Ratgeber: Reisen mit Tieren 15 Bilder Zoom

Tipps und Tricks für Reisen mit Tieren: Reisefreude auf vier Pfoten

Gehen auch Sie mit Hund oder Katze im Wohnmobil auf Reisen? Hier finden Sie die wichtigsten Tipps und Infos, damit die Sommer- Tour auch für Ihren vierbeinigen Freund zum tierischen Vergnügen wird.

Velos hat seinen Platz schon besetzt. Kaum war die Aufbautüre geöffnet, hat er es sich auf der großen Hecksitzgruppe bequem gemacht. Er beobachtet das rege Treiben um ihn herum, während Diego noch geduldig im meterhohen Gras auf das Kommando wartet. Die beiden Rüden und ihr Herrchen sind wahre Experten, wenn es um den Hundetransport im Wohnmobil geht. Ihr Wohnmobil ist jetzt voll bepackt, die Operation „Vier Pfoten auf vier Rädern“ kann starten. Dank der großen Auswahl an Zubehör ist alles dabei, was es zum mobilen Reisen mit Hund braucht.

Die meisten Hundefreunde möchten auf ihren Schützling im Mobilurlaub nicht verzichten. Laut Lesern und Forennutzern sind viele sogar erst über die Liebe zum Tier zum Reisemobil gekommen. Unabhängig und fernab von Hotelanlagen und Touristenströmen lässt sich der Urlaub mit Haustier schließlich am einfachsten genießen.

Inwiefern man anderen Tieren als dem Hund mit der Umstellung auf einen fremden Ort und das Reisemobil allerdings eine Freude macht, muss jeder Halter selbst abwägen und entscheiden. Besonders Katzen oder ältere Tiere tun sich außerhalb ihrer gewohnten vier Wände sehr schwer. Bevor Sie zum Beispiel Ihre Samtpfote nur mitnehmen, weil sich Bekannte oder Verwandte nicht kümmern können, bietet sich also die Unterbringung in einer Pension oder bei anderen Katzenfreunden an.

So finden Sie mit Hund den richtigen Stellplatz

Die Auswahl hundgerechter Urlaubsdestinationen fällt wegen zahlreicher überzeugender Angebote mittlerweile recht üppig aus. Immer mehr Campingplätze bieten alles, was das Hundeherz im Urlaub begehrt: Weitläufige Spielparcours, sogar Hundestrände und kühle Schattenplätze sowie Futter- und Zubehörangebote gehören vielerorts zum Wohlfühlpaket. Mit solchen Angeboten können viele Stellplätze nicht mithalten.

Dass selbst an eher kargen Übernachtungsplätzen für den Hund dennoch mitunter fünf Euro pro Nacht extra gezahlt werden sollen, obwohl er weder Wasser noch Strom verbraucht, stößt bei vielen Haltern auf Unverständnis. Gängige Stellplatzatlanten, wie zum Beispiel der von promobil, sagen Ihnen auf einen Blick, ob auf dem anvisierten Platz Hunde willkommen sind. Noch einfacher macht es Ihnen die promobil-Stellplatzdatenbank im Internet: Hier lassen sich schon bei den Suchkriterien vorab nur solche Ergebnisse anzeigen, die für den Urlaub mit Vierbeiner geeignet sind.

Nicht nur der Stellplatz, auch das Urlaubsland selbst muss für das Reisen mit Hund geeignet sein. Die Einreiseregeln, (siehe Tabelle) mit denen sich Halter im Vorfeld vertraut machen müssen, sind je nach Land unterschiedlich streng. Von Leinen- und Maulkorbpflicht über eine  Mikrochip-Kennzeichnung bis hin zur Tollwutimmunisierung ist jedes Detail festgelegt.

Nur gesunde Tiere dürfen mit auf die Reise

Sprechen Sie daher bereits einige Wochen vor der Abreise mit Ihrem Tierarzt über anliegende oder überfällige Impfungen und die Einreisebestimmungen des Landes, in das die Reise gehen soll. Der Tierarzt stellt auch den neuen EU-Heim-tierausweis aus, in dem alles Wichtige rund um Eckdaten und Gesundheit dokumentiert wird. Er gilt sozusagen als Eintrittskarte in solchen Ländern, die beim Grenzübertritt eine Anmeldung des Haustiers beim Zoll verlangen.

Vorschriften aufgeteilt nach den beliebtesten Urlaubszielen von Reisemobilisten finden Sie außerdem im großen Kasten auf Seite 66. Sind alle bürokratischen Formalitäten schließlich unter Dach und Fach, kann es an die Frage nach dem richtigen Transport im Reisemobil gehen. Größe und Gewicht des Hundes spielen bei der Wahl einer richtigen Transportlösung die Hauptrolle.

Viele Reisemobilisten nehmen kleinere Hunde im Fahrerhaus oder auch im Körbchen in der Dusche mit auf Tour, obwohl es dabei böse ausgehen kann. Es muss gar nicht immer die Vollbremsung oder ein Auffahrunfall sein: Schon bei kleinen Turbulenzen und niedrigen Geschwindigkeiten wird der Hund zur Gefahr für die Passagiere und sich selbst. Ein Aufprall mit 50 Stundenkilometern erhöht die Schwungmasse des Tiers um das Dreißigfache seines Gewichts.

Die Polizei ahndet das provisorische Mitnehmen von Bello ebenfalls, auch wenn es im Reisemobil schwieriger zu entdecken ist als im Pkw. Werden die Halter bei der Mitnahme ungesicherter Tiere erwischt, sind 80 Euro Bußgeld und drei Punkte in Flensburg fällig. So weit muss es dank der großen Palette an Transportprodukten für alle Hundegrößen gar nicht erst kommen. Die Frage ist nur: Passen die für den Pkw gängigen Boxen und Käfige auch in das Reisemobil? Die promobil-Redaktion hat die Probe aufs Exempel gemacht und dank der freundlichen Unterstützung des Zubehörexperten Trixie die Konkurrenten Käfig, Box und Brustgeschirr verglichen. Als Testmobil diente die Hymer B-Klasse 534 mit aus Sicht von Hundehaltern durchaus kniffligem Grundriss: Dieser besitzt nämlich eine große Rundsitzgruppe im Heck. Generell findet ein Hund samt Transportunterbringung an einer klassischen Dinette jedoch den besseren Platz, weil dort die Bewegungsfreiheit von vornherein eingeschränkt ist.

Hundeboxen müssen zum Wohmobil passen

Immer, wenn es beim Verladen durch die Aufbautür oder in den Freiräumen eng wurde, hat es sich bewährt, Box oder Käfig nicht im Ganzen, sondern Stück für Stück an den Platz zu bringen. Praktischer Vorteil der Hundebox im Vergleich zum Gitterkäfig: Nach der Anreise kann sie ohne den oberen Teil auch als Körbchen benutzt werden. Eng werden kann es auch in der Heckgarage. Hier kann man es dem Hund am Zielort bequem machen – für die Fahrt nützt das dunkle Abteil mangels Luft und Licht nur im eigens dafür umgebauten Zustand zum Hundetransport.

Ob Box und Käfig in die dafür vorgesehenen Nischen passen, finden Sie heraus, wenn Sie vorher zum Maßband greifen. Im Idealfall sichern Sie Box oder Käfig dann noch mit Zurrgurten. Zusätzlichen Komfort bieten Airbags für Boxen und Käfige, die der Fachhandel als eine Art Polsterung bei holprigen Fahrten empfiehlt. Preislich unterscheiden sich Boxen und Käfige erst dann, wenn zu besonders hochwertigen Alu-Konstruktionen gegriffen wird, wie sie häufig auch im Kombi-Kofferraum üblich sind. Statt 50 bis 100 Euro kann man hier das Doppelte oder Dreifache bezahlen.

Wem das zu kompliziert oder kostspielig ist, dem empfiehlt sich der Kauf eines Sicherheitsgeschirrs. Kleinere Hunde unter zehn Kilo Gewicht können damit an jedem Sitzplatz mit üblichem Dreipunktgurt angeschnallt werden.

Einige wenige Werkstätten und Anbieter von Individual-Ausbauten realisieren auch den tiergerechten Ausbau des Innenraums. Dort findet man dann die Hundehütte unter dem Esstisch, den Schlafplatz unter dem Doppelbett oder an Stelle des unteren Stockbetts und den belüfteten Transportaufenthalt
in der Heckgarage.

Bis das Reiseziel allerdings erreicht ist, steht der für Bello wohl unliebsamste Teil der Unternehmung bevor: die Anfahrt im Reisemobil. Für das Verhalten an Bord ist neben Alter und Charakter selbstverständlich auch die Erziehung des Tiers entscheidend. Nicht alle Hunde sind für lange Autofahrten oder den Urlaub im Reisemobil gemacht. Der Drang nach Auslauf muss ebenso berücksichtigt werden wie die Tatsache, dass vielen Hunden im Auto schlecht wird – füttern Sie vor der Fahrt also eher mit Bedacht, und lassen Sie ihn unmittelbar vor der Fahrt sein Geschäft verrichten.

Neben dem Bewegungsdrang der Tiere sollten Hundebesitzer auch der starken Hitzeempfindlichkeit Beachtung schenken. Hunde tun sich nicht nur mit direktem Sonneneinfall schwer, das stickig-heiße Reisemobil wird die Geduld ihres Hundes auf die Probe stellen. In der Sommerzeit und auch zum Vermeiden von Verkehrsstau gilt daher: Frühmorgens oder auch spätabends mit reichlich frischem Wasser und regelmäßigen Pausen ist der Stress fürs Tier am geringsten.

Ganz andere Bedingungen an Hund und Halter stellen sich bei der Anreise, wenn neben der Straße auch die Fähre genutzt wird. Je nach Einreisebestimmungen des Ziellandes sind Hunde und Katzen auf dem Schiff durchaus erlaubt, allerdings darf man sie nicht mit in die Aufenthaltsräume bringen. Manche Reedereien haben sich bereits auf die Vierbeiner eingestellt: Sie bieten gegen entsprechenden Aufpreis separate Boxen oder – für alle Halter die einfachste Lösung – Camping an Bord an.

Gutes Benehmen soll auch belohnt werden

Ist die Anreise geschafft, bei Auslandsreisen der Zoll passiert und auf Stellplatz oder Campingplatz das Zelt aufgeschlagen, freut sich auch der Hund über etwas Eingewöhnung – so locker und umgänglich die Tiere sind, auch für sie bedeutet Ortswechsel Stress. Die üblichen Kommandos von daheim können in solchen Fällen hin und wieder an Wirkung verlieren. Mit etwas Geduld und klaren Regeln sollte diese Phase aber schnell überwunden sein. Damit die Urlaubswochen selbst auch für die Vierbeiner zu den schönsten im Jahr werden, hat sich der Zubehörmarkt einiges an mehr oder weniger nützlichem Equipment für die Tour mit Hund einfallen lassen. Das Erste- Hilfe-Set mit Zeckenzange, die Zubehörtasche, das Hundebett und die Reisenäpfe gehören zur praktischen Grundausstattung für den Vierbeiner.

Vermutlich lassen Sie es sich aber nicht nehmen, zusätzlich einen Vorrat seiner Lieblingsleckerlis und sein Spielzeug einzupacken, damit auch er im Urlaub auf nichts verzichten muss – wie Velos und Diego auf ihrer Reise im Reisemobil.

Autor

Foto

Ingolf Pompe

Datum

17. Juli 2012
5 4 3 2 1 4 5 1
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle News +++
+++ Alle Tests +++
+++ Viele Tipps +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

Videos
06:27 Bürstner Lyseo 2016 Supercheck vor einem Monat
546 Aufrufe
Der markante Rahmen mit den c-förmigen Rückleuchten prägt die Rückseite des C-Tourer. 10:39 Carthago C-Tourer I im Supercheck vor einem Monat
944 Aufrufe
  • Alle Bereiche
  • News
  • Tests
  • Stellplätze
  • Reise
  • Ratgeber
  • Zubehör
  • Video
Alle Marken von A-Z