere mit an Bord?

"Auch Ihre vierbeinigen Familienmitglieder werden die Reise mit der Fähre mögen", schreibt der Verband der Fährschifffahrt und Fährtouristik dazu (www.faehrverband.org). "Ihr Hund darf natürlich während der gesamten Reise bei Ihnen bleiben. An Bord gibt es auf großzügigen Außendecks genügend Auslauf, und auch für eine Hundetoilette ist gesorgt. Auf Nachtüberfahrten werden oft spezielle Haustierkabinen angeboten." Trotzdem sollte man die Beförderungsbedingungen studieren. Gelegentlich müssen Tiere auch in Zwingern untergebracht werden. Haustierbesitzer sollten sich früh kümmern, die Zahl der Haustierkabinen ist begrenzt.

Aktuell: Was tut sich bei den Nord-Fähren?

Von Frühbucher- und Schnäppchenangeboten war bereits in promobil 2/2014 die Rede. Stena Line lockt mit dem "Economy-Kompakt-Tarif" für die Passage Kiel–Göteborg; das Wohnmobil fährt hier zum Pkw-Tarif mit, 25 Euro Zuschlag sind nur vom 16. Juni bis 10. August fällig. Vergünstigungen gibt es auch auf den Routen von Sassnitz und Rostock sowie für Inhaber der "Camping Key Europe"- Karte. Für Reisen nach Irland bietet Stena Kombi-Tickets an. Auch Scandlines gewährt Karteninhabern Rabatt. Außerdem reist man hier mit dem neuen "Camping-Smart Ticket" auf der Linie Rostock–Gedser nachts günstiger. Mit dem "Öresund-Ticket" kombiniert man Fährpassage und Brückenmaut. "Premium Rückfahr Knaller" heißt ein Angebot von TT-Line. Damit fahren bis zu fünf Personen mit Wohnmobil bis sechs Meter Länge ab 228 Euro von Travemünde nach Trelleborg und zurück; für längere Mobile wird ein um 50 Prozent reduzierter Längenzuschlag berechnet. Fjord Line kalkuliert die Route Hirtshals–Langesund besonders günstig und gewährt DCC-Mitgliedern hier Rabatt. Færgen reduziert die Preise für Wohnmobile über 3,5 Tonnen. DFDS Seaways hat die Route Sassnitz–Klaipeda geschlossen. Tallink Silja und Stena Line hingegen erweitern ihr Kombi-Routennetz, mit dem Urlauber via Schweden nach Turku, Helsinki, Tallinn oder Riga reisen können. Irish Ferries schafft erstmals eine Fährverbindung vom französischen Hafen Cherbourg nach Dublin (Irland) und erhöht die Abfahrtenfrequenz zwischen Großbritannien und Irland.
Auch in Sachen Umweltverträglichkeit tut sich was. Scandlines investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in eine neuartige Kombination aus Hybridtechnologie und Abgaswäscherei für den Einsatz auf der Route Puttgarden–Rødby. Fjord Line setzt ab dem 3. April die Kreuzfahrtfähre Bergensfjord ein, bereits ihr zweites Schiff mit äußerst umweltschonendem Gasantrieb.

Übernachten am Hafen

Am Vortag anreisen und in Hafennähe nächtigen: Das entstresst, vor allem wenn man eine Passage vorab fest gebucht hat. Die promobil-Stellplatz-App, www.promobil.de und der Stellplatz-Atlas helfen dabei, passende Übernachtungsmöglichkeiten zu finden. Großbritannien-Urlauber finden zum Beispiel in Bergues nahe Dünkirchen einen guten Platz, in Calais sogar einen direkt am Fährhafen, ebenso in Dieppe und Le Havre. In Canterbury, unweit von Dover und Folkestone, gibt es gleich drei, allerdings nicht durchweg positiv beleumundete Stellplätze. Auch in Amsterdam und Hoek van Holland (Delft) wird man fündig. Wer nach Skandinavien, ins Baltikum, nach Finnland oder Russland unterwegs ist, kann ebenfalls nahe der meisten relevanten Abfahrtshäfen einen Wohnmobilstellplatz ansteuern. In Kiel zum Beispiel den Stellplatz Förde- und Kanalblick, in Travemünde/Lübeck den Stellplatz am Fischereihafen, in Rostock den Stellplatz am P&R Strand Mitte, in Sassnitz den Stellplatz am Stadthafen. Wer sich in Puttgarden einschiffen will, kann auf Fehmarn zwischen zahlreichen Alternativen wählen. Norwegen-Fahrer, die in Hirtshals oder Frederikshavn auf die Fähre möchten, finden immerhin im etwa 45 Kilometer entfernten Skagen einen kleinen Stellplatz.

Stefan Weidenfeld

Foto

Hansaschiff, Tallink Silja Line/Magnus Rietz, Fjord Line, Syltfähre, TT-Line, Viking Line, Scandlines

Datum

23. April 2014
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