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Trends 2016 in der Reisemobil-Branche: Das wird Trend in der Welt der Wohnmobile

Auf dem Caravan Salon 2015 standen wieder neue Baureihen und Modelle traditionell im Mittelpunkt. Mehr denn je richten die Hersteller aber auch den Blick aufs Detail. Alle Wohnmobil-Trends für 2016.

Trend 1: Mehr Integrierte

Wenn es um die Marktanteile der Aufbauarten geht, liefern sich Campingbusse und Teilintegrierte ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Entsprechend stark konzentrieren sich die Hersteller auf diese Segmente. Doch in diesem Jahr rücken die Integrierten, die einen guten dritten Platz behaupten, wieder stärker ins Blickfeld. Das eigenständige Gesicht dieser Bauart ist letztlich ein Aushängeschild für die gesamte Marke.

Bei Carthago hat man das schon früh erkannt und ist heute entsprechend erfolgreich in diesem Segment unterwegs. Durch den Carthago Chic E-Line des Jahrgangs 2016, der gleichzeitig neu und vertraut wirkt, verspricht man sich weiteren Schub. Welche Bedeutung man den Integrierten beimisst, zeigt Carthago zudem mit der Tochtermarke Malibu. Bei den günstigeren Modellen sind vom Start weg Integrierte dabei.

Bürstner und Dethleffs – in der Hymer-Gruppe nun für das Mainstream-Segment zuständig – nehmen sich weiterhin gehobener Integrierter an, was Dethleffs Esprit I und Bürstner Elegance eindrucksvoll unter Beweis stellen. Knaus, sonst ebenfalls in der Mittelklasse zu Hause, demonstriert mit dem eleganten Knaus Sun I das wieder erwachte Selbstbewusstsein. Die Trigano-Gruppe zeigt wiederum, dass Integrierte auch zu einer Einsteigermarke passen können: Der in Italien gebaute Forster I ist ab 58.990 Euro erhältlich.

Trend 2: Mehr Campingbusse

Sucht man nach Hintergründen für die steigenden Reisemobilzulassungen, erkennt man bald: Es sind vor allem ausgebaute Kastenwagen gefragt wie selten zuvor – nicht nur bei uns, sondern auch in anderen wichtigen Märkten wie Frankreich.

Kein Wunder, dass nahezu alle Hersteller die Campingbusse ins Visier nehmen. Platzhirsch Pössl gründete sogar eine neue Marke, um sein Terrain abzustecken. Der Roadcar soll mit Kampfpreisen dort ansetzen, wo die Muttermarke einst ihren Siegeszug begann.

In der Rapido-Gruppe geht die Marke Dreamer an den Start – mit günstigen Standardgrundrissen, aber auch originelleren Varianten. Bürstner will den City Car neu beleben. Kaum eine große Marke will auf die beliebten Fiat-Ducato-Ausbauten verzichten.

Der Zuschnitt des Wohnraums fol­gt meist dem gleichen Muster, sodass die tatsächliche Auswahl nicht ganz so schnell wächst wie die Markenvielfalt. Zum Modelljahr 2016 schließen viele Hersteller noch Lücken in ihrem Angebot. Entsprechend wächst beispielsweise die Auswahl der kurzen Ducato-Ausbauten mit 5,41 Meter Länge. Eine weitere Nische füllen Einzelbettgrundrisse auf 5,99 Meter Länge wie etwa der Westfalia Amundsen 600 E.

Und dann ist da noch der neue VW T6. Durch den Modellwechsel beim wichtigsten Basisfahrzeug kommt wieder frischer Wind in die Klasse der Busse ohne Bad. Die Ausbauten müssen für die kaum veränderte Karosserie nicht neu erfunden werden. Mehr Auswahl ergibt sich beim Bestseller VW California durch eine zusätzliche Ausstattungsvariante.

Trend 3: Mehr Kompakte

Kompakt heißt nicht immer gleich Campingbus. Immer mehr Teilintegrierte – oft Vans genannt – sprechen eine ähnliche Zielgruppe an. Was in dieser Klasse möglich ist, veranschaulicht der Hymer Van 314. Er unterbietet die meisten Campingbusse in der Außenlänge.

Der erneuerte Adria Compact gönnt sich mindestens einen halben Meter mehr Länge, gehört aber zu den besonders schmalen Teilintegrierten. Das gilt auch für den Bürstner Brevio, der mit transportfreundlichen Grundrissen die Vorteile seiner riesigen Heckklappe unterstreicht. Bei Knaus rückt man das schlanke Duo Van TI und Van I durch gezielte Modellpflege wieder in den Vordergrund. Und LMC bringt einen weiteren Breezer V.

Längst hat der Trend zu handlichen Abmessungen auch das Kernsegment der Teilintegrierten erreicht. Von der früher oftmals diskutierten Sechs-Meter-Marke haben sich die beliebtesten Grundrisse allerdings entfernt.

Die Kunst besteht heute darin, Einzelbetten, einen großen Kühlschrank und ein komfortables Bad auf sieben Meter Länge unterzubringen. Das gelingt immer häufiger, wie viele neue Grundrisse auf dem Caravan-Salon zeigen. Ganz wenige, wie Pilote, präsentieren dort sogar Einzelbetten im Sechseinhalb-Meter-Mobil.

Trend 4: Mehr Ausstattung

Alle reden von Grundpreisen. Dabei muss man kein langes Preislistenstudium betreiben, um zu sehen, dass es sich hier um reine Theorie handelt. Fast immer kommt ein Chassis-Paket und ein wie auch immer benanntes Komfortpaket für den Wohnraum hinzu. Der Preis steigt dann um einen hohen vierstelligen Betrag. Sonst ist das Fahrzeug oft gar nicht richtig benutzbar oder würde verlängerte Liefer­zeiten mit sich bringen.

Eigentlich Unsinn – oder? Wer so denkt, wird sich freuen, dass die Komplettausstattung zum fairen Preis auf dem Vormarsch ist. Optima De Luxe und Siesta De Luxe heißen beispielsweise zwei Hobby-Baureihen, die nicht nur gängige Pakete, sondern auch Navi und Markise mit an Bord haben. Die Kaufentscheidung wird außerdem durch einen deutlichen Preisvorteil des All-inclusive-Angebots erleichtert.

Ähnlich sieht es bei den neuen Mondial-Modellen von Eura Mobil aus. Der Hersteller spricht zwar von einer Sonderserie, doch sind bestimmte Modelle und Grundrisse nur als Mondial erhältlich. Weitere gut ausstaffierte Sonderserien starten ebenfalls gleich mit dem Saisonwechsel, so etwa die Summer-Modelle von Bürstner und der Knaus Sky TI Silver Selection. Darüber hinaus lässt sich die Handelskette Intercaravaning von Knaus und Bürstner eigene Serien mit Vollausstattung fertigen, die dann als IC-Line angeboten werden – Kostenvorteil inklusive.

Trend 5: Mehr Kooperation

Dieser Trend ist für den Käufer praktisch unsichtbar. Er spielt sich im Hintergrund ab, hat aber dennoch großen Einfluss auf das Modellangebot: Innerhalb der großen Herstellergruppen rücken die einzelnen Marken immer enger zusammen. Allen voran die Erwin Hymer Group, der Marktführer in Europa. In den vergangenen Jahren hat man dort viele Weichen neu gestellt. Zurzeit wird die Kooperation in vielen Fällen konkret: Der brandneue Dethleffs 4-Travel wird bei Bürstner gebaut. Bürstner wiederum lässt den Aviano nun bei LMC fertigen.

Im Trigano-Konzern, der Nummer zwei in Europa, hat man viel Erfahrung mit dieser Art der Zusammenarbeit. Auf diese Weise gelingt es, dass ein neuer Forster I zwar in Italien bei McLouis gebaut wird, sich aber im Glanz der deutschen Marke Eura Mobil sonnt. Die Karmann-Campingbusse kommen ohnehin aus Italien und Frankreich. Ein Vorbild auch für Westfalia? Diese Traditionsmarke gehört zur französischen Rapido-Gruppe. Mit zwei in Frankreich entwickelten und gebauten Westfalia will man die Publikumsreaktion testen.Bei Carthago spricht man nun auch von der Carthago Group, doch ist dieser Fall etwas anders gelagert. Hier gab es nie Zukäufe. Bei der neuen Marke Malibu handelt es sich um ein Eigengewächs, das gleichwohl eigenständig sein soll. Doch ohne die rationelle Produktion im slowenischen Carthago-Werk wäre ein so rasanter Neustart kaum möglich.

Trend 6: Mehr Hubbetten

Das Thema ist nicht neu, aber keinesfalls am Ende. Hubbetten haben sich in Teilintegrierten so gut etabliert, dass viele Hersteller eifrig daran weiterentwickeln. Im Hause Bürstner, wo man das absenkbare Bett einst marktreif machte, betrachtet man diese Kons­truktion ohnehin als Kernkompetenz. Den Beweis dafür soll der neue Ixeo antreten.

Hier sowie im Parallelmodell Dethleffs 4-Travel hat man das Bett längs eingebaut. Weil kein Schrank an der Unterseite angebracht ist, kann sich die Liegefläche auf die Höhe der Sitze absenken. So muss man weder in die Höhe noch wie bei Querbetten vielleicht über einen schlafenden Partner klettern.

So richtig spannend wird das Thema Längshubbett durch die Tatsache, dass man sich auch im Trigano-Konzern intensiv dazu Gedanken gemacht hat. Das Ergebnis fällt etwas anders aus. In Chausson 620 und Challenger 280 hängt das Bett unübersehbar an der Decke, senkt sich aber auf eine luftigere Sitzgruppe herab, was den Einstieg auf beiden Seiten erlaubt.

Querhubbetten vernachlässigt man dennoch nicht. Bei den Teilintegrierten von Chausson und Challenger gehören sie nun zur Serienausstattung. Auch bei anderen Marken hat das Zusatzbett eine gewisse Selbstverständlichkeit erreicht.

Die Möglichkeiten dieser Konstruktion dürften noch nicht ausgereizt sein. Das kann man auf der Messe anhand des Längshubbetts im Heck des Bürstner Brevio beobachten, im Bug des kurzen Campingbus Knaus Box-Life – oder über der Hecksitzgruppe des Action Mobil Pure.

Trend 7: Mehr Technik

Holzfrei – dieses Attribut gilt als Qualitätsmerkmal für moderne Aufbaukonstruktionen. Da überrascht es, dass sich nun zwei große Hersteller – unabhängig voneinander – für das Naturmaterial stark machen.

Adria sowie die Trigano-Marken Chausson und Challenger haben unterschiedliche Aufbauten entwickelt, in denen Holz nicht feuchtigkeitsgefährdet sein soll, wohl aber seinen Vorzug der hohen Steifigkeit einbringen kann.

Neben den Aufbauten ist die Bordelektrik aktuell das zweite große Betätigungsfeld der Entwickler. Bei vielen Herstellern vollzieht sich nahezu unbemerkt ein digitaler Wandel, der letztlich die Bedienung der wichtigsten Komponenten vereinfachen soll.

Wie die nachhaltige Reisemobiltechnik der Zukunft aussehen kann, zeigt Roller Team mit der Studie Triaca.

Noch mehr Wohnmobil-Neuheiten vom Caravan Salon 2015 finden Sie in der aktuellen promobil Ausgabe 10/2015.

Report: Günstige Reisemobile

Foto

Messe Düsseldorf, Fotolia, Hersteller, Eppler, Bartosch, Kohstall

Datum

23. September 2015
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