Reise-Tipp:Mittelnorwegen 12 Bilder Zoom

Reise-Tipp Mittelnorwegen: Trondelag - traditionsbewusst, jung, lebhaft

Die Region Trondelag in Mittelnorwegen, angeführt von der liebenswerten Stadt Trondheim, verführt mit ihren schönen Baudenkmälern zu einer Wohnmobil-Tour in den hohen Norden. Hinzu kommt ein besonderes Kultur- und Freizeitangebot.

Der Tronheimfjord und seine Inseln - Hitra

Einen kapitalen Köhler zu fangen ist der sehnlichste Wunsch vieler Meeresangler. Besonders zahlreich tummelt sich der oft irreführend als „Seelachs“ bezeichnete Fisch in den Gründen um Hitra - eine von Klippen gesäumte Insel am Eingang zum Trondheimfjord. Hier gelingt es Petri-Jüngern auch immer mal, einen Rekord-Heilbutt an den Haken zu bekommen. So machten im August 2012 zwei Deutsche Schlagzeilen, die stolz ein 155-Kilogramm-Exemplar präsentierten. Darüber hinaus weisen die gut 7000 Binnengewässer sehr gute Forellenbestände auf.

Die Insel lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Sie war bereits, wie archäologische Funde belegen, in der Steinzeit besiedelt. Das älteste noch vorhandene Bauwerk ist die Kirche in Dolm aus dem Spätmittelalter, auf der ein Brandfluch lasten soll. Tatsächlich wurde sie schon viermal von Flammen heimgesucht. Ein fast sechs Kilometer langer Unterwassertunnel verbindet Hitra mit dem Festland.

Trondheim - Architektur und glanzvolle Zeugnisse

Als Keimzelle des heutigen Trondheim gilt der geschützte Hafen an der Mündung des Nidelv-Flusses, wo der Legende nach der Wikingerkönig Olav Tryggvason einen Handelsplatz errichten ließ. Dieser wuchs dann unter Olav II. Haraldsson zum wichtigsten Ort Norwegens heran. Trondheim wurde Hauptstadt, Königsresidenz und Bischofssitz. Im 14. Jahrhundert leitete die Union mit Dänemark den Machtverlust und damit den Niedergang ein. Erst 400 Jahre später berappelte sich die Stadt wieder: Sie stieg zum großen Umschlagplatz für Kupfererz auf.

Die gewaltige Kathedrale im Zentrum, auch Nidaros-Dom genannt, steht angeblich über dem Grab Olavs. Der starb in einer Schlacht, avancierte posthum zum Nationalhelden und wurde als Märtyrer heiliggesprochen. Ein weiteres berühmtes Wahrzeichen sind die prächtig-bunten, am Flussufer auf Pfählen ruhenden Pack- und Lagerhäuser - beeindruckende Bauzeugen des kraftvollen Wiederaufstiegs der Stadt.

Das besagte Erz stammte übrigens aus Røros, einer früheren Bergwerksgemeinde im Gebirge. Deren wettergegerbte Holzbauten, die teils noch über Grasdächer verfügen, gehören seit 1980 zum Weltkulturerbe. Einmalige Schätze zeigt auch das Trondheimer „Trøndelag Folkemuseum, ein Freilichtmuseum mit jahrhundertealten Gebäuden. www.sverresborg.no

Die feine Küche im Norden

Die norwegischen Essgewohnheiten unterscheiden sich besonders in einem Punkt von den deutschen: Im Alltag verzichten die Norweger sehr häufig auf ein warmes Mittagessen, nehmen dafür aber das Abendessen schon um 17 Uhr ein. Speist man in einem der vielen guten Restaurants, die in den letzten 20 Jahren neu eröffnet wurden, verschiebt sich der Zeitpunkt um zwei bis drei Stunden. Daher ist für den Mittagstisch, der in der Regel aus einem abwechslungsreichen Büfett besteht, meist keine Reservierung erforderlich; für den Abend ist diese jedoch Pflicht.

Exzellente Küche in uriger Atmosphäre bieten in Trondheim vor allem die vielen Lokale in der Kjøpmannsgate, malerisch am Fluss und in der Gegend um die alte Brücke gelegen. Fisch und Meeresfrüchte, aber auch Elch-, Rentier- und Lammfleisch prägen dort die Speisekarte.
Norwegen ist auch ein Käseland.Berühmtester Käse ist der „Jarlsberg, eine milde, weiße Sorte. Überall gern gegessen wird zudem „Geitost (Ziegenkäse). Der „Grotte-ost (Höhlenkäse) ist eine bekannte regionale Spezialität, die auf dem Hof Hitra Gårdsmat auf der kleinen Insel Helgebostadøya bei Hitra hergestellt wird. Dorthin werden von der Hauptinsel aus Bootstouren angeboten. Zu besichtigen gibt es unter anderem die Höhle, in der der Käse heranreift. Dazu erzählt die charmante Gastgeberin Bodil Birkeland bei einer kulinarischen Kostprobe spannende Geschichten von Land und Leuten.

Das Pop- und Rockmuseum

Musik liegt in der Luft - besonders in der lebensfrohen Studentenstadt Trondheim, die neben dem gefeierten Klassik-Orchester „Trondheim Soloists und der etablierten Jazz-Szene seit 2010 eine weitere Attraktion in Sachen Tonkunst zu bieten hat: Rockheim - das nationale Erlebniszentrum für Pop und Rock. Es präsentiert seinen Besuchern in einem ehemaligen Hafenspeicher auf sechs Etagen die norwegische Musik- und Kulturgeschichte von 1950 bis heute. Rockheim ist darüber hinaus ein Ort, der alle Facetten der Rock- und Popmusikkultur aufzeigt und an dem man sich stundenlang interaktiv betätigen kann. Somit ist sichergestellt, dass sich auch Fans aus nicht skandinavischen Ländern dort wohlfühlen.

Breiten Raum nimmt die Gruppe A-ha ein, der 1985 mit ihrem Ohrwurm „Take On Me der entscheidende Durchbruch gelang. Daneben stehen regelmäßig Konzerte von Nachwuchskünstlern und wechselnde Sonderaustellungen auf dem Programm. Ebenfalls ein großes Thema: Wencke Myhre, die auch in Deutschland seit Jahrzehnten erfolgreiche Schlagersängerin. www.rockheim.no

Das norwegische Jazz-Fieber

Norwegischer Jazz begeistert über die Landesgrenzen hinweg eine große Anhängerschaft. Bands wie Atomic und Jaga Jazzist zählen zur internationalen Jazz-Elite. Spezielle Studiengänge, unter anderem an der Universität in Trondheim, sorgen für eine fundierte Musikerausbildung. Ebenfalls sehr populär: das alljährlich im Frühsommer stattfindende Trondheim Jazz Festival. In diesem Jahr dürfen sich die Fans zum Beispiel auf ein Gastspiel von Pharoah Sanders freuen, der amerikanischen Jazz-Legende, die früher oft mit John Coltrane auftrat. Den Schwerpunkt bilden aber die Vertreter der skandinavischen Szene; die Konzerte finden an verschiedenen Orten im Hafen statt. Termin: 7. bis 12. Mai 2013. www.jazzfest.no

Der besondere Tipp in Trondelag

Flanieren, dinieren, Spaß haben: Vor allem in der Mittsommerzeit spielt sich das Leben in Trondheim vorzugsweise im Freien ab. Beliebter Treffpunkt für Junge und Junggebliebene ist die herausgeputzte Hafenmeile, wo sich eine Vielzahl an Terrassencafés, Trendlokalen und Bars aneinanderreihen. www.trondheim.no

Trondelag - alle Infos im Überblick

Anreise: Am schnellsten mit der Fähre ab Dänemark, zum Beispiel via Hirtshals-Langesund (siehe auch Artikel: Fähren im Norden). Von da auf den Europastraßen E 18 und E 6 direkt nach Trondheim (ca. 490 Kilometer).

Noch mehr Sehenswürdigkeiten in Trondheim: Ringve-Museum Einzigartige Sammlung seltener Musikinstrumente aus aller Welt, zusammengetragen von Victoria Bachke. Hierzu reiste die Frau eines wohlhabenden Kaufmanns ab etwa 1900 jahrzehntelang quer durch Europa. www.ringve.no

Felsritzungen: Rund um den Trondheimfjord lassen sich viele prähistorische Zeichnungen bewundern, zum Beispiel bei Hell oder in Hegra. Das wohl spektakulärste Bild, „Rentier von Bøla genannt, wurde vor rund 5500 Jahren am Snåsasee in Stein gemeißelt.

Auskunft: Tourismusbüro Trøndelag, Postfach 65, 7400 Trondheim, Norway, Telefon 0047/73842440, Fax 0047/73842450, E-Mail touristinfo@trondelag.com,
www.trondelag.com

Camping- und Stellplätze in Trondelag und Trondheim

N-7563 Malvik: Storsand Gård Camping
Gehobene Anlage am Trondheim-fjord mit Sand- und Kiesstrand. 150 Stellplätze auf ebener Wiese und Terrassen. 290 NOK (ca. 39 Euro) pro Nacht und Mobil inklusive Strom. Geöffnet von Anfang Mai bis Ende August.
Standort: E 6, Richtung Storsand abzweigen, GPS 63°25’57”N, 10°42’28”O, Telefon 0047/73976360, //post@storsandcamping.no:post@storsandcamping.no

N-7340 Oppdal: Magalaupe Camping
Offenes Campinggelände für etwa 70 Fahrzeuge auf einer Wiese am Fluss Driva im Dovrefjell-Nationalpark. Geführte Wanderungen, Moschussafaris und vieles mehr. An der E 6 in der Provinz Sør-Trøndelag, rund 120 Kilometer südlich von Trondheim. 140 NOK (ca. 19 Euro) pro Nacht und Mobil inklusive Strom. Geöffnet von Anfang April bis Ende September.
Standort: Route 5, GPS 62°29’49”N, 09°35’07”O, Karla und Ingmar Fjeldsetnes, Telefon 0047/72424684, E-Mail camp@magalaupe.no

N-3208 Sandefjord: Sandefjord Bobilhavn
Gebührenpflichtiger Stellplatz auf Asphalt für 16 Reisemobile im Zentrum am Hafen. Günstige Lage an der E 18, gut 30 Kilometer nordöstlich des Fährhafens in Langesund. Zum Badestrand 100 Meter. 190 NOK (ca. 26 Euro) inklusive Strom, Ver- und Entsorgung. Aufenthalt maximal 3 Tage. Ganzjährig nutzbar, außer bei Schnee.
Standort: Sandefjordsveien 7, GPS 59°07’30”N, 10°13’13”O, Telefon 0047/33466166

N-7246 Sandstad/Hitra: Camping Vågen
Einfacher, auf Angler spezialisierter Campingplatz (12 ha) an zerklüfteter Felsenküste. Organisierte Kutter- und Katamaran-Touren. Forellengewässer in der Nähe. Fischputzbecken. 230 NOK (ca. 31 Euro) pro Wohnmobil und Nacht inklusive 2 Personen, Dusche und Strom. Geöffnet von Anfang März bis Mitte Oktober.
Standort: Straße 713, GPS 63°27’25”N, 08°36’29”O, Telefon 0047/72444160, E-Mail jan_pettersen@c2i.net

N-7030 Trondheim: Stellplatz am Athletikstadion
Gebührenfreier Stellplatz auf Schotter für zirka 15 Fahrzeuge auf Stadionparkplatz am Flussufer auf der Øya-Halbinsel. Über eine Fußgängerbrücke zur 2 Kilometer enfernten Innenstadt. Keine Ver- und Entsorgung. Ganzjährig.
Standort: Krogness gate, GPS 63°25’34”N, 10°22’56”O, Telefon 0047/73807660

Autor

Foto

Thomas Cernak

Datum

15. April 2013
5 4 3 2 1 5 5 1
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle News +++
+++ Alle Tests +++
+++ Viele Tipps +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

Videos
02:15 Offroad-Fahrschule mit promobil vor 5 Tagen
114 Aufrufe
06:27 Bürstner Lyseo 2016 Supercheck vor einem Monat
589 Aufrufe
  • Alle Bereiche
  • News
  • Tests
  • Stellplätze
  • Reise
  • Ratgeber
  • Zubehör
  • Video
Alle Marken von A-Z