Ratgeber: Rückfahrkameras 15 Bilder Zoom

Rückfahrkameras für Wohnmobile: Das dritte Auge

Rückfahrkameras sind ein wichtiges, wenn nicht sogar das wichtigste Zubehör für Reisemobile. promobil verrät die besten Tipps, wie Sie die richtige Rückfahrkamera für Ihr Fahrzeug finden oder ein bestehendes System optimieren.

Fall 1: „Wie finde ich für mein Reisemobil das optimale Rückfahrkamerasystem?“

Bei der Suche nach einem Rückfahrkamerasystem sind zwei Punkte entscheidend: erstens das eigene Nutzungsverhalten und zweitens das Fahrzeug. Wer zum Beispiel viel Autobahn fährt, für den ist es wichtig, zum sicheren Überholen den rückwärtigen Verkehr im Blick zu behalten. Hier wäre eine Kamera mit zwei Objektiven richtig – eines mit etwa 140 Grad diagonalem Bildwinkel für den Nahbereich beim Rangieren, eines mit einem diagonalen Bildwinkel von 50 Grad für die Fernsicht. Alternativ kommt eine Kamera mit nur einem Objektiv infrage, die sich zwischen Nah- und Fernsicht verstellt. Ist man viel im Dunkeln unterwegs, empfiehlt sich eine Rückfahrkamera mit Infrarot-LED-Beleuchtung (siehe dazu auch Fälle 5 und 6). Und für Wintercamper ist eine Shutterkamera ratsam (siehe Fall 10).

Daneben spielen die Gegebenheiten am Fahrzeug eine große Rolle. Kann die Kamera überhaupt mittig und in optimaler Höhe zwischen 2,30 und 2,50 Meter auf der Rückwand befestigt werden? Es gilt: Je tiefer die Rückfahrkamera montiert werden muss, desto größer sollte der diagonale Bildwinkel für den Nahbereich sein. Wie gut lassen sich die Kabel in den Innenraum und nach vorne ins Cockpit führen? Vor allem zur Klärung der fahrzeugspezifischen Anforderungen sollte man einen kundigen Händler zu Rate ziehen.

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Fall 2: „An meinem Campingbus ist oberhalb der Hecktüren kein Platz für die Montage einer Rückfahrkamera.“

Für diesen Fall haben die Rückfahrkamerahersteller spezielle Lösungen entwickelt. Von Dometic-Waeco gibt es für den Fiat Ducato X 250 und baugleicher Derivate eine Bremslichtkonsole, in die eine Rückfahrkamera eingebaut ist.

Für Kastenwagen à la Mercedes Sprinter und VW Crafter gibt’s vom selben Anbieter ein Dachaufbaugehäuse mit Kamera, so dass man auch mit Fahrzeugen dieser Klassen sicher rangieren kann.

Fall 3: „Der Monitor reagiert im Winter sehr langsam auf das Kamerasignal.“

Wahrscheinlichste Ursache ist diese: Die Rückfahrkamera arbeitet noch mit einem sogenannten CCD-Bildsensor. Dieser benötigt für die einwandfreie Funktion Wärme. Dazu ist im Kameragehäuse eine Heizung eingebaut, die vermutlich defekt ist, was den verlangsamten Bildaufbau bei kalten Temperaturen erklärt. Repariert werden kann eine kaputte Heizung nicht. Deshalb muss die komplette Kamera ausgetauscht werden.

Übrigens: Heutige Rückfahrkameras nutzen fast ausschließlich CMOS-Bildsensoren. Auch in ihren Gehäusen sind Heizungen eingebaut. Nicht aber, weil sie erforderlich für die Funktion der Kameras sind, sondern weil der Markt danach verlangt.

Fall 4: „Das Monitorbild ist unscharf, fast wie hinter einem Schleier.“

Ein milchiges Monitorbild resultiert meist daraus, dass die Rückfahrkamera Feuchtigkeit gezogen hat. Testen kann man das mit Hilfe von Kältespray, mit dem man das Kameraobjektiv einsprüht. Bleibt es bei normalen Temperaturen länger als drei Minuten beschlagen, ist die Kamera hinüber und muss getauscht werden. Feuchtigkeit dringt nicht unbedingt über das Kameragehäuse ein. Schuld können auch schlecht abgedichtete Steckverbindungen sein. Darauf sollten Sie bei der Installation achten und gegebenenfalls nachbessern.

Fall 5:  „Beim nächtlichen Rangieren auf dunklen Stellplätzen sehe ich auf dem Monitor nichts.“

Die Lichtempfindlichkeit der Rückfahrkamera – gemessen in Lux – reicht nicht aus, um bei Dunkelheit ein brauchbares Bild zu erzeugen. Wer häufig bei schlechten Lichtverhältnissen mit dem Reisemobil rangieren muss, sollte beim Kauf auf eine Kamera mit eigener Lichtquelle in Form von Infrarot-LEDs achten. Damit erzeugt die Kamera in der Regel selbst bei absoluter Dunkelheit von null Lux noch ein ausreichendes Bild zum sicheren Rangieren. Im Idealfall sind die Infrarot-LEDs separat im Kameragehäuse eingebaut und nicht mit dem Objektiv kombiniert (siehe dazu auch Fall 6).

Fall 6: „Beim Rangieren im Dunkeln ist das Bild teilweise zu hell.“

Ursache kann zum Beispiel eine Straßenlaterne sein, die direkt in das Objektiv der Kamera scheint. Häufig ist aber einfach der falsche Montageort der Kamera Grund für das Problem. Ist sie direkt oberhalb der dritten Bremsleuchte montiert, strahlt bei jedem Tritt auf das Bremspedal das Bremslicht in die Kamera und überstrahlt das Bild. Besser ist daher die Montage unterhalb der Bremsleuchte.

Bei Rückfahrkameras, bei denen Infrarot-LEDs unmittelbar um das Kameraobjektiv und mit ihm hinter derselben Schutzscheibe installiert sind, tritt noch eine weitere Ursache auf. Ist die Kamera stark verschmutzt und schalten sich die LEDs beim Rangieren in der Dunkelheit an, wird ihr Licht von der Verschmutzung reflektiert. Folge: Das Monitorbild erscheint viel zu hell. Einfachste Lösung ist, die Kamera regelmäßig zu reinigen.

Fall 7: „Beim Rangieren fehlt mir die Orientierung.“

Um sicher rangieren zu können, sollte der gesamte Heckbereich des Reisemobils in der Breite zu sehen sein. Ist das nicht der Fall, hat sich gegebenenfalls das Kameragehäuse verstellt. Das können Sie aber in der Regel mit einer Leiter, wenigen Handgriffen und einem Schraubendreher schnell nachjustieren.

Anders sieht es allerdings aus, wenn das Reisemobilheck aufgrund eines besonderen Designs die Einstellung des richtigen Kamerawinkels gar nicht erst erlaubt. Der Eura Mobil Activa mit seinem eingedrehten Heck ist so ein Beispiel. Dann hilft zur Orientierung ein Monitor mit Hilfslinien. Oder Sie basteln sich eine solche Hilfslinie mit einem dicken Filzstiftstrich auf einem Stück Tesafilm selbst. Einfach eine Kiste im gerade noch möglichen Rangierabstand hinter dem Reisemobil platzieren und die Hilfslinie an entsprechender Stelle auf dem Monitor aufkleben.

Fall 8: „Ich habe einen neuen Monitor angeschlossen. Alle Anschlüsse passen, trotzdem
funktioniert der Monitor nicht.“

Vorsicht, hier besteht sogar Kurzschlussgefahr. Jeder Rückfahrkamerahersteller nutzt im Prinzip ein eigenes Kabel für seine Systeme. Nicht nur das: Manchmal variieren die Kabel auch zwischen verschiedenen Kamerasystemen ein und desselben Herstellers.

Zwar sind die Anschlüsse in Form von Mini-DIN-Steckern überall gleich, jedoch kann sich die Belegung der Pins unterscheiden, so dass das System schlimmsten Falls Schaden nimmt. Um das zu vermeiden, kaufen Sie einen Tauschmonitor bei dem Hersteller, von dem auch die übrigen Komponenten stammen. Oder Sie klären die Kabelbelegung und suchen dann einen Monitor.

Fall 9: „Das Monitorbild ist seitenverkehrt.“

Ziel ist es, dass ein Hindernis hinten rechts am Mobil auch auf dem Monitor auf der entsprechenden Seite erscheint. Das ist dann der Fall, wenn das Kamerabild gespiegelt ist. Schreiben Sie ein Wort auf einen Zettel und lassen ihn von einem Helfer in die Kamera halten. Ist das Wort auf dem Monitor nur spiegelverkehrt lesbar, ist rechts in der Realität gleich rechts auf dem Monitor – und links genauso. Verändern lässt sich die Spiegelung in den Monitoreinstellungen.

Fall 10:  „Das Bild auf dem Monitor ist kaum erkennbar.“

Zunächst sollten Sie die Einstellungen des Monitors überprüfen. Eventuell lässt
sich das Bild über das Verändern von Kontrast, Helligkeit oder den Farbwert
verbessern. Gelingt das nicht, ist höchstwahrscheinlich die Kamera verschmutzt.
Passiert das häufig, weil Sie beispielsweise oft bei schlechten Straßenverhältnissen im Winter unterwegs sind, lohnt es sich vielleicht, auf eine Kamera mit Verschlussklappe (Shutter) umzurüsten. Der Shutter deckt das Kameraobjektiv ab und öffnet sich erst, sobald man den Rückwärtsgang zum Rangieren einlegt. Auf diese Weise bleibt die Linse sauber und von aufgewirbeltem Fahrbahnschmutz verschont.

Ratgeber: Experten-Tipps

Autor

Foto

Frank Eppler, André Becker (1), Bernd Thissen (1), Hersteller (1)

Datum

23. Juli 2014
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