Alles über Wintercamping
Die Heizung von Alde laesst sich über das Handy steuern. 13 Bilder Zoom

Alde Warmwasser-Heizung im Wohnmobil optimieren: Überall einheizen beim Wintercamping

Im Winter geht die Wärme über Fenster und Fahrerhaus verloren. Eine Heizungsoptimierung sorgt dennoch für wohlige Wärme. Alde bietet verschiedene Möglichkeiten beim Wintercamping einzuheizen.

Rechtzeitig den Kessel anwerfen. Das ist der wichtigste Tipp, den die Experten von Alde Wintercampern mitgeben, die ein Reisemobil mit Wasserheizung fahren. Sich an diese Regel zu halten, ist aber etwa für Skifahrer gar nicht so einfach. Was ist, wenn sie am Morgen bei null Grad auf die Piste gehen und nachmittags die Temperatur abstürzt? Nachjustieren können sie die Heizung nur über das Bedienteil. Für solche und andere Fälle bietet Alde einige Komponenten, die den Heizkomfort weiter verbessern.

Smart Control – Fernbedienung und App für die Alde-Heizung

Smart Control heißt das System, mit dem Reisemobilisten ihre Alde-Heizung per Smartphone auch von der Piste fernsteuern können. Kernstück ist ein kleines Kästchen mit SIM-Karte und Empfänger (Preis: 375 Euro). Das Kontrollmodul empfängt per SMS die Befehle vom Handy und leitet sie an die Steuerung der Wasserheizung weiter. Anbringen kann man es an der Compact 3020 HE und an der 3010, die seit 2006 auf dem Markt ist.

Über die Smart-Control-App auf dem Smartphone kann der Camper jederzeit seine
Heizung einschalten, die Temperatur aufdrehen und das Wasser anwärmen. Es gibt sogar einen Alarm, der eine Nachricht aufs Handy schickt, wenn die Wunschtemperatur unterschritten wird oder das Gas im Mobil ausgeht. Da die App auf dem Handydisplay fast genauso aussieht wie die Bedieneinheit an Bord, findet man sich schnell zurecht. So kann auf Temperaturveränderungen reagiert werden. Die App hilft auch, wenn das Einstellen der Zeitschaltuhr einmal vergessen wurde.

Früh genug anheizen ist bei Alde-Heizungen sehr wichtig, weil Wasserheizungen ein wenig Zeit brauchen, bis sie das Fahrzeug auf Wohlfühltemperaturen hochgeheizt haben. Das liegt an der langsameren Wärmeaufnahme des Wassers. Die sorgt im Umkehrschluss aber dafür, dass das Wasser die Wärme später länger speichert.

Wärmebrücke im Cockpit verhindern

Das Heizungstuning ist mit der Nachrüstung der Smart Control aber noch lange nicht am Ende. Sie hilft beim rechtzeitigen Hochfahren der Heizung, beseitigt aber nicht die Wärmebrücken, die in praktisch jedem Reisemobil vorhanden sind. Dort geht vor allem Wärme verloren, deshalb muss gezielt beheizt werden.

Eine Wärmebrücke befindet sich oft im Cockpit. Dort fließt die Wärme durch den Boden oder über die Spritzwand zum Motorraum hin ab. Nachträglich dämmen kann man diese Stellen kaum. Mit einer Heizmatte (Preis: 450 Euro) im Fußraum können der Boden und die Luft aber warm gehalten werden. Das Alde-Modell wird an den Kreislauf der Heizung angeschlossen. Es läuft immer mit und verbraucht keinen zusätzlichen Strom, anders als elektrische Heizteppiche.

Eine zusätzliche Fußbodenheizung

Das Funktionsprinzip ist mit dem einer Fußbodenheizung vergleichbar. Im Inneren der Matten verlaufen Kanäle, die sich nach unten keilförmig verengen. In den Kanälen sind Schläuche verlegt. Die Keilform dient dazu, die Schläuche nach oben zu drücken, sodass diese immer in Kontakt zur Decke der Matte bleiben und deren Nadelfilz gleichmäßig temperieren. Dadurch erwärmt sich die Luft im Fußraum, steigt nach oben und heizt das Fahrerhaus auf, wodurch die Wärmeverluste durch die großen Blech- und Fensterflächen ausgeglichen werden.

Alde liefert solche Matten für alle Wohnmobile auf Basis des Fiat Ducato und seiner Ableger von Citroën und Peugeot, des Mercedes Sprinter sowie des Renault Master aus.
Da die Fußmatte das Volumen des Heizkreislaufs erhöht, muss zusätzliche Heizflüssigkeit eingefüllt werden – ein Gemisch aus 60 Prozent Wasser und 40 Prozent Glykol-Frostschutz (G13). Es sollte einmal pro Jahr um etwa einen halben Liter aufgefüllt werden. Für sehr kalte Wintertage kann das Gemisch laut Bedienhandbuch auch bis maximal zur Hälfte aus Frostschutz bestehen.

Zusätzliche Heizkörper und Gebläse nachrüsten

Ein weiteres Problem für Wintercamper ist, dass Reisemobilhersteller an manchen Stellen keine Heizungskonvektoren anbauen können oder wollen. Nicht selten trifft das auf die Sitzkonsolen im Fahrerhaus zu. Wenn dort die Bordbatterie installiert ist, passen die speziellen gebogenen Konvektoren von Alde nicht hinein. Also entsteht rund um die Sitze ein unbeheizter Bereich. Dann können sogenannte Booster (Preis: ab 199,50 Euro) in die Kästen der hinteren Sitzgruppe eingebaut werden. Dieses Konvektorenbündel mit eigenem Gebläse weht die warme Luft zu den Fahrerhaussitzen. Wer möchte, kann mittels Booster auch warme Luft in die Heckgarage blasen, etwa um dort Skibekleidung zu trocknen.

Die etwas kleineren Ventilatorkonvektoren (Preis: 97 Euro) haben den gleichen Effekt. Sie können beispielsweise in Sanitärräumen verwendet werden, wenn es dort zu eng für Plattenheizkörper ist. Selbst in großen Bädern mit Plattenkonvektoren lässt sich der Komfort noch verbessern. Alternativ kann ein spezieller Heizkörper zum Trocknen von Handtüchern installiert werden. Die bietet Alde in verschiedenen Ausführungen an: als  Sprossenheizkörper (Preis: ab 141,50 Euro) oder als verchromtes Rohr mit Windungen (Preis: ab 75,01 Euro).

Reicht die Heizleistung von Konvektoren etwa hinter der Sitzgruppe nicht aus, können über oder unter den bestehenden Konvektoren zusätzliche Heizkörper angebracht werden,  falls genug Platz ist. Dann spricht man von Doppelkonvektoren. Sie erwärmen mehr Luft und beschleunigen damit die Zirkulation.

Volle Wärmekontrolle dank Temperaturfühler

Wichtig ist außerdem die Platzierung des Temperaturfühlers der Heizung. Er befindet sich normalerweise in der Bedien­einheit, die aber nicht immer dort eingebaut ist, wo es für die Temperaturregelung optimal wäre. Mit dem optionalen Fernfühler (Preis: 17,24 Euro) an geeigneterer Stelle kann man hier auch nachträglich noch feinjustieren.

Da die meisten Reisemobile mit Wasserheizung nur einen Heizkreislauf besitzen, kann die Temperatur nur für den gesamten Innenraum reguliert werden. Besonders im Schlafbereich, der bisweilen durch eine Tür abtrennbar ist, mögen es manche oft ein bisschen kälter als an der Sitzgruppe. Für solche Fälle ist der Zwei-Zonen-Temperaturregler (Preis: 249 Euro) die Lösung. Das Zusatzthermostat steuert ein Ventil, das den Wärmefluss in einem zusätzlichen Nebenkreislauf reguliert. So kann sich der eine schon im Kühlen schlafenlegen, während der andere noch an der Sitzgruppe bei wohliger Wärme gemütlich fernschaut.

Portraits Redaktion

Foto

Ingolf Pompe

Datum

17. Dezember 2014
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 12/2014.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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