Gasprüfung Zoom

Ratgeber: Unter Druck - Gasprüfung

Alles plaketti? Nur sichere Gasanlagen sind gute Gasanlagen. promobil assistierte bei einer Prüfung.

Unangenehme Überraschung bei der Hauptuntersuchung: TÜV und Co. verweigern einem technisch einwandfreien Reisemobil die Plakette. Mit Hinweis auf eine nicht vorgenommene Gasprüfung werden „erhebliche Mängel“ attestiert. Als feste Fahrzeugbestandteile unterliegen die Gasanlagen in Reisemobilen tatsächlich dem Prüfschema bei der Hauptuntersuchung. „Das liegt auch im Interesse der Sicherheit der Benutzer“, erklärt Rainer Süßbier, der stellvertretende technische Leiter der Prüforganisation GTÜ. Deshalb gilt der Blick der Ingenieure der aktuellen Gas-Plakette – und im Zweifelsfall lassen sie sich die Prüfbescheinigung vorlegen. In den meisten Fällen wird die Prüfung der Gasanlage bei den Fachhändlern vorgenommen – wenn diese Sachkundige nach den Richtlinien des Deutschen Verbandes Flüssiggas (DVFG) sind. Dessen Merkblatt G 607 schreibt die Prüfkriterien für die Gasanlage genau vor. „Am wichtigsten ist, dass die Leitungen dicht sind“, betont Roland Schlichtärle, dem promobil bei Schenk + Matuschek in Leonberg über die Schulter schaute.

Dieser Check geschieht mit einer verschließbaren Luftpumpe, die an die Gasleitung angeschlossen wird. Fünf Minuten lang muss dabei der Überdruck von 150 Millibar gehalten werden. Das Manometer zeigt deutlich, ob irgendwo Gas entweichen kann. Sinkt der Druck, so muss die undichte Stelle gesucht werden. Dazu setzen die Profis Lecksuchspray ein: Bläschen auf dem Sprayfilm sind eindeutige Indikatoren für Undichtigkeiten. Ist dies an Verbindungen der Fall, reicht es mitunter aus, den Schraubschlüssel anzusetzen und nachzuziehen. In den Anlagencheck integriert ist auch die Sichtprüfung von Druckregler und Schläuchen. „Nach sechs bis acht Jahren sollte der Regler ausgetauscht werden, weil dann die Gummimembranen porös werden“, erklärt Schlichtärle.

Auch an der aufgedruckten Jahreszahl kann man leicht erkennen, wie viele Jahre der Regler auf dem Buckel hat. Auf den orangefarbenen Zuleitungsschläuchen ist das Herstellungsdatum ebenfalls vermerkt. Bei porösen Stellen raten die Fachleute zum Auswechseln. Fester Bestandteil der Gasprüfung ist auch der Blick auf die eingebauten Geräte: Der Mischbetrieb von 50-Millibar- und den heute üblichen 30-Millibar-Verbrauchern ist strikt verboten. Schließlich steht noch die Brennprobe an: Blaue Flammen am Kocher signalisieren eine einwandfreie Verbrennung. Ist alles in Ordnung, wird dies mit Unterschrift und Stempel vom Sachkundigen im gelben Gasgeräteheft dokumentiert. So kann man beruhigt zum TÜV fahren: alles plaketti.

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Autor

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Andreas Weise

Datum

6. Dezember 2003
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