Wohnmobile bis 40.000 Euro 18 Bilder Zoom

Günstige Wohnmobile bis 40.000 Euro: Viel Mobil für wenig Geld

Wohnmobile werden immer teurer – daran hat man sich schon gewöhnt. Umso erfreulicher, dass es aktuell einen Trend zu günstigen Modellen gibt. Doch: Wie realistisch sind Preise unter 30.000 Euro?

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Gefühlt wird alles immer teurer. Dass das nicht unbedingt der Realität entspricht, zeigt die vom Statistischen Bundesamt erhobene Inflationsrate. Für 2014 wurde ein Wert von 0,9 Prozent bestimmt, und für das laufende Jahr erwartet man eine noch niedrigere Rate. Im September 2015 lag die Teuerungsrate sogar bei 0,0 Prozent, im Oktober nur geringfügig höher bei 0,3. Gilt diese faktische Preisstabilität auch für Wohnmobile?

Der Warenkorb, mit dem die Inflationsrate ermittelt wird, enthält vor allem Güter des täglichen Bedarfs. Luxusartikel folgen hingegen oft eigenen Trends. Und bei Kraftfahrzeugen kommt es obendrein immer wieder zu Preisschüben durch Modellwechsel, die Verbesserungen bei Technik und Ausstattung mit sich bringen oder neue gesetzliche Vorgaben erfüllen müssen.

Das gilt auch für Wohnmobile – aktuelles Beispiel: Mit der Einführung der Euro-6-Motoren, die spätestens bis zum 1. September 2016 auch hier vollzogen sein muss, wird mit einer Preiserhöhung wegen der aufwendigeren Abgasnachbehandlung zu rechnen sein.

Über hundert Wohnmobile unter 40.000 Euro

Das ist aber nur ein Grund, warum es sich für preissensible Käufer lohnt, gerade jetzt nach einem günstigen Reisemobil Ausschau zu halten. Erstaunlich viele Hersteller strengen sich nämlich mächtig an, trotz Kostensteigerungen auch weiterhin zumindest ein oder zwei Modelle unter der psychologischen Marke von 40.000 Euro anbieten zu können. Die aktuelle promobil-Recherche förderte genau 127 Modelle von 26 Marken zutage, die dieses Limit einhalten. Und noch erstaunlicher ist, dass sich darunter auch sechs Modelle von vier Marken finden, die sogar die 30.000er-Marke unterbieten – mehr als bei der letzten Erhebung vor zwei Jahren.

Die Masse macht’s. Das Prinzip ist klar, hohe Stückzahlen senken die Produktionskosten und die Einkaufspreise für die Zulieferteile. Und das gilt insbesondere für den größten Posten, das Basisfahrzeug, das typischerweise rund die Hälfte des Fahrzeugwerts ausmacht.

Große Mengen senken den Preis

Große Gruppen wie vor allem die französische Trigano- und die deutsche Erwin-Hymer-Group ordern die Fiat Chassis zentral in 1000er-Chargen. Kleinere eigenständige Hersteller haben es da schwer, preislich zu konkurrieren. Einige versuchen ihr Glück darum mit alternativen Basisfahrzeugen. Renault, Ford, Citroën und Peugeot möchten sich vom lukrativen Reisemobilkuchen auch gerne ein Stück abschneiden und liefern ihre Chassis trotz kleinerer Stückzahlen zu attraktiven Preisen.

Darum ist die Auswahl unter den Basisfahrzeugen bei den günstigen Modellen überraschend groß. Teilweise argumentieren die Anbieter damit, dass sich die Fahrgestelle gegenüber dem Marktführer Fiat Ducato ohnehin kaum unterscheiden. Das stimmt mal mehr, mal weniger. Etwa die nahezu baugleichen Ducato-Zwillinge Citroën Jumper und Peugeot Boxer setzen teilweise auf eigene Motoren, und auch in puncto Service sind die Marken verschieden aufgestellt. Wer hier beim Kauf 1000 Euro und mehr sparen will – wie etwa bei Pössl –, sollte die Unterschiede zumindest kennen.

Verwandtschaft hilft. Besonders günstig sind die Herstellungskosten, wenn nicht nur einzelne Baugruppen gemeinsam verwendet, sondern ganze Modelle mehr oder weniger gleichartig für verschiedene Marken gefertigt werden. Was die Trigano-Gruppe mit den Marken Chausson und Challenger seit Jahrzehnten praktiziert, ist inzwischen zum allgemeinen Prinzip geworden.

Gleiche Basis andere Marke

Beispiele gefällig? Pössl, der Marktführer bei den Campingbussen der Ducato-Klasse, hat mit Globecar eine Schwestermarke. Ausgebaute Kastenwagen der Marken Chausson, Challenger, Roller Team und ein Teil der Karmann-Modelle stammen aus demselben Werk in Italien. Auf ein und demselben Band in Ungarn werden die Kastenwagen für Knaus und die Tochtermarke Weinsberg, aber auch für dieHandelsmarken Van-Tourer und Orange Camp ausgebaut.

Das zur Hymer-Gruppe gehörende Capron-Werk in Neustadt/Sachsen fertigt nicht nur die Teilintegrierten und Alkoven der Marken Carado und Sunlight, sondern auch weitgehend baugleiche Modelle für Glücksmobil und Orange Camp. Von den Rimor-Fertigungsbändern in der Toskana rollen neben Fahrzeugen der Stammmarke auch Exemplare mit Ahorn-Camp-, Kentucky-Campund X-Go-Label. PLA baut neben den eigenen Modellen auch Varianten für Bela.

Weiche Kosten reduzieren. Der Grundpreis eines Modells beinhaltet nicht nur die Kosten für Entwicklung und Herstellung, sondern auch für Marketing, Vertrieb, Service und Garantieleistungen. Um Kosten zu sparen, werden für günstige Modelle oft nur einfachste Produktprospekte erstellt oder Informationen vor allem über das Internet verbreitet. Teils gibt es auch nur ein sehr dünnes Händlernetz, oder der Vertrieb läuft gar ausschließlich über Messen und eine deutschlandweite Anlaufstelle. Was für den Kauf noch in Ordnung sein mag, kann für die Abwicklung von Service- und Reparaturarbeiten zum erheblichen Zeit- und Kostenfaktor werden, wenn jeweils hunderte Kilometer zurückzulegen sind.

Die Tricks der Anbieter: Lohnen sich vermeintliche Schnäppchen?!

Günstigangebote sparen sich auch gerne Garantieleistungen, die über die gesetzliche Gewährleistung hinausreichen, wie etwa eine Dichtigkeitsgarantie. Bei reinen Haus- und Handelsmarken, die ihre Modelle von wechselnden Herstellern beziehen, bleibt zudem fraglich, wie es mit der Ersatzteilversorgung nach ein paar Jahren aussieht. Nur das Nötigste. Dass man zum Kampfpreis kein voll ausgestattetes Wohnmobil erwarten darf, ist jedem klar. Wenn zum Grundpreis aber nur Fahrgestellvarianten geliefert werden, deren Motorleistung und Zuladungsreserven kaum mit der Aufbaugröße zurechtkommen, wird es schon etwas unfair – vor allem gegenüber Erstkäufern, die das schwer ein schätzen können. Gar an unlauteren Wettbewerb grenzt es schließlich, wenn Modelle zum schöngerechneten Listenpreis überhaupt nicht lieferbar sind, bestimmte Extras oder ganze Pakete zwangsweise mitbestellt werden müssen. Notfalls wird der Kunde mit der Aussicht auf endlose Lieferzeiten auf den Pfad der "Aufpreistugend" gebracht.

Nicht unbeliebt ist auch die Masche, mit umfangreichen Ausstattungspaketen zum vermeintlichen Schnäppchenpreis zu locken. Erst bei genauerem Hinsehen zeigt sich dann manchmal, dass die Zubehörteile von einfachster Machart oder gar praktisch unbrauchbar sind. Manche Anbieter koppeln den angepriesenen Hammerpreis auch an eine Finanzierung über deren Hausbank.

Wer dagegen bar bezahlen oder über eine andere Bank finanzieren möchte, muss dann einen Aufschlag berappen. Nebenkosten analysieren. Oft kommen auf den Kaufpreis auch noch Gebühren drauf. Dabei werden ganz unterschiedliche Posten eingerechnet – bei Importmarken meist hohe Frachtgebühren, die dann aber immerhin schon bis zum Händler vor Ort gelten, oder auch der Preis für die Bordbatterie, die erst bei der Auslieferung eingesetzt wird.

Den Schnäppchen-Dschungel zu durchdringen ist nicht leicht. Wer sich damit intensiv beschäftigt, kann aber durchaus ein Neufahrzeug zu einem Preis ergattern, für den es sonst nur Gebrauchtmobile gibt.

Vergleichstest: Forster T 738 EB/Sunlight T 67/ Weinsberg TI 700 MEH

Foto

Bernd Thissen, Hersteller, Archiv

Datum

3. Februar 2016
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