Praxis: Tapeten ausbessern 4 Bilder Zoom

Tapeten im Wohnmobil ausbessern: Schöner wohnen

Wohnmobil lassen sich ohne viel Aufwand mit einer Blende ausbessern. promobil erklärt, wie's geht.

Seit 17 Jahren leistet das Reisemobil treue Dienste. Doch jedes Mal, wenn man zur Tür hinausgeht, fällt der Blick auf dieses hässliche Loch in der Tapete. Ein Bild von Oma darüberzuhängen, kommt an der Stelle nicht in Frage. Und das Ganze mit gleichem Mate­rial so auszubessern, dass man es nicht sieht? Unmöglich. Ganz zu schweigen von dem Aufwand, dieses Uraltdekor noch irgendwo aufzutreiben.

„Ist aber auch gar nicht nötig“, meint Frank Woelcke aus Heimsheim, seines Zeichens Erbauer von (meist) offroad-tauglichen Reisemobilen und ausgestattet mit dem Blick für praxisgerechte und mit vertretbarem Aufwand umsetzbare Problemlösungen. Und dann exerziert er in Windeseile vor, wie das geht.

Zunächst mal eine Schablone machen. Karton, etwas fester als Tonpapier, eignet sich gut dafür. Die neue Blende soll der Form des seitlichen Spritzschutzes an der Küche folgen. Die Form wird auf ein Stück Sperrholz übertragen. Mit der großen Tischkreissäge geht das fix, aber es tut auch eine Stichsäge, zur Not sogar der gute alte Laubsägebogen. Dann greift sich Woelcke einige Stoffballen aus dem Regal. Die Farbe soll ja zum Rest der Einrichtung passen. Die Wahl fällt auf eine karamellfarbene Mikrofaser – verblüffend schmutzunempfindlich, trotzdem angenehm weich. Etliche Textilanbieter wie Gisa Tex, Höpke oder Capiro tummeln sich auf dem Markt. Polste­reibetriebe, wie die Polstermacher (Tel. 06701/7969) oder Junglas Design (Tel.07824/6649670), helfen weiter.

Mit Cutter oder Schere wird der Stoff grob zugeschnitten. Woelcke sprüht Tuch und Brett mit Sprühkleber ein. Nach kurzem Ablüften verklebt er beide Teile sorgfältig. Alles glatt, keine Falten? Gut! Der Cutter flitzt erneut die Kanten entlang, lässt etwa drei Zentimeter Zugabe am Rand. Damit sich das Tuch auch faltenfrei um die Ecken legen lässt, werden sie im stumpfen Winkel angeschnitten. Genau auf der Spitze bleibt ein schmaler Steg stehen. Und noch mal Sprühkleber drauf. Vorsichtig mit der flachen Hand wird das Gewebe Stück für Stück um die Kanten gestrichen. Fertig!

Man kann die Blende natürlich festschrauben. Sikaflex hält auch, und man sieht keine Schraubenköpfe. Oben kommen noch zwei Handtuchhaken hin, damit das Ganze auch einen praktischen Nutzen hat. Und das Reisemobil sieht wieder top aus. Das kann ja jeder! Vielleicht. Nur halt nicht annähernd so schnell wie Woelcke. Und auf die Idee muss einen auch erst mal einer bringen.

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Datum

27. Oktober 2009
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