Sicherheit im Wohnmobil 18 Bilder Zoom

Alarmanlagen im Wohnmobil: Überwachen und abschrecken

Diebe erregen nur ungern Aufsehen. Deshalb fliehen sie oft, sobald eine Alarmanlage im Wohnmobil laut aufheult. promobil hat die besten Tipps und eine Marktübersicht der Alarmanlagen für Sie.

+++ Eine Marktübersicht über Alarmanlagen als Tabelle plus alle Ergebnisse des Kurztests der Ortungsgeräte finden Sie im kostenpflichtigen PDF-Download. +++

Nichts schreckt Diebe so sehr ab wie Lärm. Denn dann ist der Fahrzeughalter sofort in Alarmbereitschaft, wenn er noch im Auto oder in der Nähe ist. Außerdem weckt das Heulen einer Sirene die Aufmerksamkeit von Passanten eher als eine ano­nyme Person, die sich am Fahrzeug zu schaffen macht und zum Öffnen der Tür etwas länger braucht. Wenn die Alarmanlage anspringt, wetzen Gauner deshalb oft davon.

Zu Überwachen gibt es die Fenster und Türen des Fahrzeugs und eventuell die Bewegungen im Innenraum des Mobils. Der Abschreckung dienen ein Alarmton, eine zusätzliche Sirene oder die Aufkleber an den Fenstersensoren. "Das ist wichtig, weil Einbrecher scheu sind und keine Aufmerksamkeit erregen möchten", sagt Mark Thietje vom Alarmanlagenbauer Thitronik.

Wie funktioniert eine Alarmanlage im Wohnmobil?

Die wichtigste Aufgabe kommt der Zentrale der Alarmanlage zu. Sie empfängt die Meldungen von den Tür- und Fenstersensoren und löst dann den Alarm aus. Da zumindest im Fahrerhaus die Elektronik mit der Bus-Technik von Autos funktioniert, haben die Alarmanlagenbauer ihre Geräte daran angepasst. Viele reisemobiltaugliche Alarmanlagen sind deshalb mit dem CAN-Bus-Netz kompatibel. Über das Controller Area Network sind die elektronischen Komponenten im und um das Cockpit miteinander verbunden – auch das Schließsystem. Öffnet ein Dieb das Türschloss ohne Freigabe der Elektronik, wird das im CAN-Bus-Netz registriert und die Alarmanlage springt an.

Dank der CAN-Bus-Kompatibilität lässt sich die Alarmanlage mit der Fernbedienung am Autoschlüssel aktivieren und ausschalten, da das Signal des Funksenders die Schließelektronik freigibt. Entriegelt man die Türen dagegen nur mit dem Autoschlüssel, bleibt die Alarm­anlage scharf. "Ein Schlüssel kann leicht nachgemacht werden und gilt deshalb als unsicherer als das Funksignal einer Fernbedienung", sagt Harald Schäfer vom Elektronikspezialisten Caratec. Die Alarman­lagen funktionieren jedoch auch in Fahrzeugen ohne CAN-Bus, weil die Hersteller meistens eigene Fernbedienungen mitliefern.

Alarmanlagen-Komponenten: Bewegungsmelder

In vier von sechs Fällen sind Bewegungsmelder in das Alarmsystem integriert. Der Sopo-Alarm von Linnepe und die Wipro III von Thitronik kommen ohne aus. Die Geschäftsführung von Thitronik begründet das mit der Nutzerfreundlichkeit. Die Alarmanlage sei oft an, während die Camper im Mobil sitzen. Zudem sei ein Reisemobil nicht hermetisch abgeriegelt. Alles Auslöser potenzieller Fehlalarme. Dass eine Alarmanlage ohne Bewegungsensor nutzerfreundlich ist, gibt auch mancher Konkurrent zu. "Aber es geht zulasten der Sicherheit", fügt Harald Schäfer an. Trotzdem gilt für Reisemobile, dass man den Bewegungsmelder deaktivieren können sollte, während die Anlage läuft.

Alarmanlagen-Komponenten: Tür- und Fenstersensoren

Um die Zentrale können Camper ein ganzes Sicherheitssystem konstruieren. Die wichtigsten Zusatzbauteile sind die Sensoren für die Türen. Fenstersicherungen sehen die Hersteller nur als Bonus. "Am häufigsten brechen die Täter über die Fahrerhaustüren und die Aufbautüren ein, weil das wesentlich bequemer ist als über die Fenster", sagt Mark Thietje.

Sobald ein Einbrecher bei eingeschalteter Alarmanlage die Tür öffnet, verlieren die Magnetsensoren den Kontakt zueinander und die Sirene heult los. Früher gab es die Sensoren mit Kabelverbindungen, heute haben sie meistens eine Batterie und einen Funksender. Beim Sopo-Alarm von Linnepe muss dafür ein Funkmodul eingebaut werden.

Die Sensoren gibt es häufig in Weiß und in Schwarz. Eine Bedeutung für den Diebstahlschutz hat dies nicht. Es geht eher um die Optik im Innenraum. Die weißen Sensoren passen besser zu Aufbautüren und Dachluken, die schwar­zen zu den dunkel getönten Fenstern. Abschreckende Wirkung nach außen erzielen eher Aufkleber mit Alarm-Aufschrift auf der Rückseite der Fenstersensoren.

Alarmanlagen-Komponente: Gaswarner

Eine weitere optionale Komponente sind Gaswarner. Hier gehen die Hersteller teils unterschiedliche Wege. NCA hat einen ganzen Reigen von Geräten im Programm, die auf bestimmte Gasarten spezialisert sind. Modelle, die Narkosegase wahrnehmen, sind auch darunter. Die anderen Hersteller vertreiben Universalgeräte. Mancher Camper mag einen Gaswarner aus Angst vor Gasüberfällen einbauen, wichtig sind die Geräte vor allem als Schutz vor Gaslecks. Deshalb gilt es, die Detektoren unten und in der Nähe der Heizung oder der Gasflaschen anzubauen. Das austretende Flüssiggas ist schwerer als Luft und sammelt sich am Boden.

Videoüberwachung: Rundumsicht mit Tevidi

Beinahe lautlos bewegen sich Einbrecher oft um das Reisemobil. Aber unsichtbar sind die Verbrecher nicht. Genau das nutzt das Sicherheitssystem von Tevidi aus. Auf allen Seiten des Reisemobils baut der Hersteller des Videoüberwachungssystems Kameras an. Das System kann mit einer eingebauten Alarmanlage gekoppelt werden. Wenn der Besitzer per Videoüberwachung von innen auf seinem PC, Tablet oder Handy über das Tevidi-System einen Einbrecher erkennt, kann er den Alarm zur Abschreckung auslösen. So kommt er gar nicht in die Gefahr, dem Verbrecher zu begegnen. Die Steuereinheit des Tevidi-Systems verfügt zudem über eine Notruf-Funktion. Wird die per Schalter oder App aktiviert, geht bei der Notrufzentrale eine Alarmmeldung ein. Dabei wird die Position per GPS automatsich gemeldet. Die Kommunikation übernimt ein W-Lan-Router. In den hochpreisigen Medium- und Complete-Paketen ist er mit einer Mobilfunkverbindung ausgestattet, was mobiles Internet und eine Fernüberwachung ermöglicht. So viel Sicherheit kostet in der Basic-Versionn 1999 Euro. Info: www.tevidi.com

Was bringen Ortungsgeräte?

Ergänzen lässt sich das System noch durch ein Ortungsgerät, das bei fast allen Herstellern optional erhältlich ist – außer bei Lineppe. Es wird wie die Sensoren mit der Zentrale gekoppelt. Wer die Ortungsgeräte richtig programmiert, bekommt einen Alarm, sobald sich das Reisemobil aus einem festgelegten Sektor bewegt. Außerdem helfen die Sender bei der Fahrzeugsuche, sollte es einmal gestohlen werden. Glücklicherweise sind solche Fälle nicht sehr häufig. Den meisten Langfingern geht es mehr um den Inhalt als um das Fahrzeug.

Ortungsgeräte im Kurztest: Gerade mal 265 Diebstahlsdelikte von Campingfahrzeugen hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherer im Jahr 2013 festgestellt. Nicht viel, und dennoch 265 zu viel. In diesen schlimmsten Fällen spielen spezielle Ortungsgeräte ihre Stärken aus. Sie helfen, das Fahrzeug nach einem Diebstahl wiederzufinden. Stellt der Halter sie richtig ein, erhält er eine Nachricht, falls das Mobil unautorisiert aus einem festgelegten Bereich fortbewegt wird. Neben den Geräten der Alarmanlagenherstellern sind auch unabhängige Ortungsgeräte auf dem Markt. promobil hat vier Geräte exemplarisch einem Kurztest unterzogen. Geschaut wurde auf die Benutzerfreundlichkeit und das zuverlässige Funktionieren im Alarmfall. Den kompletten Test lesen Sie im kostenpflichtigen PDF-Download (siehe oben).

Portraits Redaktion

Foto

Ingolf Pompe, Beate Jeske

Datum

22. November 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 11/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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