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Schlafkomfort im Wohnmobil optimieren: Wie man sich bettet

Erholsamer Schlaf ist kein Zufall: Erfahren Sie alles, was Sie über Matratzen und Roste wissen müssen, und wie Sie Ihr Wohnmobil-Bett optimieren. Es gibt viele Anbieter von speziellen Schlafsystemen.

Durchschnittlich sieben Stunden pro Tag schlafen die Deutschen, das hat eine Studie der Uni Regensburg herausgefunden. Im Urlaub dürfte dieser Wert wohl noch höher liegen. Ob man jedoch morgens erholt aufwacht, hat nicht nur mit der Schlafdauer, sondern auch wesentlich mit dem Komfort des Betts zu tun.

Die serienmäßig in Wohnmobilen verwendeten Matratzen und Roste erreichen häufig keine Bestwerte, was Materialqualität und Liegekomfort angeht. Die Nachrüstung eines hochwertigen Schlafsystems ist daher oft die beste Lösung. Da Reisemobilbetten meist keine Standardmaße haben, ist der Gang in ein Fachgeschäft Pflicht. Ein solches auf Reisemobilisten spezialisiertes Geschäft ist Ott’s Traumwelt in Welzheim bei Stuttgart. Dort haben wir uns umgeschaut und uns genau erklären lassen, worauf man bei der Matratzenwahl achten muss und wie man bestehende Schlafsysteme verbessern kann.

Worauf muss man beim Matratzenkauf achten?

Essenziell ist eine fundierte Beratung im Geschäft und die Möglichkeit, Probe zu liegen. Eine mehrwöchige Rückgabefrist ist ideal, denn manchmal merkt man erst nach zwei Wochen, dass die teure Matratze doch nicht passt. Vorbildlich ist das Angebot von Ott’s Traumwelt, wo Kunden auf dem firmeneigenen Stellplatz übernachten und auf der neuen Matratze Probe schlafen können – ganz ohne Kaufverpflichtung. Wenn zwei Personen sich eine Matratze teilen, muss man auch die unterschiedlichen Anforderungen im Auge behalten, denn Frauen brauchen im Hüftbereich oft weichere Unterlagen als Männer. Leichte Personen kommen mit dünneren und weicheren Matratzen zurecht, während Schwergewichte tendenziell eine härtere und dickere Matratze brauchen. 70 Prozent des Schlafkomforts macht die Matratze aus, es gilt: je dicker, desto bequemer.

Was zeichnet eine gute Matratze aus?

Die Qualität einer Matratze hängt von ihrem Raumgewicht, der Stauchhärte und eingearbeiteten Profilen ab. Am häufigsten finden in Reisemobilen Kaltschaummatratzen Verwendung. Eine gute Matratze lässt den Körper im Schulter- und Hüftbereich einsinken und stabilisiert ihn im Lendenbereich. Jeder Mensch gibt nachts Feuchtigkeit ab, die abtransportiert werden muss, weil sonst Schimmel entstehen kann. Die Durchlüftung ist daher auch sehr wichtig.

Was ist das Raumgewicht?

Das Raumgewicht (RG) sagt aus, wie viel Kilogramm Rohstoff in einem Kubikmeter Schaumstoff verarbeitet wurde und ist entscheidend für die Elastizität. Je höher das Raumgewicht, umso elastischer und stabiler ist der Schaumstoff. Das Raumgewicht guter Schaummatratzen sollte bei 40 oder höher liegen.

Was ist die Stauchhärte?

Die Stauchhärte ist ein Maß für die Festigkeit, sie sagt also aus, wie hart oder weich eine Matratze ist. Es gibt verschiedene Härtegrade, die jedoch nicht normiert sind und von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sein können. Faustformel: bis 80 kg Körpergewicht braucht man Härtegrad 2, bis 120 kg H3, bis 140 kg H4. Bei Bedarf kann in einem Fachgeschäft eine Matratze mit verschiedenen Härtegraden angefertigt werden. Das ist dann notwendig, wenn sich zwei unterschiedlich schwere Personen eine Matratze teilen.

Was hat es mit den Zonen auf sich?

Durch eine Zonierung der Matratze kann man unterschiedliche Härtegrade realisieren. Das funktioniert durch das Einkleben von Schaumkeilen oder Schlitzen im Schaum. Bei Schaumstoff-Matratzen bedingen Form und Tiefe der Schnitte die Eigenschaften der Matratze: Je tiefer die Schnitte, umso weicher der jeweilige Bereich. Üblich sind drei, fünf oder sieben Zonen, die Anzahl der Zonen ist aber noch kein Qualitätsmerkmal, es kommt stark auf die Ausführung an. Speziell für Reisemobile hat Klaus Strobel von Ott’s Traumwelt eine Matratze entwickelt, die nur auf der Liegeseite eingeschnitten ist. Dadurch spart man im Reisemobil wertvolle Zentimeter Höhe.

Wie viel muss man für eine gute Matratze investieren?

Mit 400–600 Euro sollte man rechnen. Das kostet eine hochwertige Kaltschaummatratze mit Raumgewicht 40 und Zonierung.

Welche Matratze eignet sich fürs Wohnmobil?

Für das Bett zu Hause sind Latexmatratzen mit das Beste auf dem Markt. Ihr hohes Gewicht und die geringe Durchlässigkeit für Feuchtigkeit, die zu Schimmel führen kann, disqualifizieren sie jedoch für den Gebrauch im Reisemobil. Viskoelastischer Schaum, besser bekannt unter dem Markennamen Tempur, ist sehr anpassungsfähig, prinzipbedingt aber auch sehr temperaturabhängig: Unter 16 Grad Celsius wird er bretthart. Zudem hat er nur ein geringes Rücksprungverhalten. Die Materialstauchung macht den Schaum weniger durchlässig, was zu Feuchte führen kann. Federkernmatratzen sind schwerer als Schaummatratzen und durch die Federn auch nicht so einfach umzuformen. Kaltschaum hat ein hohes Rücksprungverhalten, ist gut zu verarbeiten und langlebig. Im Reisemobil ist er daher eine gute Wahl und weitverbreitet.

Wie wichtig sind Belüftung und Unterfederung?

Jede Matratze braucht eine Unterlüftung – meistens ein Lattenrost, – da man nachts Feuchtigkeit abgibt. Die Unterfederung macht nur etwa 30 Prozent des Schlafkomforts aus. Aber: Ein schlechter Rost wird in kurzer Zeit auch die teuerste Matratze ruinieren, man sollte hier also nicht am falschen Ende sparen.

Welche Unterfederungen gibt es?

Am weitesten verbreitet sind Lattenroste, aus orthopädischer Sicht am besten Tellerfedern. Ab Werk haben viele Reisemobile einen traditionellen Lattenrost eingebaut, die meisten sind aus weicher und billiger Birke anstatt aus härterem Buchenholz. Der Abstand zwischen den einzelnen Latten ist außerdem oft viel zu groß. Die Hersteller gleichen das mitunter mit einer härteren Matratze aus, weil eine weiche zwischen den Latten durchdrücken würde. Wer den Lattenrost nicht komplett austauschen will, legt zur Optimierung ein engmaschiges Gitter auf den Rost, damit die Matratze eine ordentliche Auflagefläche hat. Tellerfedern sind am besten, aber auch hier gibt es qualitative Unterschiede, wichtig ist, dass die Auflagefläche groß genug ist. Ein Tellerfeder-Rost kostet 200–250 Euro.

Braucht man unbedingt einen Rost?

Lattenroste und Tellerfedern kosten Höhe, durchschnittlich 5–6 cm. Daneben dienen auch druckstabile, dreidimensionale Abstandsgewirke der Unterlüftung. Das kann eine gute Alternative sein, wenn man mehr Kopffreiheit gewinnen möchte.

Wie kann man mehrteilige Betten bequemer machen?

Manche Betten sind nur umgebaute Sitzgruppen und müssen somit verschiedene Anforderungen erfüllen. Auch mehrteilige Matratzen sind oft unbequem. Abhilfe schafft eine Matratzenauflage, zum Beispiel ein Topper aus Noppenschaum. Beachten: Je dicker die Matratzenauflage, umso mehr Stauraum benötigt sie.

Worauf muss man beim Bezug achten?

Der Bezug sollte nicht aus einem steifen Polsterstoff sein, besser sind elastische Doppeltücher. Eine eingesteppte Wattierung sorgt für den Feuchteausgleich. Der Bezug sollte abnehm- und waschbar sein. Mit einem Baumwolltrikot gleitet der Bezug besser über die Matratze, und es gibt keine Falten.

Wo bekommt man Maßanfertigungen?

Anders als Discounter bieten Fachgeschäfte individuelle Matratzenanfertigungen. Parkmöglichkeiten, auch über Nacht, haben die meisten Firmen, einige wenige verfügen sogar über einen Stellplatz mit Strom und Wasser.

Maßanfertigungen

Das Auge reist mit, und manchmal stört man sich an Kleinigkeiten. Zum Beispiel an einem Spannbetttuch, das nicht genau passt und Falten wirft. Abhilfe leistet zum Beispiel Dike Design Camping, die unter anderem maßangefertigte Spannbetttücher für Campingfahrzeuge anbietet (www.design-camping.de). Auch www.bettwaren-shop.de verkauft solche passgenauen Bettlaken. Bei Hymer kann man neben Matratzentoppern ebenfalls spezielle Spannbettlaken erstehen, verfügbar sind Varianten für französische Betten, Queensbetten und Längseinzelbetten (www.hymer-original-zubehör.com). Bei Bürstner haben einige Baureihen inzwischen passende Bettlaken für die Festbetten serienmäßig mit dabei. Für Hub- und Alkovenbetten kann man die passenden Bettlaken bei jedem Bürstner-Händler nachbestellen (www.buerstner.com).

Anbieter von Schlafsystemen für Campingfahrzeuge

Report: Service-Hotlines

Autor

Foto

Ingolf Pompe, Dike Design Camping

Datum

8. April 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 03/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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