Eine Solaranlage und ein professionelles Ladesystem für die Bordbatterie kann in einer Werkstatt einfach nachgerüstet werden. 15 Bilder Zoom

Ctek 100A Offroad für Wohnmobil-Bordbatterien: Solarmodul und Batterieladesystem nachrüsten

promobil rüstet den Dauertester auf: Für effizienten Stromfluss sorgen fortan ein Set aus Ladegerät und Boooster sowie ein Solarmodul. In einer Werkstatt lässt sich das an einem Tag nachrüsten.

Strom ist im Reisemobil unverzichtbar. Ohne elektrische Energie würden weder Licht noch Heizung funktionieren. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Elektrogeräten, die das Leben im Wohnmobil so viel angenehmer gestalten. 

Doch mit der Zeit nimmt die Spannung der Bordbatterie ab. Dann muss neuer Strom in den Energiespeicher fließen – das geschieht während der Fahrt meist automatisch durch die Lichtmaschine, was bei modernen Systemen zu Problemen führen kann. Denn: Wer darauf vertraut, dass beide Batterien bei der Ankunft auf dem angesteuerten Stellplatz ausreichend Ladung aufweisen, wird oft enttäuscht. 

Wieso lädt die Bordbatterie nicht komplett nach?

Verantwortlich für die Weiterführung des von der Lichtmaschine erzeugten Stroms ist der Laderegler des Basisfahrzeugs. Dieser versorgt beide Batterien mit derselben Ladespannung. Dabei wird es zum Problem, dass die Starterbatterie häufig nur geringfügig entladen ist, während die Aufbaubatterie große Ladungsverluste aufweist. Denn ungeachtet der Ladespannung der Bordbatterie drosselt der Lichtmaschinenregler die Leistung des Generators bereits nach kurzer Zeit, um die Fahrzeugbatterie vor Überladung zu schützen. 

Diese Ladehemmung bemerkte dann und wann auch die promobil-Redaktion im aktuellen Dauertest-Wohnmobil Knaus Van I 600 MG. Es gibt mehrere Anbieter, die Lösungen dafür anbieten. Zusammen mit der Firma Ctek und dem Werkstattausrüster Kunzer fanden wir einen Weg, die Lichtmaschine effektiver nutzen zu können. 

Ctek 100 A Offroad für effiziente Ladung der Bordbatterie

So statteten wir unseren Knaus Van I mit dem Ladesystem 100A Offroad aus. Das Set besteht aus einem Ladegerät und einem Energiemanagementsystem namens Smartpass. Dieses steuert den Stromfluss von verschiedenen Quellen hin zur Batterie und den Verbrauchern. 

Der große Vorteil dieser intelligenten Laderegelung: Das Energiemanagementsystem, auch Booster genannt, behandelt jede Batterie individuell. Selbst wenn die Starterbatterie bereits voll ist, wird die Aufbaubatterie weiterhin mit hoher Spannung geladen. 

Das Ladegerät D250S Dual kann für alle Typen von 12-Volt-Blei-Batterien verwendet werden. Der Ladevorgang läuft in fünf Stufen ab, wobei die Höhe der Ladespannung während der einzelnen Phasen variiert. So reduziert das D250S Dual die Ladespannung, wenn die Batterie 80 Prozent ihrer Kapazität erreicht hat. Diese Ladekennlinie verlängert die Lebensdauer der Batterie. Dem Namen des Ladegeräts entsprechend, können zwei Stromquellen angeschlossen werden. 

Das D250S Dual entscheidet selbst, welche der zur Verfügung stehenden Gleichstromquellen angezapft wird. Damit unserem Testfahrzeug auch bei längeren Standzeiten ohne Landstrom nicht der Saft ausgeht, haben wir ergänzend zum Ctek-Ladesystem ein Solarmodul von Büttner Elektronik montiert. Das Modul aus der Serie Black Line besitzt mit 72 einzelnen Solarzellen doppelt so viele Zellen wie übliche Module. Das soll Vorteile bieten, da die Leistung des Panels bei Teilabschattung nicht vollständig abfällt. 

Ladesystem nachrüsten: Die bestehende Bordelektronik wird ergänzt 

Beim Einbau des Ladesystems verbleibt die Original-Bordelektronik im Fahrzeug. Das nachgerüstete Ladegerät und der Smartpass ergänzen die bestehenden Komponenten im Wohnmobil. Bisher war der Elektroblock von Schaudt für die Ladung der Batterie verantwortlich. Der blaue Kasten, der in vielen Reisemobilen die elektronische Steuerzentrale stellt, bleibt bei den Montagearbeiten unangetastet. Künftig wird das Lademodul aber von dem neuen System überbrückt. 

Die beiden taschenbuchgroßen Geräte schrauben wir unter der Seitensitzbank fest. Dort ist das System aufgeräumt und in der Nähe der Bordbatterie platziert. Der aufwendigste Teil der Einbauarbeit beläuft sich auf die Verkabelung. 

Eine saubere Kabelverlegung sorgt für eine sichere Stromversorgung 

Daher sollte dieser Schritt von einem Fachmann durchgeführt werden. Werkstattmeister Endercan Ustûner vom Caravan Center in Forstinning (www.camping-cf.de) entscheidet sich für Kabel mit einem Querschnitt von 16 mm2. "Neben der Dicke des Kabels achte ich auch immer auf die Stärke der Sicherungen. Ich habe schon Reisemobile gesehen, die von Werk ab zu gering bestückt waren", ergänzt Ustûner und sichert das 100-Watt-Solarmodul mit 20 Ampere ab. 

Nach abgeschlossener Montage kann der Stromfluss wieder aktiviert werden. Dass das Ladesystem funktioniert, zeigt das mitgelieferte Bedienteil umgehend an. Dieses gibt nicht nur Aufschluss über den aktuellen Zustand der Batterie und die gegenwärtige Ladung beziehungsweise Entladung,sondern berechnet auch die verbleibende Nutzungsdauer auf Grundlage des aktuellen Verbrauchs. Damit bietet sie dem Reisemobilisten echten Mehrwert. Denn die Standard-Bedienpaneele zeigen in der Regel nur relativ ungenau den Füllstand der Batterie. 

So schlägt sich das Ladesystem im Test

Seit dem Einbau des Ladesystems hat das Testfahrzeug erst wenige kurze Strecken zurückgelegt. Aber bereits auf Kurzstrecken von maximal zwei Stunden Dauer macht sich der Ladebooster durch eine deutlich effektivere und somit schnellere Batterieladung bemerkbar. Das Solarmodul kam bisher wetterbedingt noch nicht zum Einsatz. Etwa ein halbes Jahr lang wird der Knaus Van I noch im Fuhrpark bereitstehen. Während dieser Zeit werden wir die Funktion des Ctek-Ladesystems weiter testen und über die Ergebnisse berichten.

Anbieter 

Büttner Elektronik: Telefon 05973/900370
www.buettner-elektronik.de 

Carbest: Telefon 06150/8662310
www.reimo.com

Ctek: Telefon 08121/22023
www.ctek.de

Dometic: Telefon 02572/8790
www.dometic.com 

Microcharge: Telefon 05722/981967
www.microcharge.de 

Schaudt: Telefon 07544/95770
www.schaudt-gmbh.de 

Votronic: Telefon 06641/911730
www.votronic.de 

Autor

Foto

Christian Haasz

Datum

23. März 2017
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 03/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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