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Wohnmobil-Tour Thüringen: Radtour an der Weißen Elster

Eine Fahrradtour entlang der Weißen Elster, den Zug für Rückfahrten nutzen und im eigenen Wohnmobil auf Stellplätzen übernachten: die besten Touren-Tipps von promobil-Leser Hans Kothe.

Träumen Sie schon lange von einer mehrtägigen Fahrradtour? Eine, die sich  je nach Befindlichkeit in gemütliche oder auch sportlichere Etappen einteilen lässt? Eine Fahrradtour, die durch eine reizvolle Landschaft führt mit allerlei Sehenswertem am Wegesrand? Sie wollen dabei ohne großes Gepäck radeln, individuell und kostengünstig unterwegs sein - und Ihr Reisemobil als Übernachtungsquartier nutzen?

Zu viel verlangt, denken Sie jetzt vielleicht. promobil-Leser Hans Kothe dachte das nicht, sondern tüftelte so lange herum, bis er all diese Wünsche unter einen Hut gebracht hatte. In Ausgabe 9/2010 hat promobil bereits seine Fahrradtour  entlang der Werra zur Nachahmung empfohlen, hier folgt als zweites Beispiel eine Fahrradtour entlang der Weißen Elster. Die entspringt in Tschechien wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, fließt durch das sächsische Vogtland, durch Thüringen und Sachsen-Anhalt und mündet bei Halle in die Saale. Das Schild  mogelt ihr 25 Kilometer an Länge hinzu, tatsächlich misst sie knapp 250 Kilometer, die Hans Kothe für seine Fahrradtour in vier Etappen unterteilte; fünf oder sechs Etappen wären aber ebenso gut möglich.

Kothe fand den Elsterradweg fast stets am Fluss entlang verlaufend und meist gut ausgeschildert. Sein Tipp: „Will man das Umsetzen des Reisemobils von Etappe zu Etappe so wenig aufwendig wie möglich halten, so sucht man sich einen Stellplatz am Ort des ersten Etappenziels. Bei der Elster-Fahrradtour ist das Plauen. Das zweite Ziel ist Gera und das dritte Ziel Leipzig. Ich muss also das Mobil nur von Plauen nach Gera fahren und am nächsten Tag von Gera nach Leipzig, also nur zweimal umsetzen bei einer viertägigen Radtour.“

Am Anreisetag stellte er sein Mobil am frühen Abend auf dem Neustadtplatz in Plauen ab, gleich neben der siebenbogigen Elsterbrücke, der ältesten Steinbrücke Sachsens. Die Plauener Spitze hat Weltruf - wer genug Zeit hat, kann das Spitzenmuseum im alten Rathaus besuchen.

Am nächsten Morgen fährt Hans Kothe mit der Vogtlandbahn samt Fahrrad nach Bad Brambach nahe der tschechischen Grenze. Die Fahrt dauert eine gute Stunde. Übrigens ist die Mitnahme des Fahrrades während aller Zugfahrten auf der Elsterstrecke kostenlos. Zunächst radelt er zur Quelle. Die Fahrradtour geht durch eine schöne Mittelgebirgslandschaft über wenig befahrene, gut geteerte Straßen immer bergauf über die grüne Grenze nach Tschechien. Die Elsterquelle liegt etwas versteckt im Wald. Dann wieder bergab Richtung Bad Elster und Adorf, wo die Schauanlage „Klein Vogtland“ Sehenswürdigkeiten der Region im Miniaturformat präsentiert.

Weiter, teils auf Rumpelpisten, Richtung Oelsnitz, vorbei an Schloss Voigtsbert, dem markanten Rathaus und der Jacobikirche. Die Etappe führt oberhalb an der Talsperre Pirk mit einigen Anstiegen über Weischlitz und Kürbitz nach Plauen. Fazit der ersten Etappe der Fahrradtour: knapp 80 Kilometer gefahren und fünfeinhalb Stunden unterwegs gewesen.

Bei der nachmittäglichen Fahrt mit dem Mobil nach Gera macht Kothe einen Abstecher zur Gölzschtalbrücke, der größten Ziegelbrücke der Welt.

Im Stadtmuseum Gera kann man „Höhler“ besichtigen, das sind bergmännisch ausgebaute Tiefkeller, die im 17. und 18. Jahrhundert unter den Hauskellern der Stadt zum Zweck der Bierlagerung angelegt wurden. Die letzte Führung beginnt um 15 Uhr. Um 7.44 Uhr startet Kothe deshalb am nächsten Morgen mit dem Zug von Gera nach Plauen und radelt dort los. Er schwärmt vom Greizer Stadtbild mit seinen drei Schlössern, der Staatlichen Kupferstich- und Büchersammlung und der Karikaturensammlung „Satiricum“. Über Berga und Wünschendorf führt der Radweg nach Gera, zwei heftige Steigungen sind zu bewältigen. Pünktlich zur Führung trifft Kothe am Stadtmuseum ein. Danach ab zum Mobil, kurze Pause und Abfahrt nach Leipzig. Eine Stunde dauert die Fahrt zum Stellplatz im Leipziger Zentrum.

Abfahrt am nächsten Morgen um 8.26 Uhr vom schönen Leipziger Kopfbahnhof nach Gera; Fahrzeit eine Stunde. Ab Gera steht mit fast 90 Kilometern die längste Etappe auf dem Programm. Das Otto-Dix- Haus lässt Kothe deshalb heute links liegen. Der Radweg führt nun am Fluss entlang Richtung Bad Köstritz, an der Schwarzbierbrauerei vorbei nach Zeitz mit Schloss Moritzburg und dem Deutschen Kinderwagenmuseum, dem Gewandhaus und der Michaeliskirche. Weiter durch die schönen Elsterauen, vorbei an einem ehemaligen Braunkohletagebau, der rekultiviert wird. Ein Stück weiter, am Cospudener See, kann man sehen, wie so eine gelungene Rekultivierung aussieht. Den Stellplatz erreicht Kothe kurz nach 16 Uhr, früh genug, um sich in Leipzig noch ein wenig umzuschauen.

Nur 34 Kilometer misst die letzte Etappe, damit es nicht zu spät wird, um noch am selben Tag mit dem Mobil wieder nach Hause zurückzufahren. Es geht mit dem Rad vom Stellplatz am Neuen Rathaus vorbei, durch den Johannapark zur Elster. Der Fluss ist im weiteren Verlauf kanalisiert, der Weg bis zur Luppenaue etwas eintönig. Im Süden von Halle gibt es einen Aussichtspunkt, von dem aus man schön sehen kann, wie die Weiße Elster in die Saale mündet. Interessantes wie die Marktkirche mit den vier Türmen, den Roten Turm, das Landesmuseum, die Moritzburg, das Händel-Haus oder das Beatles-Museum muss sich Hans Kothe für einen späteren Besuch aufsparen. Stracks radelt er zum Hauptbahnhof, fährt in einer knappen halben Stunde zurück nach Leipzig und macht sich auf den Heimweg.

Info & Kontakt

Gera Tourismus e.V.
Heinrichstraße 35, 07545 Gera, Telefon 03 65/8 30 44 80 und 03 65/1 94 33, info@geratourismus.de, www.gera-tourismus.de, info@elsterradweg.de, www.elsterradweg.de

Thüringer Vogtland Tourismus e. V. 
Goetheallee 17, 07937 Zeulenroda-Triebes, Telefon: 03 66 28/8 24 41
info@thueringen-vogtland.de, www.thueringen-vogtland.de, www.adfc-tourenportal.de
www.blaues-band.de

Die Weisse-Elster-Radtour: Etappen und Stellplätze

1. Tag:

Anreise per Mobil nach Plauen.
Neustadtplatz , Syrastraße, 08523 Plauen, GPS 502936N, 120827O, Telefon 0 37 41/2 91 10 27, www.plauen.de.
Gebührenfreier Stellplatz für 5 Mobile. Ganzjährig nutzbar.

Vogtland-Stellplatz, Zum Burgteich 57, 08523 Plauen, GPS 502808N, 120630O, Telefon 03 30 56/2 46 52, www.vogtlandstellplatz.de. Gebührenpflichtiger Stellplatz für 10 Mobile. 5 Euro pro Nacht und Mobil. Ganzjährig nutzbar.

2. Tag:

Bad Brambach-Plauen, 79 km
8.11 Uhr oder 10.17 Uhr Zug Plauen-Bad Brambach, Fahrzeit ca. 1:15 h. Abends mit dem Mobil nach Weida oder ins Göltzschtal; am nächsten Morgen nach Gera.
Campingplatz Weida, an der Auma-Talsperre 1, 07570 Weida, GPS 504601N, 120128O, Telefon 03 66 03/6 25 61, www.campingplatz-weida.com. Campingplatz mit 33 Touristenstellplätzen für Reisemobile und Caravans; V+E möglich. 2 Personen, Stellplatz inkl. Strom und Dusche 15 Euro. Ganzjährig geöffnet.

Brückengaststätte Zur Alten BBS, Göltzschtal 17, 08491 Netzschkau, GPS 503722N, 121430O, Telefon 0 37 65/39 08 20. Gebührenpflichtiger Stellplatz für 5 Mobile. 2,50 Euro pro Nacht und Mobil. Ganzjährig nutzbar.

In Gera parken auf dem Hofwiesenparkplatz²), Parkstraße, 07548 Gera, GPS 505255N, 120422O.

3. Tag:

Plauen-Gera, 68 km
9.03 Uhr Zug Gera-Plauen, umsteigen in Weischlitz,
Fahrzeit ca. 1:40 h. Abends mit dem Mobil nach Leipzig.

4. Tag:

Gera-Leipzig, 86 km 8.21 Uhr Zug Leipzig-Gera,
Fahrzeit ca. 1.10 h.

5. Tag:

Leipzig-Halle, 34 km

10.11 Uhr oder 11.11 Uhr Zug Halle-Leipzig, anschließend Heimreise per Mobil.
Parkplatz Querstraße, Querstraße 14, 04103 Leipzig, GPS 51°20’26”N, 12°23’07”O, Telefon 01 76/20 72 68 42, rosita.feustel@googlemail.com. Gebührenpflichtiger Stellplatz für 30 Mobile, ab 10 Euro pro Nacht und Mobil. Ganzjährig nutzbar.

¹) Beispielhaft für mehrere, je nach Wochentag wechselnde Möglichkeiten; Stand Sommer 2011, ohne Gewähr.
²) Nach Auskunft der Stadtverwaltung ist hier auch das Übernachten „zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ erlaubt.

Stefan Weidenfeld

Foto

Hans Kothe, Thüringer Vogtland Tourismus e.V., Peter von Bechen/pixelio

Datum

17. September 2012
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