Report: Service-Zentren der Hersteller 21 Bilder Zoom

Service Werkstätten der Wohnmobil-Hersteller: Hilfe aus erster Hand

Immer mehr Wohnmobilhersteller betreiben eigene Service-Werkstätten. Oft sogar in unmittelbarer Nähe des Fabrikgeländes. Lohnt sich die Fahrt ins Werk? promobil stellt wichtige Anlaufpunkte vor und erklärt, welche Leistungen Kunden dort erwarten dürfen.

Wohnmobilwerke üben eine besondere Anziehungskraft aus. Hier laufen die faszinierenden Freizeitfahrzeuge fabrikfrisch vom Band, hier tüfteln Techniker an den Modellen der Zukunft - und hier sitzen jene Menschen, die sämtliche Probleme am eigenen Wohnmobil lösen können. So oder so ähnlich denken wohl viele Wohnmobilfahrer.

Sonst wäre es wohl kaum zu erklären, dass immer mehr Herstellerwerke zum Kundentreffpunkt werden. Jüngstes Beispiel für diesen Trend: Das komplett neue Carthago-Werk im oberschwäbischen Aulendorf, nicht ganz zu Unrecht Carthago-City getauft. Die Wohnmobilproduktion hält sich hier dezent im Hintergrund.

In den Blick schieben sich Ausstellungsräume, von denen mancher Händlerbetrieb nur träumen kann, und ein Service-Zentrum mit einer langen Reihe von Werkstattplätzen. Einige Wochen zuvor erweiterte Dethleffs die Servicewerkstatt unweit des Werks um eine große Ausstellung, um die Anlaufstelle für Kunden noch attraktiver zu machen. Reparaturen, Besichtigung, Anmietung - fast nichts ist unmöglich.

Vorbildfunktion für andere Hersteller hatte das Service-Center von Bürstner. Seit Ende 2004 stehen hier die Tore für Bürstner-Begeisterte ebenso offen wie für Käufer mit Wehwehchen an ihrem Wohnmobil. Die Entstehungsgeschichte des eindrucksvollen Glaspalastes zeigt, warum sich die großen Marken überhaupt direkt um ihre Kunden kümmern, obwohl es dafür nahezu flächendeckende Händlernetze gibt: Der Bedarf war einfach da.

Probleme mit dem Wohnmobil vom Spezialisten beheben lassen

Schon vor dem Neubau eines einladenden Service-Centers planten viele Bürstner-Besitzer auf ihrer Tour einen kleinen Umweg zum Werk ein. Schließlich findet man die Produktion in Kehl nur wenige Kilometer entfernt von der Urlaubsstrecke A 5 im Südwesten Deutschlands. Da liegt es doch im wörtlichen Sinne nahe, ein kleines Problem gleich bei den Spezialisten beheben zu lassen. Schnell wird dabei übersehen, dass die Hauptbeschäftigung im Werk immer noch aus der Herstellung und Entwicklung neuer Modelle besteht. Andererseits benötigt auch mancher Händler Unterstützung, wenn es um wirklich große Reparaturen wie etwa den Austausch von Aufbauteilen geht. Das Service-Center hilft heute hier wie dort - und kann sich über mangelnden Zulauf nicht beklagen. Das gilt für alle Einrichtungen dieser Art.

Viele Kunden nehmen für den Service ab Werk weite Wege in Kauf. Sie scheinen größeres Vertrauen in Mechaniker zu haben, die ihren Lohn vom Hersteller erhalten. Sicher ist, dass sich die Mitarbeiter der Service-Center auf die Modelle eines Herstellers spezialisiert haben. Dennoch sind stets ausgebuchte Zentren kein Beweis dafür, dass dort noch bessere Arbeit abgeliefert wird als beim örtlichen Händler. Jedoch können die von Herstellern unterhaltenen Betriebe oft größere, deutlich aufwendigere Reparaturen ausführen und haben schnelleren und direkten Zugriff auf Ersatzteile aller Art. Für Kunden hat das einen weiteren Vorteil: Sie können die Standzeit des Wohnmobils und damit den Aufwand für Anlieferung und Abholung reduzieren. Zudem verfügen fast alle hier aufgeführten Stationen über gut ausgestattete Stellplätze, die bei der An- und Abreise für die Übernachtung genutzt werden dürfen. Das macht eine Reparatur auf der Durchreise komfortabel. Erstaunlich viele Hersteller haben ihren Standort in touristisch attraktiven Regionen.

Andererseits darf auch am Werk niemand permanente Reparaturbereitschaft erwarten. Wie jeder gute Handelsbetrieb halten sich Service-Center ein Zeit- und Werkstattkontingent für Notfälle frei. Davon abgesehen sollten sich Kunden anmelden. Wer ohne Termin auftaucht, wird wohl kaum weggeschickt, jedoch kann es sein, dass nur dringende Probleme behoben werden, um die Weiterreise zu ermöglichen. Klärt man den Reparaturumfang vorher im Detail ab, erspart man allen Beteiligten Überraschungen. Beispielsweise haben sich einige Service-Center nicht unbedingt auf Chassis-Reparaturen spezialisiert.

Händler bleibt der erste Ansprechspartner

Ebenfalls ganz wichtig ist: Wenn es um Gewährleistungsfälle geht, bleibt der Händler, bei dem das Fahrzeug erworben wurde, der erste Ansprechpartner. Bevor man sich also auf den Weg zum Hersteller macht, bespricht man die anstehende Beseitigung der Mängel also besser mit ihm. Bei dieser Gelegenheit kann man auch klären, wie es mit der Übernahme der Kosten für die An- und Abfahrt bei Gewährleistungsreparaturen aussieht. Wenn der nahe Händler alle Schäden beheben kann, wird sicher niemand Kilometergeld für die Fahrt ins weit entfernte Service-Center übernehmen.

Manchmal hat der Weg ins Werk aber nichts mit Kosten oder Zeitaufwand zu tun. Für Freunde der Marke ist der dortige Empfang ein wenig wie nach Hause kommen. Aus diesem Grund entwickeln sich große Kundenzentren in Richtung Erlebniswelt. Hier kann man sich bei Werksbesichtigungen die Technik erklären lassen und mit Profis fachsimpeln. In den großzügigen Ausstellungshallen fehlt es weder an Angeboten von passendem Zubehör noch an Fan-Artikeln.

Erst recht laden die blitzsauberen und wohltemperierten Hallen bei jeder Wetterlage zur ausgiebigen Besichtigung von Neufahrzeugen ein. Bei einer Tasse Kaffee kommt man dem Traummobil entspannter nahe als auf gut besuchten Messen. Niemand wedelt im Hintergrund mit einem Auftragsformular. Im Gegenteil: Fast alle großen Hersteller lehnen den Verkauf ab Werk grundsätzlich ab. Mit Fabrik-Outlet-Centern will man hier nichts zu tun haben.

Entschließen sich Interessenten dennoch spontan zum Kauf, können Service-Center aber die Vertragspartner zusammenbringen. Abwicklung und Auslieferung laufen dann üblicherweise über einen Händler in der Nähe des Wohnorts. Dieser profitiert dadurch ebenso vom Verkauf. Damit beweisen die Hersteller Verantwortung gegenüber ihren Handelspartnern und bieten die Chance für eine tragfähige Kundenbeziehung.

Sonderfall: Expocamp

Einen Sonderfall stellt das Expocamp nahe Würzburg dar. Hier befindet sich weit und breit keine Wohnmobilproduktion. Der riesige Handels- und Werkstattbetrieb ist jedoch Teil der Hymer-Gruppe – genauso wie die Marken Bürstner, Carado, Dethleffs, Hymer, Laika, LMC, Niesmann + Bischoff sowie Sunlight. Für den gesamten Hymer-Konzern bietet sich das Expocamp als Spezialist für schwierige Fälle an. Dort finden sich etwa sämtliche Vorrichtungen, die für Tausch und Reparatur kompletter Aufbauteile benötigt werden.

Was eine große Gruppe mit einer gigantischen Niederlassung auf die Beine stellt, ist für viele kleine Hersteller jedoch nichts Neues: Service ab Werk gehört für manche Campingbus-Ausbauer oder Luxusmobil-Manufakturen zum Alltag. Manche Nischenanbieter kommen seit jeher ohne Händlernetz aus und kennen gute Kunden persönlich. Andere Betriebe sind gewachsen, pflegen aber traditionell den direkten Kontakt. Auch über lange Distanzen hinweg besteht hier oft eine enge Bindung, die größere Hersteller mit Service-Zentren zurückgewinnen wollen.

Auf der nächsten Seite: alle Wohnmobil-Werke mit Service-Center mit Adressen und Freizeitmöglichkeiten im Überblick. Außerdem: Der Service an den Produktionsstandorten der Zulieferer.

Foto

promobil-Archiv, Hersteller

Datum

17. Dezember 2013
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