Irgendwo zwischen Greve und Castellina. 27 Bilder Zoom

Wohnmobil-Tour durch die Toskana: Aus Liebe zum guten Leben

Entdeckungen im Chianti, ein Sonnenuntergang mit Musik in Florenz, bewegende Augenblicke in Siena, klares Wasser an der Etruskischen Küste – folgen Sie uns auf eine Mobil-Tour durch die sanfte Hügelwelt der Toskana.

Einer dieser Tage, wie wir sie lieben in der Toskana: Es ist Frühsommer, doch am Nachmittag wird es schon richtig heiß. Es zieht uns weiter. Nicht auf der Autobahn, sondern auf den kleinen Sträßchen, die sich oft eng und kurvig durch die verträumte Landschaft des Chianti winden.

Das Zentrum der Toskana ist Weinland

Auf den Hügeln verteilen sich Weinberge, Olivenhaine, Wälder aus knorrigen Steineichen – und immer wieder ziehen sich lange Zypressen-Reihen über die oft kahlen, erdfarbenen Bergrücken. Man könnte stundenlang so weiterfahren. Immer mal wieder an einem Aussichtspunkt anhalten, die sommerliche Wärme genießen und sich für eine Viertelstunde vors Reisemobil setzen – einfach schauen. Die Orte, durch die wir kommen, tragen wohlbekannte Namen: Greve, Castellina, Montepulciano, Montalcino. Sie klingen irgendwie nach gutem Wein, mit dem man in großen Gläsern auf das schöne Leben anstößt. Am Wegesrand bieten Weingüter Degustation und Verkauf an, und in jedem der kleinen Orte findet sich eine Enoteca, die den Gallo Nero, den Schwarzen Hahn, trägt, das Symbol der Weinproduzenten des Chianti.

Es lohnt sich eigentlich immer, das Wohnmobil auf einem der Parkplätze am Ortsrand abzustellen und zu bummeln – es gibt viel zu entdecken. In Greve zum Beispiel die Metzgerei "Macelleria Falorni", die weit und breit die beste Salami macht – mindestens 20 verschiedene Sorten werden angeboten. Unter den Arkaden an der Piazza Matteotti stehen nicht nur der alte Lieferwagen des Hauses in glorreichem Museumsglanz, sondern auch zwei Reihen gedeckter Tische, an denen man die verschiedenen Salamis probieren kann. Unser Favorit ist eindeutig die Salami Tartufato, die mit dem Duft von schwarzem Trüffel. Dazu ein Glas Chianti – es ist ein Traum. Oder in Castellina: Im Dorf sitzen alte Männer und junge Leute auf knorrigen Holzstühlen in der Gasse und unterhalten sich. Es ist Sonntag, alle haben Zeit, Kinder rennen über die Straße – und obwohl noch lange nicht Hauptsaison ist, sind schon einige Urlauber hier. An der Alten Stadtmauer gibt es einen Mauergang mit einem romantischen Restaurant.

An diesem schönen Frühsommertag landen wir abends in San Quirico im Val d’Orcia, in einem dieser mittelalterlichen Städtchen. Beim Bummel durch den Ort finden wir einen fast verwunschenen Hinterhof-Garten mit kleinen Tischen in verschiedenen Nischen. Die Empfehlungen des Kochs sind heute hausgemachte Ravioli mit Ricotta und Spinat gefüllt und Rinder-Steaks, beides jeweils mit frisch gehobeltem schwarzen Trüffel aus den Eichenwäldern der Umgebung – ein Gedicht. Übrigens: der Wein, der dort serviert wird, kommt direkt von den Weinbergen hinterm Haus. Gut also, wenn man mit dem Reisemobil für diese Nacht auf dem Stellplatz am Ortsrand rasten kann.

Die Toskana ist ein Traum für Reisemobilurlauber

Florenz ist ein Traum. Unser Tipp: den besten Blick auf Stadt und Arno hat man oben von der Piazzale Michelangelo, direkt neben dem einfachen, aber auch sehr zentrumsnahen Campingplatz, der gleichfalls den Namen des grandiosen Künstlers aus der Toskana trägt. Abends spielt dort manchmal ein italienischer Musiker Lieder von Gordon Lightfoot und Simon & Garfunkel. Die Treppe an der Piazzale ist dann voll besetzt – alle hören zu, singen mit und schauen dem Sonnenuntergang über der Stadt zu.

Man könnte zum Beispiel auch nach Pisa fahren, nach San Gimignano oder in die Maremma, den Naturpark ganz im Süden der Toskana in der Nähe von Grosetto. Man könnte sich die Etruskergräber anschauen, die Archäologen in den letzten Jahren am Rande des Örtchens Baratti freigelegt haben. Man könnte sich aber auch einfach an den Strand legen und ins klare Wasser springen – zum Beispiel an der schönen Bucht von Baratti unter Schirmpinien, in San Vincenzo oder an den langen Stränden von Donoratico.

Siena, die Perle der Toskana

Ach, und mal wieder Siena – für uns die schönste Stadt in der Toskana. Der Dom steht groß und mächtig auf einem der höchsten Hügel der Stadt und leuchtet im schönsten Nachmittagslicht. Wir setzen uns auf die Mauer am Prato Agostino, blicken hinüber und können nicht anders: Auch wir posen ein bisschen albern fürs Selfie, wie die vielen jungen Leute, die das gleich auf Facebook posten.

Das Highlight des Tages aber sind die zwei Stunden zwischen Sonnenuntergang und Nacht auf der Piazza del Campo, dem leicht abfallenden Hauptplatz von Siena. Wenn der Platz im Schatten liegt, beginnt das alltägliche Schauspiel, das den ganzen Sommer über zu sehen ist. Die Menschen flanieren, essen Eis, setzen sich auf den Boden, und einige legen sich sogar hin, unterhalten sich oder schauen einfach nur zu, wie die anderen flanieren und sich unterhalten. Die Piazza del Campo ist dann Bühne und Zuschauerraum zugleich – die großartige Kulisse für einen schönen italienischen Sommernachtstraum.

Die Restaurants rund um den Platz füllen sich schnell. Und die Tatsache, dass die meisten von ihnen fünf Euro für "Pane e copierto" verlangen, hält niemand davon ab, sich an einen der Tische zu setzen. Es ist der Eintrittspreis für ein gutes Abendessen an einem ganz besonderen Ort. Und er ist jeden Cent wert.

Autor

Foto

Joachim Negwer

Datum

4. März 2015
Dieser Artikel stammt aus Heft promobil 02/2015.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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