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Reise-Tipp Südwestfrankreich: 5 gute Gründe für die Dordogne

Flussidylle pur: Sonne und häufiger Morgennebel sind Ausdruck eines feuchtwarmen Klimas, das den fruchtbaren Südwesten Frankreichs kennzeichnet. In vielen Mäandern schlängelt sich die Dordogne durch eine Landschaft, wie sie malerischer nicht sein könnte. Sowohl vom Boot aus als auch zu Fuß oder per Rad lässt sie sich genussvoll erkunden.

Die beliebten bunten Märkte

Bergerac-Besucher parken ihr Wohnmobil am besten in der Rue Hippolyte Taine direkt am Ufer der Dordogne. Von da sind es nur ein paar Schritte zum Quai Salvette, wo früher die Weinfässer in die  traditionellen Holzschiffe verladen wurden. Hier schließt sich auch die schön sanierte Altstadt an, die nach wie vor einen wichtigen Umschlagplatz darstellt – besonders am Mittwoch und Samstag, wenn vor der Markthalle ein großer Gemüsemarkt stattfindet; ebenso rund um die Kirche Notre-Dame im Quartier Sainte-Catherine.  

Weitere Anziehungspunkte im Einzugsgebiet der Dordogne sind die zahllosen, regelmäßig abgehaltenen Flohmärkte, die einem fröhlichen Volksfest gleichen. Zum Beispiel in Sainte-Alvère, wo eine malerische Burgruine die Kulisse bildet. Im Schatten hoher Bäume kann man dort allerhand Krimskrams erwerben – und mit etwas Glück womöglich die ein oder andere Kostbarkeit.

Die geschichtsträchtigen Mauern

Wie ein Adlerhorst in schwindelnder Höhe erhebt sich die Burg Beynac, früher eine wichtige Bastion der Franzosen. Denn in Sichtweite liegt auf der gegenüberliegenden Uferseite die Festung Castelnaud, die im Hundertjährigen Krieg zeitweise den Engländern gehörte. Reich verzierte Natursteinhäuser aus dem 15. bis 17. Jahrhundert säumen den steilen Fußweg zum Château de Beynac.

Über eine Rampe gelangt man schließlich vom unteren zum inneren Burghof. Zauberhaft ist der Blick durch die Fenster des imposanten Wohnpalastes sowie von den Burgzinnen herab. Castelnaud gehört zu den meistbesuchten Burgen in Frankreich und beherbergt ein Museum für mittelalterliches Kriegsgerät. Besichtigt werden kann auch das nahe Schloss Les Milandes, wo einst die legendäre Tänzerin Josephine Baker eine Gruppe Waisenkinder betreute.  

Wenig bekannt ist der alte Ort Saint-Cyprien, der mit hübschen engen Gassen aufwartet. Er verdankt seine Entstehung  einer Abtei, die über dem Grab eines Eremiten namens Cyprien errichtet wurde. Dieser hatte sich ums Jahr 620 in die Höhlen von Fages oberhalb der heutigen Gemeinde zurückgezogen. Aus deren Dächermeer ragt die mächtige Kirche aus dem 12. Jahrhundert hervor. Doch nur noch der quadratische Turm des aktuellen Bauwerkes ist romanisch, das andere wurde später im gotischen Stil umgebaut.

Die Bilderbuchlandschaft

Mit fast 500 Kilometer Länge zählt die Dordogne zu den längsten Flüssen Frankreichs. Sie entspringt im Zentralmassiv, durchfließt zuerst das Quercy und danach das Périgord, bevor sie sich mit dem Fluss Garonne vereinigt. Im Wesentlichen entspricht die historische Landschaft Périgord dem Departement Dordogne. Schöne alte Dörfer, sowie Burgen und Schlösser, die auf steilen Felsen wachen, säumen das Tal besonders im Kerngebiet, dem Schwarzen Périgord (Périgord Noir), das seinen Namen dunklen Steineichenwäldern verdankt.

Das sehr milde Klima, das sowohl atlantisch als auch kontinental geprägt ist, lässt vor allem Obst, Mais und Tabak prächtig gedeihen. Die Landschaft wirkt aber dennoch nicht durchgeplant, wilde Zwetschgen- und Apfelbäume bestimmen größtenteils das Bild. Wasser hat den Kalkstein durchlöchert und Höhlen geschaffen, deren Wände der Cro-Magnon-Mensch mit faszinierenden Tierzeichnungen schmückte. Bewundern kann man diese als Kopie in Lascaux II in Montignac.

Die Aktivitäten der Natur

Nicht nur die Dordogne, sondern auch ihre vielen Nebenflüsse wie zum Beispiel Dronne, Lot oder Vézère genießen unter Paddlern einen ausgezeichneten Ruf. Ein eigenes Boot benötigt man nur außerhalb der Saison, von Mai bis September bieten vielerorts Verleihfirmen ihre Dienste an. Im Mietpreis, der bei Erwachsenen etwa 15 Euro beträgt, sind sowohl Ausrüstung als auch Transfers inbegriffen. 

Abseits der Hauptverkehrswege gibt es zahlreiche Sträßchen, die wie geschaffen sind für beschauliche Radtouren. Weitwanderwege mit rot-weißer Markierung durchziehen die Region, Kurzwanderstrecken sind gelb-weiß gekennzeichnet.

Die einzigartigen Gaumenfreuden

Die Dordogne gilt als wahres Schlemmerparadies, was angesichts einer durch und durch bodenständigen Küche überrascht. Bei der Zubereitung der meist deftigen Speisen wird statt Butter häufig Gänseschmalz verwendet, und neben frischen Zutaten kommen – entgegen dem Grundsatz der „nouvelle cuisine“ – vielfach auch konservierte Produkte zum Einsatz, speziell das beliebte „Confit“, eingemachtes Geflügel. Dabei handelt es sich beispielsweise um gefüllte Hälse. 

Man sagt der Gegend nach, dass sie über eine der besten Regionalküchen im Land verfügt, was sicherlich auch in den  schwarzen Périgord-Trüffeln begründet ist. Höchsten Gaumengenuss versprechen daneben Steinpilze und Edelkastanien sowie Walnüsse, die obendrein ein Spitzenöl liefern. Eine weitere Spezialität ist der „Cábecou“, ein herrlich zarter Ziegenkäse.  

Einer der feinsten Rotweine im Tal der Dordogne ist der Pécharmant, der im Osten von Bergerac angebaut wird. Eine ausführliche Präsentation erwartet den Besucher in der Domaine du Haut-Pécharmant (www.haut-pecharmant.com). Wegen seiner ausgeprägten erdigen Note findet der sehr gerbstoffreiche „Cahors“ viele Liebhaber. Er passt ausgezeichnet zum bäuerlichen Confit aus butterweichem Gänse- und Entenfleisch.

Autor

Foto

Thomas Cernak

Datum

5. Mai 2011
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