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Mehr Komfort im Winter 11 Bilder Zoom

Truma Warmluft-Heizung im Wohnmobil optimieren: Kälte einfach wegblasen

Auf gleichmäßige Wärmeverteilung kommt es bei der Truma Combi-Heizung an, wenn es schön warm sein soll im Wohnmobil. Es helfen schon ein paar einfache Maßnahmen für mehr Komfort im Winter.

Auf gleichmäßige Wärmeverteilung kommt es bei der Truma Combi-Heizung an. Rote Flecken auf Thermografiebildern zeigen die Stellen, an denen viel Wärme nach außen verloren geht.  Daher heißen sie Wärmebrücken. Wohnmobilfahrer nehmen sie eher als Einfallstore für die Kälte wahr. Dagegen heizt die Truma Combi kräftig ein. Doch das reicht nicht immer.

Mit ein paar kleinen Optimierungen gelingt es oft noch besser, die Wärme komfortabel und praxisgerecht zu verteilen. Erreicht wird dieses Ziel bei der Combi-Heizung durch eine Verbesserung der Luftverteilung. Dabei werden die Ausströmer so platziert, dass mehr warme Luft in Richtung der Wärmebrücken geblasen wird und so Verluste besser ausgeglichen werden.

Zusätzliche Warmluftstränge schaffen

Bei kleineren Mobilen mit der schwächeren Combi-4-Heizung sind bisweilen nur drei von vier möglichen Warmluftsträngen angeschlossen. Mit einem zusätzlichen Rohr (Preis: 16,49 Euro/Meter) kann der vierte Heizstrang aber nachträglich angebaut werden. Der Umbau ist relativ aufwendig, weil man dazu eventuell zusätzliche Löcher in die Möbel bohren muss und dadurch Stauraum verliert. Dafür lassen sich aber auch zwei oder gar drei zusätzliche Ausströmdüsen (Preis: 2,99 Euro) anschließen, die die Wärme an schlecht beheizte Stellen blasen.

Wer nachrüstet, sollte Sorge tragen, dass das neue Rohr wenigstens 50 Zentimeter gerade verläuft, damit der Luftstrom genug Fahrt aufnehmen kann. Truma empfiehlt den Wohnmobilherstellern, den Heizkessel zentral in der Sitzgruppe einzubauen. Dadurch bleiben die Heizstränge in der Regel kurz und die Abwärme der Heizung verbreitet sich dort, wo der größte Wärmebedarf ist.

Blenden anbringen, um die warme Luft richtig zu leiten

Die Sitztruhe ist oft durch den Frischwassertank belegt, sodass die Heizung nach hinten unters Bett wandert. So entstehen lange Warmluftstränge um viele Ecken herum. Das direkt versorgte Bad und teils auch die Garage werden dabei mehr als nötig aufgeheizt, während am Einstieg, in der Sitzgruppe und im Fahrerhaus nur noch ein laues Lüftchen ankommt.

Bei derartigen Problemen kann eine sogenannte Blende helfen (Preis: 0,75 Euro). Sie verengt zum Beispiel den Ausströmer im Bad und lässt mehr Warmluft im Rohrsystem für die Sitzgruppe. Eine große Lücke in der Isolationshülle typischer Wohnmobile ist das Fahrerhaus und insbesondere der Boden und Fußraum. Nicht selten findet sich in diesem Bereich gar kein Ausströmer.

Richtige Wärmeleitung mit (Dürker)-Rohren

Um Wärme dorthin zu leiten, kann eventuell einer der Sitzgruppen-Ausströmer so ausgerichtet werden, dass er gezielt in Richtung Fahrerhaus bläst und so mehr Wärmeenergie nach vorn bringt. Für die Luftverteilung ist die Länge der Heizstränge entscheidend. Sind sie zu lang, bremst sich der Luftstrom zu sehr ab, sodass am letzten Ausströmer relativ wenig von der warmen Luft ankommt.

Um den Weg abzukürzen, kann ein sogenanntes Dükerrohr (Preis: 48,99 Euro/Meter) sinnvoll sein. Es ist isoliert und kann so auch unter dem Aufbauboden verlegt werden. Wenn sich Heizstränge verzweigen, muss darauf geachtet werden, ob dafür ein T-Stück (Preis: 2,99 Euro) oder ein Y-Stück (Preis 4,99 Euro) besser passt. Sind die Äste etwa gleich lang, sollte Letzteres der Fall sein. Falls ein Ast deutlich kürzer ist, sollte er mit einem T-Stück angeschlossen werden. So strömen zwei Drittel der Luft in den langen Strang und der Rest in den kurzen. Diese Eigenschaften der Verteilerstücke werden bei neuen Wohnmobilen nicht immer beachtet. In Abzweigungen können Strangsperren in die Rohre eingesetzt werden und so einer der Äste bei Bedarf geschlossen werden.

Für gutes Raumklima: Wandbelüfter und Isothermrohre

Eine Eigenart von Luftheizungen ist, dass sie ihre Wärme vor allem in den freien Raum hineinblasen. Das sorgt zwar für eine schnelle Erwärmung. Dabei werden die Möbel aber nicht aufgeheizt, obwohl sie die Wärme länger speichern als die Raumluft. Zwei besondere Bauteile können hier helfen.

In Heizungsrohre, die entlang der Außenwände durch die Sitzgruppe verlaufen, können sogenannte Wandbelüfter (Preis: 4,49 Euro) gesetzt werden. Die Nachrüstung der Kunststoffteile ist einfach: Rohr aufschneiden, Wandbelüfter anbringen, abgeschnittenes Rohrende kürzen und wieder aufstecken. Die Wandbelüfter haben oben einen Schlitz, über den Warmluft dosiert ausströmt und nach oben steigt. Das funktioniert allerdings nur, wenn zwischen Möbeln und Außenwand eine Lücke für die Luftzirkulation vorgesehen ist.

Auf das gleiche Prinzip setzen auch die Isothermrohre mit 35 Millimeter Durchmesser (Preis: 9,95 Euro/Meter). Sie können zwischen Matratze und Bordwand rund um das Bett verlegt werden. In den Rohrmantel sind Querschlitze gestanzt, aus denen Warmluft austritt. So strömt die Wärme nicht nur punktuell, sondern gleichmäßig verteilt rund um die Liegefläche aus.

Zu guter Letzt: Das Bedienteil aufrüsten

Das Bedienteil CP Plus ist für Wohnmobile mit etwas älterer Truma-Combi-Heizung eine interessante Nachrüstoption. Neben dem CP-Plus-Bedienteil (Preis: 249 Euro) wird dabei auch die Platine der Heizung ausgetauscht. Dann kann die sogenannte Boost-Funktion genutzt werden: Falls der Unterschied zwischen Ist- und Wunschtemperatur mehr als zehn Grad beträgt, wird die Leistung von Heizung und Gebläse kurzzeitig erhöht, bis sich die Kälte verkrochen hat.

Das CP Plus bietet für Wintercamper zudem die Möglichkeit, die Temperatur auf den Lieblingsplatz etwa am Esstisch abzustimmen. Wenn es an der Sitzgruppe immer kälter bleibt als am Bedienteil vorgewählt, kann über die Offset-Funktion eine Temperaturdifferenz vorgegeben werden. So bleibt einem die Verlegung des Wärmefühlers erspart.

Portraits Redaktion

Foto

Frank Eppler

Datum

20. Dezember 2014
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 12/2014.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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