Praxis: Alarmanlagen 19 Bilder Zoom

Alarmanlagen nachrüsten im Wohnmobil: Sicher ist sicher

Diebe und Einbrecher vertreibt Thitroniks Alarmanlage Wipro III mit ohrenbetäubendem Lärm. Ein interessantes Zubehör ist vor allem das Ortungssystem Pro-finder. Alle Infos zum Einbau im Wohnmobil.

Angriff ist bekanntlich die beste Verteidigung. Mit beinah unerträglichen, im Abstand von ungefähr einem Meter gemessenen mehr als 100 Dezibel hat es die Wipro-III-Alarmanlage von Thitronik (Telefon 04 31/6 66 68 11, www. thitronik.de) vor allem auf die Ohren derjenigen abgesehen, die sich künftig unerlaubt Zutritt zum promobil-Dauertest-Wohnmobil Adria Matrix Plus M 680 SP verschaffen wollen.

Kaum vorstellbar, dass ein Dunkelmann, und sei er noch so entschlossen, angesichts der plötzlichen, geballten Trommelfell-Attacke nicht von seinem fiesen Vorhaben ablässt.

Ziel einer Alarmanlage ist es, Aufmerksamkeit zu erzeugen und eine wie auch immer geartete Öffentlichkeit darüber zu informieren, hier macht sich gerade jemand illegal an etwas – in diesem Fall einem Reisemobil – zu schaffen. Neben einem zirka 30 sekündigen Hup- und Sirenenkonzert schaltet die Wipro III für rund drei Minuten die Warnblinkanlage ein, um einen Einbruchversuch auch optisch anzuzeigen.

Und weil auf einem abgelegenen Stellplatz die Gefahr besteht, dass die Signale ungehört und ungesehen bleiben, informiert das optional erhältliche Ortungssystem Pro-finder den Besitzer per SMS über einen in diesem Moment stattfindenden Übergriff auf sein Fahrzeug. Aber dazu später noch mehr.

Die Wipro-Alarmanlage ist speziell für Wohnmobile und Campingbusse entwickelt worden. In ihrer mittlerweile dritten Generation eignet sie sich vor allem auch für Basisfahrzeuge ab Baujahr 2006, bei denen sie mit einem für den jeweiligen Fahrzeugtyp vorkonfektionierten Kabelsatz in das vorhandene CAN-Bussystem integriert werden kann.

Daraus ergeben sich gleich mehrere Vorteile. Zum einen funktioniert das Scharfschalten der Alarmanlage ganz bequem über den Zündschlüssel – bei älteren Fahrzeugen nutzt man dafür den mitgelieferten Handsender. Zum anderen sind dadurch alle Originaltüren des Basisfahrzeugs ohne weiteren Installationsaufwand unmittelbar alarmgesichert.

Seiten- und Dachfenster, Außenklappen sowie Aufbautüren werden mit Hilfe von knopfzellenbetriebenen Funkmagnetkontakten überwacht. Sie registrieren, wenn jemand ein Wohnmobil unerlaubt zu öffnen versucht, melden es der Zentrale, die umgehend Alarm schlägt.

Damit sie bei Anwesenheit der Besatzung aktiviert bleiben kann, verzichtet die Wipro auf Bewegungsmelder. Und falls die Aktivierung bei Anwesenheit einmal nicht gefragt sein sollte, verriegelt man sein Fahrzeug über die Zentralverriegelungstasten im Armaturenbrett.

Ganz bewusst setzt Thitronik auch auf den Funkbetrieb der Anlage. Erstens erübrigt sich dadurch bei Montage der Funkmagnetkontakte aufwendiges Strippenziehen kreuz und quer durch das ganze Mobil. Noch nicht einmal Bohrmaschine oder Schrauben werden benötigt, denn alle erforderlichen Komponenten des Systems lassen sich klebend befestigen.

Zweitens kann man die Wipro III nachträglich schnell und einfach erweitern („easy add”). Beispielsweise um zusätzliche Funkmagnetkontakte zur Sicherung einer Dachbox oder um einen Gaswarner oder eine Kabelschleife. Nach einer kurzen Anlernprozedur wird das Zubehör von der Wipro-III-Zentrale erkannt – und schon ist es voll funktionsfähig.

Allerdings haben Funkverbindungen auch Nachteile: Sie können unterbrochen werden, und sie senden Strahlung aus. Doch keine Sorge. Versuche, die Wipro III mit einem Störsender oder Ähnlichem lahmzulegen, erfasst das System und löst sofort Alarm aus – das zu Punkt eins.

Punkt zwei: Die Magnetkontakte zum Beispiel funken mit 868 Megahertz (MHz) nur in dem Moment, wenn eine  gesicherte Tür, eine Klappe, ein Fenster geöffnet wird und dann auch nur für Sekundenbruchteile mit einer Sendeleistung von unter 10 Milliwatt (mW). Kein Vergleich zur Strahlung, der wir uns tagtäglich beim Mobiltelefonieren aussetzen.

Die jeweils nur kurze Betriebszeit schont zudem die Knopfzellen in den Kontakten. Sie sollen bis zu zwei Jahre halten, sind im Falle eines Falles aber auch flugs ausgetauscht. Die Sende-LED am Gehäuse der einzelnen Magnetkontakte zeigt eine schwächer werdende Batterie rechtzeitig an.

Ein interessantes Zubehör ist vor allem das Ortungssystem Pro-finder. Es informiert per Textnachricht auf bis zu zehn Mobiltelefone über einen Einbruchversuch und erlaubt nicht nur, ein Fahrzeug mit GPS zu orten, sondern auch, die Alarmanlage aus der Ferne zu aktivieren, deaktivieren sowie Statusberichte anzufordern. Zudem hat Pro-finder die Versorgungsspannungsquelle jederzeit im Blick und meldet eine niedrige Batteriespannung.

Thitronik empfiehlt für das Ortungssystem SIM-Karten von T-Mobile oder Vodafone. Versuche haben gezeigt, dass beide Anbieter eine gute Netzabdeckung bieten und die von Pro-finder ausgesendeten Textnachrichten auch wirklich zeitnah beim Empfänger eintreffen – andernfalls ergäbe eine Meldung schließlich nur wenig Sinn. Wer sich zudem für eine Prepaid- statt einer Vertragskarte entscheidet, vermeidet monatlich anfallende Kosten.

Dass die Wipro III mehr kann als nur Alarm schlagen, zeigt sich, wenn man mit geöffneter Dachluke losfahren will. Beim Einschalten der Zündung überprüft die Alarmanlage alle gekoppelten Funkmagnetkontakte („vent check”) und erinnert, wie bei einer noch ausgefahrenen Trittstufe, mit Hilfe eines Warntons an das noch offen stehende Dachfenster oder jede andere gesicherte und bei Abfahrt noch nicht oder nicht richtig geschlossene Außenstauklappe oder Tür. 

Die „vent-check”-Funktion  erhält man bereits mit dem Basispaket der Wipro III für 319 Euro. Es besteht aus der Zentrale mit integrierter Sirene, einem Handsender und einem Funkmagnetkontakt sowie der Status-LED und dem Kabelsatz.

Jeder weitere Funkmagnetkontakt, wahlweise in Weiß oder Schwarz, kostet je 50 Euro. Das Ortungssystem Pro-finder schlägt mit 379 Euro zu Buche, während der Gaswarner für 90 Euro und die Kabelschleife zum Alarmsichern von Fahrrädern oder Campingmöbeln für 70 Euro zu haben ist.

Bei unserem Adria Matrix  mit seinen vier Dachluken, vier Fenstern, zwei Heckgaragentüren und der Aufbautür dauerte der Einbau der Alarmanlage alles in allem zwei Stunden. Das Anbringen der einzelnen Funkmagnetkontakte kann man gut in Eigenregie erledigen. Ebenso die Montage von Gaswarner und Kabelschleife. Für die Installation der Zentrale und des optionalen Pro-finder rät Thitronik jedoch, einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Einfach, weil der Eingriff in den CAN-Bus ein wenig Erfahrung, Übersicht und Geschick erfordert, damit im Ernstfall auch alles richtig funktioniert. Dafür kann man sein Wohnmobil dann jederzeit und überall beruhigt zurücklassen und abends mit einem sicheren Gefühl seelenruhig zu Bett gehen.

Ratgeber: Experten-Tipps

Autor

Foto

Beate Jeske

Datum

13. April 2014
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