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VW T4 California im Gebrauchtcheck: Was taugt der VW T4 als Gebraucht-Campingbus?

Er ist und bleibt ein Bestseller. Seit 13 Jahren wird der VW California auf T4-Basis nicht mehr gebaut und ist doch als Gebrauchter so gefragt wie selten zuvor. Das treibt die Preise nach oben – zu Recht?

Der VW California steht seit vielen Jahren an der Spitze der Neuzulassungen für Reisemobile. Das gilt nicht nur für den aktuellen VW T6 California, sondern auch für seine Vorgänger. Der T4 etablierte sich seit seinem Erscheinen im Jahr 1990 als guter Standard. Er ist so etwas wie der Golf unter den Reisemobilen. Ein Grund für seinen Erfolg ist sicher die Vielseitigkeit des Konzepts. Mit dem California kann man zur Arbeit fahren, die Kinder zum Sport bringen, aber auch jederzeit zur großen Tour aufbrechen.

Das Beste dabei: Ein VW T4 fährt sich – verglichen mit allen sonstigen Transportern der damaligen Jahrgänge – so leicht und komfortabel wie ein Pkw. Ob er dennoch die Robustheit eines echten Nutzfahrzeugs mitbringt, muss der VW nun als Gebrauchtwagen unter Beweis stellen.

Auf- und Ausbau

In der VW-T4-Ära war die Partnerschaft von VW und Westfalia noch eine feste Verbindung. Dach und Einrichtung des California wurden damals im ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück installiert. Die lange Ausbauerfahrung von Westfalia merkt man einem gebrauchten California heute noch an.

Selbst eine intensive Nutzung als Alltagsauto überstehen die Möbel nahezu spurenlos. Nur manchmal muss an den Schränken einer der Verschlüsse ausgewechselt werden. Durch das fortgeschrittene Alter kommt bei gebrauchten California aber zunehmend einVerschleiß der Bordtechnik ins Spiel. In der promobil-Umfrageberichten Besitzer älterer Modelle von ausgefallenen Kühlboxen und Tauchpumpen. Hier und da streikt auch die kraftstoffbetriebene Heizung. Gebrauchtwagenkäufer probieren am besten alle Funktionen am übersichtlichen Kontrollbord aus. Auf diese Weise lässt sich auch herausfinden, ob die Wasserstandsanzeige korrekt arbeitet, was nicht immer der Fall ist, und ob die Bordbatterie noch einsatzfähig ist. Sie ist für einen großen Teil der monierten Schäden der Wohnraumelektrikverantwortlich. Ein gewisser Teil davon geht aber auch auf ein kaputtes Ladegerät zurück.

Die GfK-Dächer halten grundsätzlich gut durch. Probleme lassen sich leicht orten, wie etwa Stockflecken im Faltenbalg des Aufstelldachs. Das kann bei den selteneren Varianten mit festem Hochdach nicht passieren. Hier gilt der Blick möglichen Rissen im GfK. Als harmlos lässt sich dagegen eine matt gewordene Lackierung der Kunststoffhaube abhaken.

Der zu tief liegende Vorderwagen sollte sich durch eine korrekte Einstellung der Drehstabfedern auf Normalniveau bringen lassen.

Basisfahrzeug VW T 4: Stärken und Schwächen

Nicht alle California kamen in den Genuss der notwendigen Pflege. Davon hängt es jedoch stark ab, ob wesentliche Schwachstellen das Vergnügen trüben. Da ist vor allem der Rost, vor dem frühe Exemplare nicht verschont bleiben.

Er tritt beim VW T4 nicht nur an klassischen Stellen wie Radläufen und Karosserienähten auf, sondern auch am Windschutzscheibenrahmen, was wiederum Undichtigkeiten mit sich bringen kann. Große Unterschiede bei gebrauchten VW T4 zeigen: Ein gepflegtes älteres Modell rostet manchmal weniger als ein rauer Behandlung ausgesetztes spätes Baujahr.

Weiteres Augenmerk gilt dem Zahnriemen, insbesondere bei den TDI-Modellen. Werden die Wechselintervalle nicht eingehalten, drohen kapitale Motorschäden. Rechnungen sollten daher belegen, dass der Zahnriemen samt Wasserpumpe termingerecht getauscht wurde.

Zusätzliche Sicherheit gibt eine frisch bestandene Hauptuntersuchung, wo beispielsweise auch Fahrwerksteile gecheckt werden, die Gebrauchtwagenkäufer kaum fachgerecht untersuchen können. Verschleiß tritt hier insbesondere an den vorderen Traggelenken auf. Ein paar Euro mehr für ein werkstattgepflegtes Exemplar können gut angelegt sein, denn die Reparaturkosten für den VW T4 liegen auf gehobenem Niveau.

Pluspunkte bringt außerdem die grüne Umweltplakette, die bei Dieselmotoren zusammen mit dem entsprechenden Eintrag in den Papieren die Nachrüstung eines Rußfilters belegt. Grundsätzlich ließe sich der Filter auch später noch installieren, allerdings ist er heute nicht mehr für alle VW T4-Varianten lieferbar.

Vor hohen Laufleistungen müssen Käufer nicht zurückschrecken. Speziell die Fünfzylinder haben sich als langlebigerwiesen. Das gilt mit leichten Abstrichen auch für dieSchaltgetriebe, weniger für die anfällige Automatik.

Dass Motor und Getriebe in der Mängelstatistik ganz oben auftauchen, liegt nicht zuletzt an der intensiven Nutzung des VW T4 California in der Praxis. Die Fahrzeuge der befragten Besitzer haben im Durchschnitt bereits über 150.000 Kilometer hinter sich.

Marktlage

Der VW T4 California gilt noch nicht als echter Klassiker wie der T3; sein Nachfolger kam schon 2003 auf den Markt – und dennoch ist die Nachfrage ungebrochen. Wohl auch weil es an echten Alternativen mangelt. Einige Käufer zählen nicht einmal den T5 dazu.

Der T5 wirkt zwar feiner und ist technisch ausgefeilter, doch gerade die zusätzliche Elektronik erweist sich bei ersten Baujahren als störanfällig, während der T4 am Ende eine hohe Reife erreicht hat. Die Konsequenz sind steigende Preise. GuteT4 California kosten bis etwa 30.000 Euro, viel Geld angesichts der Altersklasse. Frühe Modelle werden unter 10.000 Euro gehandelt, denen das Alter und hohe Laufleistungen dann aber oft anzusehen sind.

Zudem hat sich der T4 in seiner langen Karriere deutlich gewandelt: Heute wirken die Modelle der frühen 90er Jahre spartanisch, oft ohne Klimaanlage und Airbags im Fahrerhaus und meist nur mit milden 78 PS unter der Haube. Ein später 102-PS-TDI mit üblichen Extras fordert von Pkw-gewohnten Käufern dagegen keinen Verzicht. Er dürfte auch in Zukunft einen hohen Wert behalten.

Schon optisch vermittelt das etwas klotzige Design Solidität. Nach über 200 000 Kilometern macht dieses Fahrerhaus einen ansehnlichen Eindruck.

Darauf müssen Sie bei gebrauchten VW T 4 California achten!

  • Standheizung: Kraftstoffbetriebene Heizungen unterliegen einem gewissen Verschleiß. Das Aggregat muss auf Knopfdruck zügig anspringen und anschließend ohne Rauchentwicklung laufen. Sonst könnte eine Komplettüberholung nötig sein.
  • Aufstelldach: Der Baumwollstoff ist grundsätzlich pflegeleicht. Wenn das Dach jedoch bei regnerischem Wetter eingeklappt und später nicht ausreichend gelüftet wurde, kann sich Schimmel bilden, der sich im Stoff festsetzt.
  • Klimaanlage: Längst nicht alle California auf Basis des VW T4 haben die heute übliche Fahrerhausklimaanlage an Bord. Hat sich der Erstbesitzer das damals teure Extra gespart, kommt man an sommerlichen Tagen hinter der großen Fahrerhausscheibe schnell ins Schwitzen.
  • Zahnriemen: Wenn es beim gängigen TDI-Motor zu schweren Schäden kommt, trägt fast immer ein gerissener Zahnriemen die Schuld. Also unbedingt checken, ob das vorgeschriebene Wechselintervall eingehalten wurde oder ob der nicht ganz billige Austausch fällig ist.
  • Getriebe: Sehr hohe Laufleistungen verkraften die Motoren besser als die Getriebe. Besonders anfällig ist die Automatik, die auch bei niedrigen Kilometerständen einen kostspieligen Austausch notwendig machen kann.
  • Kotflügel: Am Zustand der vorderen Radläufe kann man sehr schnell erkennen, ob das jeweilige T4-Exemplar zu starker Korrosion neigt. Rost nistet sich außerdem gerne an den vorderen Schwellern, an der Schiebetür sowie an Fensterrahmen vorne und hinten ein.
Etwas umständlich ist der Zugang zum Kleiderschrank im Heck.

Daten & Fakten

Baureihe: VW California (Baujahre 1990–2003)
Basisfahrzeug: VW T4
Bauweise: Ausgebauter Kastenwagen mit Aufstell- oder Hochdach aus GfK
Sitz-/Schlafplätze: 4/4

Vorgestelltes Modell: VW California Advantage Aufstelldach
Erstzulassung: 2/2000
Kilometerstand laut Tacho: 212.000
Preis: 18.999 Euro
Zulässiges Gesamtgewicht: 2.800 kg
Gesehen bei: VIP Exclusive Cars 97753 Karlstadt am Main

Der VW T4 als California

Der Modellwechsel vom VW T3 zum T4 gilt als historisch: Seit 1990 haben VW Transporter den Motor und Antrieb vorne statt im Heck. Noch im gleichen Jahr stellte VW die Campingvariante vor, die wie zuvor California hieß und auch das Grundkonzept mit Aufstelldach und seitlicher Möbelzeile übernahm. Zwei Benziner und zwei Diesel waren lieferbar. Die 1992 gezeigten Varianten California Club und Tour setzten sich nicht durch. Dagegen sicherte sich der lange und hohe California Exclusive einen festen Freundeskreis. Nur er hat ein separates Bad mit Kassettentoilette. Seit 1995 war der sparsame und starke TDI-Motor mit 102 PS lieferbar. Ein Jahr später gönnte VW dem T4 ein Facelift, das besonders die Pkw- und Freizeitvarianten aufwertete. Für noch mehr Power sorgte wahlweise der durstige VR6-Benziner und etwas später der 150-PS-TDI.

Report: Günstige Reisemobile

Foto

VW

Datum

6. Mai 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 04/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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