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Ratgeber: TV total: Europa im Überblick

Die promobil-Leser ermittelten die Reichweiten von Sat-Anlagen.

Die Sommer-Umfrage von promobil zum Thema Sat-Empfang in Europa brachte reiche Beute. Nach der Reisesaison flatterten Hunderte von Empfangsberichten in die Redaktion zurück – teilweise mehrfach kopiert, um weitere Messpunkte unterzubringen. Die mit Feuereifer teilnehmenden Reisemobilisten sind fast durchweg TV-Spezialisten und leisten sich eher hochwertige Sat-Automaten als billige Baumarktanlagen. Ein gutes Stück mehr als die Hälfte(53 Prozent) hat sich bereits von der Analogtechnik verabschiedet und empfängt digital. Unumstritten populär ist die Flachantenne, die sich harmonisch ins Bild des Reisemobils einfügt. Mehr als 40 Prozent der Teilnehmer vertrauen auf diese Form. Darauf folgt mit dem 80er-Offset-Spiegel (28 Prozent) das größte Antennenformat, das man dem Reisemobildach zumuten sollte. Die bislang als Standard gehandelte 60er-Schüssel wird nur noch von 18 Prozent genutzt. Aus der Campingbus-Nische winkt die Miniantenne mit 30 Zentimeter Durchmesser und einem Anteil von knapp zwölf Prozent. Die Umfrage erfasste in ers-ter Linie die Flotten der Astra- und Hotbird-Satelliten und deren deutschsprachiges Programm (siehe Kasten). Der Abstrahlbereich ist ganz Europa mit zentralem Ausgangspunkt Deutschland. Nimmt man den Verlagssitz Stuttgart als den Nabel der reisemobilen Welt und theoretische Mitte des Astra-Footprints, dann liegt der am weitesten entfernte Messpunkt mit 2600 Kilometer am Nordkap in Norwegen. Andere ließen rund 2000 Kilometer Luftlinie hinter sich, um die Antenne in Südspanien, Nordafrika oder Portugal aufzubauen. Ein Ergebnis vorneweg: Wer mit einem 80er-Spiegel und digitalem Receiver auf Reisen geht, braucht sich um besten TV-Empfang in Europa nicht zu sorgen. Die Anforderungen in den Regionen stellen sich im Einzelnen wie folgt dar.

Skandinavien: Am Nordkap sollte es schon eine digitale Anlage sein, wobei eine 60er- oder Flachantenne für befriedigenden Empfang bereits ausreicht, sofern Sicht auf den Satelliten möglich ist. Dies scheint nicht immer der Fall zu sein, denn das schroffe Fjord- und Bergland sorgt durch den Funkschatten für mehr Probleme als der hohe Breitengrad. Im Schatten bleibt auch mit 80er-Schüssel der Bildschirm dunkel. Die große Schüssel bringt allerdings eine Schlechtwetterreserve, die am Nordkap durchaus angebracht erscheint. In der Mitte des Landes auf der Höhe von Trondheim kommen die analogen Urlauber zum Zug. Nach der Umfrage wurden dort bei guten Bedingungen und mit einem 60er-Spiegel schon ausreichende Ergebnisse erzielt. Im Süden des Landes sollte eine solche Anlage rundum genügen. Die auf die Breitengrade bezogenen Beobachtungen von Norwegen decken sich mit den gemeldeten Ergebnissen aus Schweden und Finnland.

Spanien/Portugal: Ein teilnehmender Leser bringt es auf den Punkt: „In Südspanien und Portugal brauchst du eine 80er- Schüssel für rundum befriedigenden Analogempfang, digital tut’s auch eine Flachantenne.“ Die Umfrageergebnisse bestätigen dies auf der ganzen Linie, wenn auch von durchaus sehenswerten Resultaten (mit einzelnen Programmausfällen) mit kleineren Analoganlagen aus Südspanien berichtet wird. Zwei Teilnehmer haben sich sogar über die Straße von Gibraltar gewagt. Beide melden beste Ergebnisse mit ihren 80 und 100 Zentimeter großen Antennen und Digitalempfängern aus Agadir in Marokko, Tripolis in Libyen und Luxor in Ägypten. promobil-Leser Friedhelm Heinen versuchte sich in Agadir parallel mit dem Analogreceiver an seiner 1-Meter-Schüssel und blieb im Dunkeln sitzen.

Italien: Im Norden des Landes bringt eine analoge Flachantenne alle Programme in guter Qualität. Ab etwa Pisa sollte es schon eine große Schüssel oder Digitaltechnik sein. Im Süden schließlich geht mit analogen Systemen so gut wie nichts mehr. Leser Jürgen Kirchhoff bestätigt diese Aussage mit einem eindrucksvollen Knopfdruck. Er ermittelte im sizilianischen Seccagrande mit seinem Digital-Analog-Receiver zur selben Zeit am selben Ort ganz penibel die Ergebnisse für beide Übertragungsarten – vom vollen Digitalprogramm bis zum vollständigen Analog-Blackout.

Griechenland: Wer in Griechenland vernünftig in die Röhre gucken möchte, braucht hier am Rande der Ausleuchtzone mit einer analogen Anlage gar nicht anzutreten. Eine digitale Flachantenne reicht hingegen bis zur Insel Kreta.

Russland/Baltikum: Der Osten ist reisemobiles und auch Sat-technisches Neuland. Für den Empfang der wichtigsten Programme tut’s im südlichen Baltikum eine große Analoganlage. In Estland oder gar im russischen St. Petersburg sollte hingegen schon digital gearbeitet werden, wenn der Bildschirm nicht die meiste Zeit dunkel bleiben soll.

Großbritannien: Auf den Britischen Inseln läuft es lange Zeit mit 60er-Schüsseln und Analogempfängern bestens, bis ins hohe Schottland. Wer allerdings eine Schlechtwetterreserve haben möchte oder auch in Irland voll versorgt sein möchte, muss noch einen drauflegen.

Mitteleuropa: Wer in Deutschland und in den benachbarten Ländern mit einer mittleren analogen Sat-Anlage auf Reisen geht, dürfte keine Empfangsprobleme bekommen. Von vielen Stellen werden uns beste Ergebnisse auch mit Campinganlagen gemeldet, und die arbeiten bekanntlich mit 30-Zentimeter-Antennen. Weitere Ergebnisse finden Sie im Kasten auf Seite 69.

Die Aktion ist damit nicht abgeschlossen, im Gegenteil: Zur Saison 2005 wird es einen neuen, aufgrund der Erfahrungen modifizierten Fragebogen geben, um ein immer engmaschigeres Netz der Sat-Bedingungen in Europa zu knüpfen.

Signal aus dem All

Astra- und Hotbird-Satelliten liefern hauptsächlich deutschsprachige Programme. Der Kern der Abstrahlzone liegt über Mitteleuropa. Dieser Bereich beschreibt keinen Kreis, sondern hat unregelmäßige Ausbuchtungen. Die Bezeichnung für diese Abstrahlzonen lautet Footprints, zu Deutsch: Fußabdrücke. Verschiedene Farben am Rande kennzeichnen verschiedene Antennendurchmesser, die für guten Empfang notwendig sind. Kontakt: Zusatzinfos bieten die Internet-Seiten der Satelliten-Betreiber www.ses-astra.com und www.eutelsat.com.

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Datum

8. Januar 2005
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