Ratgeber: Kleben und Dichten 10 Bilder Zoom

Praxis-Tipp : Kleben und Dichten

Klebe- und Dichtmittel kommen bei nahezu allen Arbeiten am Wohnmobil zum Einsatz. Wer in Eigenregie kleinere Schäden repariert oder Zubehör montiert, sollte wissen, wofür welches Mittel geeignet ist.

Ein kleiner Bastler oder Tüftler steckt fast in jedem Wohnmobilfahrer. Manchmal notgedrungen, weil unterwegs etwas kaputtgegangen und eine Werkstatt außer Reichweite ist. Manchmal aus purer Freude am Heimwerken. Oder um Kosten zu sparen. Worin auch immer die Motivation liegt, schon bei kleinen Reparatur- oder Montagearbeiten und sei es nur, dass außen am Wohnmobil eine Schraube eingedreht wird - dürfen Klebe- und Dichtmittel nicht fehlen.

Wofür sind Klebe- und Dichtmittel gut?

Sie schützen ein Wohnmobil vor eindringender Feuchtigkeit, die Holz im Aufbau schimmeln und unter Umständen sogar verrotten und instabil werden lässt. Die in Fachwerkstätten genutzten Klebe- und Dichtmittel sind im gut sortierten Zubehörhandel oder im Internet zum Beispiel unter www.ottozeus.de teilweise auch für Privatanwender erhältlich. Welche Produkte das unter anderem sind und für welche Fälle sie sich eignen, zeigt die Tabelle am Ende der Fotoshow.

Kleben und Dichten am Wohmobil - Grundsätzliches

Kleben und Dichten bedeutet im Prinzip erst einmal nichts anderes, als zwei Oberflächen miteinander zu verbinden. Dabei spielen neben den Beschaffenheiten dieser Oberflächen auch ihre Formen eine nicht unwichtige Rolle.

Grundsätzlich gilt: Der Zweck bestimmt die Mittel. Bei den hier angeführten Klebe- und Dichtmitteln unterscheidet man auf der einen Seite solche, die in erster Linie zum Abdichten geeignet sind. Dazu gehören beispielsweise Dekaseal 8936 von Dekalin oder Terostat 2759 sowie 4006 von Teroson, die jeweils auf einer Butylmasse basieren. Auch Silikon ist primär zum Abdichten zu gebrauchen.

Nicht alle Dichtmittel sind Klebemittel

Die Dichtmittel stellen keine kraftschlüssige Verbindung her. Sie härten nicht aus und bleiben stattdessen elastisch. Zum Einsatz kommen sie am Wohnmobil etwa beim Einbau von Zubehörteilen, die zusätzlich über mechanische Verbindungen mit Schrauben oder Nieten verfügen.

Auf der anderen Seite steht die Gruppe der Klebe- und Dichtmittel, die sowohl kleben als auch abdichten. Dazu gehören etwa Sikas Sikaflex 252i und 221i oder Dekalins Dekasyl MS-Kraftkleber.

Während die beiden Sika-Produkte aus Polyurethan (PU) hergestellt werden, ist der MS-Kraftkleber aus modifizierten Silanen - daher auch der Name. Unterschiede ergeben sich dadurch weniger in der Haftkraft als vielmehr in der Art der Verarbeitung. Bevor man Produkte auf PU-Rohstoffbasis einsetzt, müssen die Klebeflächen - zumindest wenn erhöhte Haftkraft erforderlich ist - grundiert werden. Der Fachmann spricht in diesem Zusammenhang von Primern. Für Aluminium oder Glasfaser verstärkten Kunststoff sind andere Primer gebräuchlich als für normale Kunststoff-Oberflächen. Bei MS-basierten Klebe- und Dichtmitteln ist ein vorheriges Grundieren dagegen nicht notwendig.

Die Klebemittel, die zusätzlich abdichten, härten aus. Das geschieht meist allein durch die Luftfeuchtigkeit. Es bedeutet zugleich aber auch: Haben sie ihre Haftkraft erst einmal entfaltet, sind die mit ihnen befestigten Komponenten fast gar nicht mehr oder nur unter großen Anstrengungen wieder demontierbar.

Wichtig daher: Unbedingt die Produkthinweise der Hersteller lesen. Dort steht dann beispielsweise, inwieweit ein Klebe- und Dichtmittel UV-beständig und überlackierbar ist oder wie es um die Haftkraft, die Haltbarkeit und etwaige Gesundheits- und Umweltrisiken bestellt ist.

Kleben und Dichten: Beispiel SAT-Anlage

Bevor man dann mit der eigentlichen Arbeit startet, sollte man noch ein paar weitere Fragen klären. Etwa: Was will ich wo an meinem Wohnmobil machen? Will ich in erster Linie kleben oder geht es primär ums Abdichten? Und: Soll gegebenenfalls mal eine Demontage möglich sein? Dazu ein Beispiel anhand der Installation einer automatischen SAT-Anlage.

Prinzipiell kann sie aufs Dach des Wohmmobils geklebt oder geschraubt werden. Ist Letzteres der Fall, besteht eine mechanische Verbindung. Zum Einsatz kommt daher ein Klebe- und Dichtmittel, das primär abdichtet - vor allem die Schraubenlöcher.

Der Vorteil dieser Art der Montage ist, dass die Antenne bei Bedarf - einem Defekt oder Tausch - relativ einfach wieder abzubauen wäre. Der Nachteil liegt insbesondere darin, dass man für die Befestigung Löcher ins Wohnmobil-Dach bohren muss, was immer auch das Risiko einer potenziellen Undichtigkeit birgt.

Genau das lässt sich mit einer reinen Klebemontage verhindern. Außerdem fällt es einfacher, etwaige Bauteiltoleranzen auszugleichen. Andererseits kommt hier das schon erwähnte Problem der schwierigen bis nahezu unmöglichen Demontage der SAT-Anlage zum Tragen.

Entscheidend bei Klebeverbindungen ist zudem das Kraft-Last-Verhältnis – also die Frage: Welcher Belastung hält ein Klebemittel stand? Wichtig besonders bei SAT-Anlagen mit einem gewissem Gewicht und Luftwiderstand. Auch die Art, wie das Klebemittel aufgebracht werden kann, ob flächig oder punktuell, bestimmt über die Haftkraft am Wohnmobil.

Für einen Laien ist dieser Punkt mitunter nur schwer einzuschätzen. Wie bei allen sonstigen Arbeiten am Wohnmobil gilt deshalb auch für den Einsatz von Klebe- und Dichtmittel: Wer unsicher ist, sollte einen Fachmann zu Rate ziehen.

Ratgeber: Experten-Tipps

Autor

Foto

Hammermeister (2), Archiv

Datum

23. April 2013
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