Reisemobil im Winter Zoom

Ratgeber: Reisemobil im Winter

In der kalten Jahreszeit auf Tour zu gehen kann viel Spaß machen. Tipps dazu von promobil.

Das Reisemobil auch im Winter nutzen? Aber gerne. Wer Muße hat, überdauert die kalten Monate im warmen Süden. Andere lieben Wintersport und verschneite Landschaften - warum nicht? Ein paar Vorkehrungen sind allerdings zu treffen, um Schnee und Eis zu trotzen. Das beginnt bereits beim Kauf eines Fahrzeugs: Die Wintertauglichkeit ist eng verbunden mit der Bauart, dem Grundriss, den eingesetzten Materialien und der technischen Ausstattung des Reisemobils. Campingbusse mit ihren großen, nur schwer zu isolierenden Blechflächen sind zum Beispiel für den Einsatz in der kalten Jahreszeit kaum geeignet. Wenn es denn ein Bus im Winter sein soll, dann vorzugsweise eine Variante mit Hochdach. Es hält die Heizungswärme besser drinnen, bietet mehr Bewegungsfreiheit sowie Platz für das umfangreichere Gepäck. Deutlich besser sehen aufgebaute Reisemobile in Eis und Schnee aus. Alkovenmobile sowie Teilintegrierte und Integrierte sind rundum isoliert. Wichtig sind Feinheiten: Ein Fahrzeug mit beheiztem Doppelboden ist einer einfacheren Lösung deutlich überlegen. Der Kabinenboden bleibt wohltemperiert und verschafft den Passagieren warme Füße. Ein weiteres Plus ist der Stauraum im Keller, zum Beispiel für Skier, Schlitten oder dicke Winterstiefel.

Die Heckgarage fürs Fahrrad verwandelt sich im Winter in eine Skikammer. Denken Sie beim Kauf an Beheizung und an eine ausreichende Beleuchtung. Im Idealfall verhindern Auskleidungen aus Kunststoff oder Metall, dass Tropfnässe der feuchten Ausrüstung in den Aufbau sickert. Alkovenmobile sind im Winter bevorteilt: Das Fahrerhaus lässt sich durch einen Vorhang (achten Sie auf Länge und Dicke des Stoffs) oder gar eine Schiebetür vom Wohnraum abteilen. Doch Vorsicht: Ist der Boden des Alkovens isoliert und das gemütliche Bett im Oberstübchen beheizt? Moderne, Platz sparende Grundrisse mit Halbdinette und drehbaren Fahrersitzen, beliebt bei Alkovenmobilen und vor allem Teilintegrierten, sind winters von Nachteil: Das schlecht zu isolierende Fahrerhaus ist Teil des Wohnraums, die Heizung häufig weit entfernt. Verstärkt tritt dieser Nachteil bei integrierten Mobilen mit ihren großen Frontscheiben auf: Sie entpuppen sich als Kältebrücke. Jalousien, Rollos und Zusatzheizungen müssen dieses Manko kompensieren. Direkten Einfluss auf die Behaglichkeit hat die Isolierschicht in der Sandwichwand. Doch nicht allein Material und Stärke machen den Unterschied. Eine ebenso große Rolle spielen eventuelle Kältebrücken. Problemzonen können Wandverbindungen sowie Fenster- und Klappenrahmen sein. Ebenfalls wichtig: Hinterlüftete Abstandshalter an der Sitzgruppe verringern die Abstrahlungskälte der Wände. Sinnvoll sind Isoliermatten für Einfachglasfenster oder gleich das ganze Fahrerhaus von Alkovenmobilen und Teilintegrierten.

Wer ein wintertaugliches Reisemobil sucht, sollte das Basisfahrzeug in die Überlegungen einbeziehen. Je höher das Gesamtgewicht, desto mehr Vorteile bietet der Hinterradantrieb auf rutschigem Geläuf. Antriebsschlupfregelungen (ASR) bremsen durchdrehende Räder ab, unterstützen damit die Traktion. Sie setzen sich zunehmend als Serienstand bei Neufahrzeugen durch. Wer es ganz ernst meint, greift zum Hecktriebler mit Differenzialsperre oder zu den raren Reisemobilen mit Allradantrieb. Wichtiger sind zunächst die richtigen Winterreifen. promobil hilft bei der Auswahl, beachten Sie den großen Test in diesem Heft (Seite 28). Bei Anfahrproblemen helfen geriffelte Anti-Rutschmatten aus Gummi oder Kunststoff über die ersten Meter weg. Ein gutes Stück weiter ziehen Anfahrhilfen den Karren aus dem Schnee. Zum harten Winter gehört die passende Schneekette. Ein Paar auf den Antriebsrädern genügt in der Regel, um bei Geschwindigkeiten bis 50 km/h – schneller darf man damit nicht fahren – hinreichend Vortrieb zu erzeugen und die Spur zu halten. Die meisten Hersteller bieten spezielle Ketten für Leicht-Lkw und Reisemobile an. Das Anlegen sollten Sie mindestens einmal üben, bevor das richtige Leben dazu zwingt. Achtung: Mitunter verhindern ungeschickt konstruierte Radläufe die Montage. Ausreichend Frostschutz im Kühlwasser und in der Scheibenwaschanlage, Winterdiesel im Tank (siehe Kasten rechts) sowie eine fitte und voll geladene Batterie stehen im Pflichtenheft des Winterurlaubers. Wie beim Pkw gehören der Eiskratzer, ein kleiner Handbesen und Enteisungsspray in das Handschuhfach oder in die Tasche. Gummidichtungen an den Türen freuen sich über ein spezielles Pflegemittel, das sie am Festfrieren hindert.

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Autor

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factum, Lachenmaier

Datum

26. November 2003
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