südliches Salzburger Land, Reise-Tipp 10 Bilder Zoom

Reise-Tipp Salzburger Land: Südlich von Salzburg

Sattgrüne Almen, schroffe Kalkmassive und eisstarrende Gipfel: Der Erlebnisbogen spannt sich vom Genusswandern im Pongau über Naturabenteuer im Pinzgau bis zu unverfälschtem Lungauer Brauchtum.

Von Alm zu Alm durch den Pongau

Mit 120 Almen schlägt das Herz der österreichischen Almwirtschaft im Pongau - und dicht ist das Netz an Verpflegungsstationen, die einem das Wandern versüßen. Auf der Tappenkarsee-Alm (Ausgangspunkte: Groß- und Kleinarltal) päppeln Topfenstrudel (Quarkstrudel) und Heidelbeerschmarren Wanderer wieder auf, während sie einen herrlichen Blick auf See und Berg genießen. Gespickt mit landschaftlichen und kulinarischen Höhepunkten ist der „Salzburger Almenweg“, der sich in 350 Kilometer Länge durch den Pongau schlängelt. Einfach auf das Logo „Almsommer-Hütte“ achten, niederlassen und das traditionsreiche Ambiente mit authentischen Alm-Schmankerln auskosten. Dann wieder tüchtig wandern, sonst bleiben die Kalorien haften. Der Entspannung dienen Abstecher ins Gasteinertal mit seinen berühmten Thermalbädern oder ins idyllische Goldegg, wo sich ein schneeweißes Schloss (mit Heimatmuseum) idyllisch im Dorfsee spiegelt.


Samson und die starken Männer

Ein bis zu sechs Meter hoher Riese mit üppiger Haartracht und Eselskinnbacken - das ist der Lungauer „Samson“. Die einzigartige Brauchtumsfigur paradiert an Festtagen im südöstlichsten Teil des Landes Salzburg. Im Inneren steckt ein Mannsbild, das neben viel Kraft auch Rhythmusgefühl für den Samson-Walzer braucht. Wenn der seit dem 18. Jahrhundert verbürgte Riese ausrückt, und das ist von Mai bis Oktober fast jedes Wochenende der Fall, herrscht Volksfeststimmung mit Rumtata, Böller-Salven, farbenfrohen Trachten und deftiger ländlicher Küche. Die zehn Lungauer Samson-Gemeinden pochen alle darauf, dass ihrer der hübscheste sei. Mit dem Prangstangen-Tragen (Ende Juni in Muhr und Zederhaus) und dem Preberschießen (letztes August-Wochenende am Prebersee bei Tamsweg) haben zwei weitere uralte Bräuche im stillen Lungau dem Ansturm der Moderne standgehalten. Abgesehen vom pulverträchtigen August-Wochenende ist der Prebersee eines der idyllischsten Ausflugsziele des Salzburger Landes. Auf dem Weg um den Moorsee stehen Steinpilze Spalier, und wer sich nach einer Wanderung erfrischen will, der stürzt sich kurzentschlossen ins kühle Nass. Im Winter wird das Naturschutzgebiet am Fuße des Preber (2740 m) zum Paradies für Langläufer, Spaziergänger, Skitourengeher und Rodler. Nur Skizirkus gibt es keinen.

Gletscherschwund und Hirschbrunft

Wildbäche, Wasserfälle und Gletscher: Die Eiszeit hallt im wilden Pinzgau nach. Warum die Eisriesen im Schatten des Großvenendigers (3662 m) heute nur mehr ein Schatten ihrer selbst sind, erfährt man am Gletscherweg Obersulzbachtal im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern aus erster Hand. Fazit: Auf zu den Gletschern, solange sie noch existieren! Besonders anschaulich wird das Abenteuer Natur mit den Nationalpark-Rangern. Sie wissen, wo im größten Schutzgebiet Mitteleuropas der wieder eingebürgerte Bartgeier seine Kreise zieht, die Hirschbrunft in Szene geht und das Hochgebirge botanische Kostbarkeiten preisgibt. Ein besonderes Naturschauspiel erwartet Besucher im Krumltal bei Rauris, wo einige der mächtigsten Greifvögel Europas ihr Revier haben. Um die Lufthoheit liefern sich Steinadler und Bartgeier mitunter sogar erbitterte Gefechte. Letztere sind in einem Artenschutzprojekt, das 1986 im Krumltal begann, wieder in den Alpen eingebürgert worden. Auf einem mit Fernrohren ausgestatteten Lehrweg kann man die Aasfresser mit etwas Glück zu Gesicht bekommen. Und mit ziemlicher Sicherheit zeigen sich die „Könige der Lüfte“ bei den geführten Wanderungen ins „Tal der Geier“. Ausgangspunkt ist das Nationalparkhaus in Rauris-Wörth (Mitte Juni bis Mitte September, jeweils dienstags 8.45 Uhr).

Im Gold- und Smaragdfieber

Vor 500 Jahren lag im Herzen der Hohen Tauern, man glaubt es kaum, das wohl einträglichste Goldbergbaugebiet der Erde. Spuren des Edelmetalls finden sich immer noch in den Bächen, die von Großvenediger, Sonnblick und anderen Dreitausendern zu Tal strömen. Dorados der Goldwäscher von heute: das Gasteinertal und das Raurisertal. Kurze Einweisung vom Goldwasch-Profi, Gummistiefel und Pfanne ausgefasst, und dann heißt es geduldig schwenken. Mit etwas Glück bleiben am Boden der Pfanne ein paar Krümel haften. Zu wenig, um - trotz explodierender Goldpreise - die Urlaubskasse zu füllen, aber es zählt schließlich der Spaß! Grün schillernde Edelstein-Körnchen für geduldige Wühler bietet Europas einziges Smaragdvorkommen im malerischen Habachtal. Seit im Jahr 2002 eine riesige Mure durch die Leckbachrinne zu Tal donnerte und reichlich Material mitnahm, das zur Abraumhalde einer alten Smaragdmine gehörte, können auch Amateure fündig werden. Täler-Taxis befördern die „Stoa-narrischen“ zur Fundstelle. In den nahen Hütten erhalten sie Sieb und Kelle zur Verfügung gestellt, und dann geht die Jagd nach dem originellen Urlaubs-Mitbringsel los. Anfahrt mit dem „Smaragd-Express“ ab Bramberg oder eine 1,5-Stunden-Wanderung; Leihausrüstung gibts im Alpengasthof Alpenrose gratis.

Kurvenorgien und Naturerlebnis

Naturschutz und Motorenlärm, wie das zusammen geht? Es muss: Die Großglockner-Hochalpenstraße war zuerst da (1935). Rundherum wuchs in den 1980er Jahren der Nationalpark Hohe Tauern. Heute sorgen Kurvenorgien, Hochgebirgs-Panoramen und Naturerlebnisse wie die Steinbock-Beobachtung per Hightech-Fernrohr für eine einzigartige Mischung. All das ist auf den 48 Kilometern von Bruck bis nach Heiligenblut (bereits in Kärnten) zu haben. Geöffnet Anfang Mai bis Ende Oktober. In der Maut (Tageskarte Wohnmobile bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht 29 Euro, darüber 35 Euro) sind unter anderem alle Lehrwege, Ausstellungen und Parkflächen entlang der Route inkludiert. Weitere Informationen: Telefon 00 43/4 82 42 21 30,

Tipp: Zwei zahme Murmeltiere sind die Stars beim Mankeiwirt (Gasthof Fuscherlacke, Kehre 7)

Salzburg Kompakt

Anreise: Aus Richtung München in den Pongau und Lungau via A 8 und A 10. Mautfrei in den Pinzgau ab Siegsdorf B 306, B 305, B 178 und B 311 via Inzell,
Schneizlreuth, Lofer, Saalfelden oder Kitzbühel.

Urlaubs-Tipps: Wer im Urlaub viel unternimmt, sollte sich die „Salzburger Land Card“ anschaffen.
Sie bietet Gratis-Eintritt oder zumindest Ermäßigungen zu 190 Attraktionen wie zum Beispiel Bergbahnen, Museen oder Minigolfanlagen und ist für 6 oder 12 Tage gültig (46 Euro bzw. 55 Euro, Kinder die Hälfte).


Kulinarische Genusswege durch Salzburg, geografisch und nach Themen (Fisch, Käse, Bier etc.) gegliedert, zeigt die „Via Culinaria“ auf. Die Broschüre dazu gibt es beim Salzburger Land Tourismus.

Auskunft: Salzburger Land Tourismus, Wiener Bundesstraße 23, A-5300 Hallwang, Telefon 00 43/66 26 68 80, Fax 00 43/6 62 66 88 66

Stellplatz-Tipps

A-5572 St. Andrä
Naturcamping Peterbauernhof

Gebührenpflichtiger Stellplatz für 25 Mobile an einem Pony- und Ferienhof. Sonnenreiches, terrassenartig angelegtes Gelände. Brötchenservice auf Bestellung. 22 Euro/Nacht inkl. 2 Erw., Orts-taxe, Müllgebühr, Strom, Dusche. Geöffnet 1. Mai bis 15. Oktober, sonst auf Voranmeldung.
Standort: Lasa 50,
GPS 47°09’23”N, 13°47’30”O,
Telefon 00 43/66 45 12 83 19,
www.peterbauernhof.at

A-5580 Tams
Waldcamping Tamsweg

Gebührenpflichtiger Stellplatz für 30 Mobile zwischen Wald und Bach. Das Zentrum des Lungauer Bezirkshauptortes Tamsweg liegt in Gehweite. 15 Euro/Nacht inkl. 2 Erw., Ortstaxe; Strom extra, Ganzjährig nutzbar.
Standort: Mörtelsdorf 1,
GPS 47°14’16”N, 13°80’50”O,
Telefon 00 43/64 74 25 04,
www.camping-tamsweg.at

A-5612 Hüttschlag
Naturcamping Stockham

Gebührenpflichtiger Stellplatz für 10 Mobile in absoluter Ruhelage am Ende des Großarltals. Geschotterter Untergrund, Sanitäranlagen und Entsorgungs-möglichkeit (kein Bodeneinlass); Brötchenservice; Milch, Butter und Eier zu kaufen. 16 Euro/Nacht inkl. 2 Erw., Strom, Orts-taxe. Dusche extra (Münzen). Ganzjährig nutzbar.
Standort: See 5,
GPS 47°08’52”N, 13°17’22”O,
Telefon 00 43/6 41 72 57,
www.stockham-camping.com

A-5661 Rauris
Nationalparkcamping Andrelwirt

Gebührenpflichtiger Stellplatz für 22 Mobile, dazu weitere Komfortstellplätze am gleichnamigen Traditionsgasthof im Rauriser Tal. Ausgangspunkt für Goldwaschen, Geier-Spotting und Wanderungen im Nationalpark Hohe Tauern. 25 Euro/Nacht inkl. 2 Erw., Orts-taxe, Müllgebühr; Strom extra. Ganzjährig nutzbar.
Standort: Wörth 15,
GPS 47°11’51”N, 12°58’35”O,
Telefon 00 43/65 44 64 11,
www.andrelwirt.com

A-5761 Maria Alm
Wohnmobilstellplatz Stegerbauer

Gebührenpflichtiger Stellplatz für 10 Mobile an einem Bio-Bauernhof in Ruhelage und mit Panoramablick auf das Steinerne Meer. An der Grenze zwischen Pinzgau und Pongau gelegen, ein guter Ausgangspunkt für den „Salzburger Almenweg“ (siehe Text). Geschotterter Untergrund. Brötchenservice auf Wunsch, Gasthaus in Gehweite. Sommerpreis 12 Euro/Nacht inkl. 2 Erw., Ver- und Entsorgung, Strom, Ortstaxe. Ganzjährig nutzbar.
Standort: Stegen 16,
GPS 47°23’86”N, 12°54’21”O,
Telefon 00 43/65 84 77 65

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Autor

Foto

Stefan Spath

Datum

17. Oktober 2011
5 4 3 2 1 0 5 0
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