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In Küche und Bad sorgen Tauch- wie Druckwasserpumpen für den nötigen Komfort 5 Bilder Zoom

Tauch- und Druckwasserpumpen: Wasser marsch im Wohnmobil

In Küche und Bad sorgen Tauch- wie Druckwasserpumpen für den nötigen Komfort – wobei jedes System Vorteile hat. Wir erklären die Technik und geben Tipps für die Praxis. Teil 1: Tauchpumpen.

+++ In unserem kostenpflichtigen PDF-Download finden Sie sowohl Teil 1 als auch Teil 2 unserer kleinen Know-How-Serie zum Thema "Wasserpumpen im Wohnmobil" +++

Zwei Pumpenbauarten haben sich in Freizeitfahrzeugen auf breiter Front durchgesetzt. Zum einen sind dies die bewährten Tauchpumpen, die frei im Frischwassertank hängend ihre Arbeit verrichten. Zum andern kommen Druckwasserpumpen, die außerhalb des Tanks installiert werden, zum Einsatz. Wir erläutern die Technik und zeigen die jeweiligen Vorteile auf. In dieser Ausgabe geht es zunächst um die Tauchpumpen.

Tauchpumpen sind Kreiselpumpen. Hauptvorteil: Da sie direkt im Tank sitzen, müssen sie keine Saughöhe überwinden. Physikalisch betrachtet gilt solch eine Kreiselpumpe als Strömungsmaschine, die mittels eines Laufrads die Zentrifugalkraft zur Förderung von Flüssigkeiten nutzt. Die werden vom rotierenden Pumpenrad nämlich mitgerissen und nach außen gezwungen, was den Druck innerhalb der Pumpenkammer erhöht und die Flüssigkeit dadurch in das Druckrohr presst.

Bei Reisemobilen haben sich Tauchpumpen der Firmen Reich und Comet bis ins mittlere Preissegment etabliert. Sie sind preiswert, vergleichsweise unkompliziert im Aufbau und in unterschiedlichen Ausführungen und Leistungsklassen zu haben. Den größten Druck erzeugen Tauchpumpen normalerweise bei der Fördermenge null, das heißt wenn sie gegen ein geschlossenes System arbeiten. Im Datenblatt findet sich daher bisweilen die Angabe "Druck 1,2 Bar (geschlossen)". Mit steigender Fördermenge nimmt der Druck im System ab. Das ist immer so.

Tauchpumpen sind für eine Lebensdauer von einigen hundert Betriebsstunden ausgelegt, haben eine Leistungsaufnahme von 10 bis 75 Watt und schaffen einen Druck von 0,5 bis 2,1 Bar. Dabei fördern sie zwischen 10 und 25 Liter pro Minute. Schon eine Pumpe mit 0,5 Bar schafft es dabei, Wasser auf die respektable Höhe von fünf Metern zu fördern. Leistungsstarke Versionen wie beispielsweise die Power Jet von Reich oder die Tandem, die über zwei Motoren verfügt, garantieren jedoch, dass auch bei längeren Leitungswegen oder mehreren geöffneten Verbrauchern an jedem Hahn noch genügend Wasser mit ausreichend Druck ankommt.

Wen die Leistung der vorhandenen Tauchpumpe nicht überzeugt, der kann entweder auf ein stärkeres Modell wechseln, oder er installiert eine Verstärkerpumpe. Comet hat solche für Preise zwischen etwa 15 und 25 Euro im Programm. Siewerden außerhalb des Tanks in die Leitung eingeflanscht; eingangsseitig muss allerdings Wasser im Schlauch stehen, denn Verstärkerpumpen sind wie die Tauchpumpen selbst nicht selbstansaugend.

Viele Tauchpumpenhaben eine integrierte Entlüftung und sind damit sofort nach dem Eintauchen förderfähig. Ein in der Pumpe vorhandenes Rückschlagventil verhindert hingegen, dass bei Stillstand die Leitungen komplett leer laufen und beim Aufdrehen des Hahns Zeit vergeht, bis Wasser fließt. Der elektrische Antrieb der Pumpe macht es erforderlich, dass alle spannungsführenden Teile zuverlässig gegen das umgebende Nass abgeschottet sein müssen. Daher wird das Kunststoff-Pumpengehäuse per Ultraschall mit Deckel und Bodengruppe verschweißt. Genauso müssen die Kabeldurchführung sowie der Wellenaustritt auf Dauer absolut dicht sein. Der schottet die rotierende Welle des Elektromotors nicht nur mittels Gummilippe ab, sondern verfügt im Innern über ein zusätzliches Fettdepot.

Tauchpumpen sind wartungsfrei. Beim Betrieb können im engen Motorgehäuse hohe Betriebstemperaturen entstehen, die normalerweise übers Wasser abgeführt werden. Trockenlauf gilt es daher zu vermeiden, denn dabei kann sich das Gehäuse aufblähen – mit nachfolgendem Totalausfall.

Ausfallursache Nummer 1 ist bei Tauchpumpen tatsächlich längerer Trockenlauf. Sei es, dass versehentlich ein Hebelmischer leicht angehoben und damit dessen Mikroschalter geschlossen wurde, sei es, dass die Pumpe nicht richtig im Tank hängt. Wer dem vorbeugen will, kann einen separaten Trockenlaufschutzinstallieren. Dieses kleine Elektronikmodul von Comet ist für Tauchpumpen bis 45 Watt Leistungsaufnahme geeignet, kostet rund 40 Euro und wird (außerhalb des Tanks!) in die elektrische Zuleitung eingeschleift. Es reagiert auf die beim Trockenlauf raschansteigende Drehzahl des Pumpenmotors und die damit einhergehende höhere Stromaufnahme. Nach etwa einer Minute unterbricht ein Timer die Stromzufuhr zur Pumpe und verhindert so Überhitzungsschäden. Beim nächsten Öffnen des Hahns ist das Abschaltmodul wieder aktiv, und die Pumpe startet.

Seltener treten an Tauchpumpen Störungen durch verschmutztes Wasser auf. Um das zu vermeiden, verfügen viele Modelle über ein feines Sieb an der Einlassöffnung, das sich bei manchen Modellen auch nachrüsten lässt. Außerdem wichtig: Tauchpumpen bei Frost rechtzeitig aus dem Tank nehmen und entleeren.

Detailwissen: Die Technik der Tauchpumpe

Das Zweikammerprinzip bildet die Funktionsbasis jeder Tauchpumpe. Sie hängt – der Name sagt es – komplett im Medium, das sie fördern soll. Daher muss die Antriebskammer mit dem Elektromotor zuverlässig und dauerhaft abgedichtet sein. Das schnell drehende Flügelrad baut in Kammer zwei den Förderdruck auf.

Anschlussstutzen für den Druckwasserschlauch

Am oberen Pumpenende geht die zweite, separate Druckkammer des Pumpengehäuses in den Schlauchanschluss über. In diesem Bereich ist auch die Entlüftung zu finden.

Das Pumpengehäuse verfügt oben und unten über spezielle Kunststoff-Verschlusskappen, die per Ultraschall mit dem Mittelteil verschweißt werden.

Wassereinlassöffnung mit Distanzrippen

Die Pumpeneinheit wird über das Anschlusskabel mit elektrischem Strom versorgt. Dieses wird durch eine O-Ring-Gummidichtung und eine Zugentlastung ins wasserdichte Motorgehäuse geführt.

Im ersten, hermetisch abgedichteten Gehäuseteil der Tauchpumpe sitzt der elektrische Antriebsmotor.

Der Wellendichtring verhindert mit seinem Fettdepot, dass Feuchtigkeit von unten ins Motorengehäuse eindringen kann.

Auf der Achse des Motors sitzt das Pumpenlaufrad, das mit bis zu 13.000 Umdrehungen pro Minute rotiert und dank der speziellen Formgebung der Laufrad-Lamellen das frei einströmende Wasser Richtung Auslass presst.

Autor

Foto

Dieter S. Heinz, Comet, Reich

Datum

23. April 2016
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 04/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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