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Reisemobil-Fachwerkstätten: Zufriedene Kunden

In der Service-Wüste Deutschland keimt ein zartes Pflänzchen: Reisemobilhändler sind bei den promobil-Lesern durchaus beliebt.

Wer lauter motzt, wird besser bedient. Dieser Lehrsatz des so genannten Smart-Shoppers scheint auf die Leser von promobil nicht zuzutreffen. Während in der Gesamtbevölkerung das Image des Handels eher vom Gedanken der Service-Wüste Deutschland geprägt ist, herrscht bei den Intensivnutzern des Reisemobils eine eher positive Grundstimmung vor.
Die Mehrheit der promobil-Leser ist mit den Leistungen des Fachhandels zufrieden bis sehr zufrieden. Das belegen die Zahlen der promobil-Leserwahl Reisemobile des Jahres 2005, an der sich die Rekordzahl von 23 713 Lesern von Europas wichtigstem Fachmedium der Branche beteiligt hatte. Demzufolge beurteilen 47 Prozent der Wahlteilnehmer die Qualität ihrer Fachwerkstatt als eher gut, nur 18 Prozent halten sie für eher schlecht. Untersucht man die Wähler genauer, so fällt auf, dass Frauen und Männer gleichermaßen mit den Leistungen des Händlers zufrieden sind, während sich bei den Experten, also den Reisemobilisten, die mindestens schon ihr zweites Fahrzeug besitzen, die Zahl der Kritiker mehr Gehör verschafft: 25 Prozent der erfahrenen Reisemobilisten äußern sich kritisch über ihren Fachhändler.

Ein Kompliment erhält der Fachhandel von den promobil-Lesern auch für seine Beratungsqualität: Mit eher gut bezeichnen wiederum 47 Prozent die Leistung, eher ein schlechtes Zeugnis stellen dagegen nur 16 Prozent aus.

Vielfahrer, die pro Jahr mehr als 15 000 Kilometer zurücklegen, sind in dieser Hinsicht sogar die zufriedensten: 53 Prozent bezeichnen die Beratungsleistung als eher gut. Interessant dabei: ein Blick in die Fahrzeugkategorien. Fahrer von Campingbussen, die sich an der Leserwahl beteiligten, zeigen sich mit 37 Prozent Zustimmung genau wie Teilintegriertenbesitzer (39 %) deutlich weniger positiv gestimmt als Besitzer von Integrierten (53 %) und Alkoven (51 %). Weist demnach der Handel bei den derzeit boomenden Fahrzeugkategorien durchaus noch erkennbare Beratungsdefizite auf?

Pünktlichkeit ist eine Zier, doch es geht auch ohne ihr? Mehr Ausnahme denn Regel scheint die viel gescholtene Terminuntreue in den Reisemobilfachwerkstätten zu sein. 45 Prozent der Wahlteilnehmer bezeichnen die Termintreue ihres Händlers als eher gut, nur 13 Prozent suchen sie vergebens. Besitzer neuer Reisemobile (48 %) und die bereits oben erwähnten Vielfahrer (51 %) zeigen sich in diesem Punkt sogar noch zufriedener als der Schnitt. Möglicherweise gehören die Zufriedeneren zur Gruppe der Alkoven- oder Integriertenbesitzer, die mit 49 und 53 Prozent Zustimmung zur Termintreue ihres Händlers sich besser behandelt fühlen als Campingbusfahrer und Teilintegriertenbesitzer – nur deutlich unter 40 Prozent fühlen sich in puncto Termintreue vom Händler richtig verstanden.

Die Mehrheit der Händler hat auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten wie diesen ein freundliches Lächeln für den Kunden: 59 Prozent der Teilnehmer an der promobil-Befragung bezeichnen die Freundlichkeit deshalb als eher gut, nur 9 Prozent erteilen schlechte Noten. Fader Beigeschmack: Frauen fühlen sich mit 54 Prozent Zufriedenheit deutlich weniger gut behandelt als Männer. In einigen Punkten jedoch wünschen sich die promobil-Leser deutliche Verbesserungen, etwa bei der Ersatzteilversorgung: Wer wochenlang auf Ersatzteile wartet und deshalb vielleicht sogar eine lange geplante Tour verschieben muss, wünscht sich deutlich mehr Flexibilität bei den Lieferanten. Manchmal, so zeigen immer wieder Zuschriften an die Redaktion, täte es schon etwas mehr Ehrlichkeit bei der Kommunikation von Lieferzeiten. Im Schnitt zeigen sich aber 40 Prozent der Aktionsteilnehmer mit der Lieferpünktlichkeit zufrieden, die Zahl der Unzufriedenen liegt bei etwas mehr als der Hälfte. Die Möglichkeit einer kurzfristigen Terminvereinbarung bei kleinen Schäden, die vor der Urlaubsreise entstanden sind, hält ebenfalls mehr als ein Viertel der Befragten für nicht gegeben. Eine Kritik so alt wie das Reisemobil. Ganz alt lassen die promobil-Leser ihre Händler nur in einer Hinsicht aussehen: der Preisgestaltung.

Nur in diesem Punkt gibt es mehr schlechte Bewertungen als gute – und besonders unzufrieden sind erfahrene Reisemobilexperten und die Vielfahrer, die mehr Material verschleißen und deshalb öfter zu Besuch kommen. Beim Geld hört also auch bei den Reisemobilisten die offenkundige Freundschaft zu den Fachwerkstätten auf.

Wer schraubt selbst?

62 Prozent der Befragten gaben an, dass sie kleinere Reparaturen am Reisemobil zumindest manchmal selbst ausführen, 40 Prozent tun dies sogar meistens. Immerhin ein Fünftel aber greift niemals zu Zange und Schraubenschlüssel, sondern überlässt die Arbeiten immer dem Fachmann. Eine genauere Analyse der Zahlen zeigt den Unterschied zwischen Frauen und Männern: Die Ersteren setzen bei Reparaturen deutlich stärker auf ausgebildetes Fachpersonal als die Männer unter den Mobilreisenden: 73 Prozent der Männer schrauben und werkeln mindestens ab und zu, aber nur 41 Prozent der Frauen. Unterschiede ergeben sich auch bei den Besitzern von gebrauchten und neuen Reisemobilen: Nur 57 Prozent der Neufahrzeugfahrer basteln selbst, aber 70 Prozent der Gebrauchtfahrer. Besonders wenig Ambitionen auf Do-it-yourself zeigen Campingbusbesitzer: Mehr als 50 Prozent von ihnen lassen Fachleute an ihrem Liebling arbeiten.

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Datum

23. September 2005
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