Urlaub mit Haustier 18 Bilder Zoom

Reisen mit Tieren im Wohnmobil: Tierisch unterwegs

Ob Transport oder Einfuhrbestimmungen: Der Urlaub mit Haustier bedarf der Planung, damit alle Spaß auf Tour haben. promobil sagt, worauf es ankommt. Mit diesen Tipps werden Sie Reise-Tierprofi.

Zu vielen Wohnmobilbesatzungen gehört ein Haustier, meistens ein Hund. Das ist kein Wunder, schließlich profitieren die Vierbeiner in besonderem Maße von der mobilen Freiheit. In Hotels und Ferienwohnungen sind sie oft nicht gern gesehen, umso mehr Spaß macht da der Urlaub im Campingfahrzeug. Neben Hunden sieht man auf Stell- und Campingplätzen auch hin und wieder eine Katze. Katzen reagieren empfindlicher als Hunde auf die Veränderung der Umgebung, weshalb generell eher davon abgeraten wird, sie mit auf Tour zu nehmen.

Das muss aber nicht heißen, dass es in Einzelfällen nicht trotzdem sehr gut funktionieren kann, wie das Beispiel von Kater Emil aus der Schweiz zeigt. Er ist seit Jahren mit seiner Besitzerin Irene Grill im Reisemobil unterwegs und hat inzwischen sogar eine eigene Katzenklappe – samt Leiter zum bequemen Aufstieg. Bei der ersten gemeinsamen Tour war Emil erst viereinhalb Monate alt, was vielleicht auch eine Rolle für seine "Wohnmobil-Kompatibilität" spielt. Mit der Leine, an die er gelegt wurde, konnte er sich allerdings überhaupt nicht anfreuden und büxte bei der ersten Gelegenheit aus – kam aber bald wieder zum Mobil zurück. Sein Frauchen ist sich jedenfalls sicher, dass er die gemeinsamen Touren genießt.

Beim Transport von Haustieren, insbesondere Hunden, im Reisemobil scheiden sich die Geister. Viele Reisemobilisten verzichten auf die Sicherung ihres Tiers. Als Argument hört man immer wieder, der Hund solle es bequem haben. Es käme jedoch vermutlich niemand auf die Idee, seinen Kindern der Bequemlichkeit wegen den Sicherheitsgurt zu ersparen – seinem Hund sollte man das auch nicht zumuten. Man muss sich bewusst sein: Ein ungesicherter Hund kann sich selbst und andere Mitreisende bei einer abrupten Bremsung oder einem Unfall schwer verletzen oder auch Rettungskräfte im Fall eines Unfalls behindern.

Mensch und Tier müssen gesichert sein

Die Straßenverkehrsordnung kennt kein spezielles Sicherungsgesetz für mitfahrende Haustiere, im rechtlichen Sinne gelten Bello und Co. als "Ladung", die während der Fahrt so zu sichern ist, dass sie "selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen und niemanden gefährden kann" (§ 22, StVO).

Sichere Transportsysteme sind also gefragt, davon gibt es einige. Je nach Größe des Hundes kommen verschiedene Varianten infrage. Bevor man sich eine Transportbox kauft, sollte man sich deren Platz im Reisemobil gut überlegen und gegebenenfalls ausmessen.

Es gibt sie in diversen Ausführungen: aus Plastik oder Stoff oder als metallene Gitterboxen. Letztere sind wegen ihrer Stabilität besonders zu empfehlen. Aber: Die Teile nehmen Platz weg. Am Ziel muss man sie erstmal wieder wegpacken. Wohl dem der eine Heckgarage hat. Sofern man die Box nicht sowieso dort installiert. Wohler als im dunklen Staufach fühlen sich Vierbeiner aber vorn bei Herrchen und Frauchen. Je nach Grundriss bietet sich daher der Platz unter dem Tisch für die Box an. Quer zur Fahrtrichtung platziert und eventuell verzurrt, kann sie dort auch bei starken Bremsungen nicht verrutschen.

Spezial-Anfertigung von Hymer geplant

Hymer plant derzeit eine maßgeschneiderte Transportbox-Lösung für Hunde, ansonsten gibt es von den Wohnmobil-Herstellern so gut wie keine derartigen Angebote. Ist der Hund zu groß oder stresst ihn der Transport in einer Box zu sehr, kann man auch auf Sicherheitsgeschirre zurückgreifen. Diese sollten über breite Gurte verfügen und gepolstert sein. Das Geschirr wird mit einem Dreipunktgurt verbunden. Achten Sie darauf, dass der Gurt nicht zu viel Spiel hat. Preislich liegt das Sicherheitsgeschirr deutlich unter der Transportbox. Einfache Ausführungen sind bereits ab etwa 20 Euro erhältlich, jedoch sollte man nicht zum billigsten Produkt greifen, sondern besser zu einem hochwertigen mit TÜV-Siegel. Boxen gibt es ab 50 Euro, Gitterkäfige aus Alu oder Edelstahl können schnell bei 300 Euro liegen, Sonderanfertigungen noch darüber.

Ist der Hund zu groß oder stresst ihn der Transport in einer Box zu sehr, kann man auch auf Sicherheitsgeschirre zurückgreifen. Diese sollten über breite Gurte verfügen und gepolstert sein. Das Geschirr wird mit einem Dreipunktgurt verbunden. Achten Sie darauf, dass der Gurt nicht zu viel Spiel hat. Preislich liegt das Sicherheitsgeschirr deutlich unter der Transportbox. Einfache Ausführungen sind bereits ab etwa 20 Euro erhältlich, jedoch sollte man nicht zum billigsten Produkt greifen, sondern besser zu einem hochwertigen mit TÜV-Siegel. Boxen gibt es ab 50 Euro, Gitterkäfige aus Alu oder Edelstahl können schnell bei 300 Euro liegen, Sonderanfertigungen noch darüber.

Für die meisten Hunde ist eine Reise anstrengend: Während der Fahrt sind sie lange auf engen Raum beschränkt, und am Zielort stürzen viele neue Eindrücke auf sie ein. "Wie viel Stress das bedeutet, ist von Tier zu Tier verschieden", gibt Tanja Uhland von der Hundeschule t.a.n.i. zu bedenken. Je besser man seinen Hund kennt, umso besser kann man auch einschätzen, ob er gerade entspannt oder gestresst ist. Anzeichen für letzteres sind zum Beispiel Unruhe, starkes Hecheln, zittern, speicheln oder die Verweigerung von Leckerlis oder Futter. Bei Pausen sollte man den Hund stets anleinen, denn gerade an Raststätten gehen viele Hunde verloren. Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, kann man sein Haustier unter www.tasso.net registrieren lassen und so die Chance auf das Wiederfinden erhöhen. Als Anleinhilfe kann der Dog sitter von Linnepe dienen.

Neue Umgebung gemeinsam kennen lernen

Eine gebogene Metallplatte mit Öse für die Leine, auf die man  ganz bequem mit einem Reifen auffahren kann. Nach der Ankunft am Urlaubsort empfiehlt es sich, erst einmal einen gemütlichen Spaziergang an der langen Leine zu machen, damit der Hund seine neue Umgebung erkunden kann. "Man kann auch eine kleine Leckerli-Suche veranstalten", rät Tanja Uhland. Wichtig ist es, den Hund jetzt nicht zu überfordern und ihm Zeit zu geben, damit er richtig ankommt. Wenn ein Campingplatz das Reiseziel ist, sollte man sich im Vorfeld erkundigen, ob Hunde dort erlaubt sind und ob es spezielle Einrichtungen für die Vierbeiner gibt. Manche am Wasser gelegene Plätze haben beispielsweise eigene Hundestrände, Spielwiesen oder Hundeduschen. Ärgerlich ist es, wenn Hunde zwar auf einem Platz geduldet sind, es aber keine Angebote für sie gibt und man damit den Übernachtungspreis für den Hund ohne Gegenleistung entrichtet. Auf Stellplätzen hat man diese Problematik meistens nicht, denn Hunde sind hier oft in der Gebühr inbegriffen.

Über Einfuhrbestimmungen bei Reisen ins Ausland sollte man sich vorab erkundigen. Für Reisen in EU-Länder gibt es Mindestanforderungen für Hunde, Katzen und Frettchen, die erfüllt sein müssen. Dazu gehört zum Beispiel der EU-Heimtierausweis. Es handelt sich dabei um einen erweiterten Impfpass, der durch die Eintragung von Chip-Nummer oder Tätowierungsnummer, Rasse und Geschlecht eindeutig einem bestimmten Tier zugeordnet werden kann. Den Heimtierausweis kann jeder Tierarzt ausstellen. Als Kennzeichnung ist seit dem 3.7.2011 nur noch der Mikrochip zugelassen, die Tätowierung wird nicht mehr anerkannt. Ein Tier, das nachweislich vor diesem Datum tätowiert wurde, muss allerdings nicht zusätzlich gechipt werden. Das Tier braucht für den Grenzübertritt außerdem eine gültige Tollwutimpfung, wobei mittlerweile von den meisten Ländern die Drei-Jahres-Tollwutimpfung anerkannt wird.

Auskünfte zu den Impfintervallen und anerkannten Impfstoffen erhält man beim Tierarzt. Da das Tier für die Tollwutimpfung mindestens drei Monate alt sein muss und die Impfung erst nach 21 Tagen als gültig anerkannt wird, sind jüngere Welpen entsprechend noch ohne Impfschutz. Hier darf jedes Land selbst entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen der Welpe trotzdem einreisen darf.

Anbieter von Hundezubehör

Doggy Safe
Sicherheitsgurte
Telefon 09562/920120
www.doggysafe.de

GLA-WEL
Transportboxen
Telefon 05422/943901
www.gla-wel.de

Hunter
Zubehör rund um den Hund
Telefon 05202/91060
www.hunter.de

Kleinmetall
Transportboxen und -gitter
Telefon 06183/911200
www.kleinmetall.de

Schecker
Zubehör rund um den Hund
Telefon 04942/202220
www.schecker.de

Schmidt Fahrzeugbau
Hundeboxen, auch Maßanfertigungen
Telefon 07774/92200
www.hundeboxen.de

Report: Service-Hotlines

Autor

Foto

Ingolf Pompe, Dieter S. Heinz, Irene Grill, Archiv

Datum

8. Juni 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 05/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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