Gargano, Ratgeber 11 Bilder Zoom

Reise-Tipp Gargano: Ein Schmuckstück an der Adria

Feinsandige Badebuchten und weiße, verwinkelt gebaute Städtchen über dem türkisfarbenen Meer säumen die Küste des Gargano. Italiens Stiefelsporn ist eine urwüchsige, felsige Halbinsel, die nicht nur in der Hochsaison zu einer Tour mit dem Wohnmobil einlädt.

Überraschendes für Wohnmobil - Touristen

Nach jeder Biegung überraschen neue Eindrücke: Knorrige Kiefern klammern sich mit ihren Wurzeln an die steilen Gargano - Hänge, die abrupt ins Meer abfallen. Wo man geht und steht, duftet es nach Thymian. Danach laden hinreißend schöne Buchten mit goldgelben, feinen Stränden zu Badestopps ein. Die längsten Strände erstrecken sich zum Beispiel entlang der Baia di Calenella oder der Baia di Sfinale. Zum Bild einer grandiosen Naturlandschaft im Gargano passen auch die bizarren Felsformationen. Beispiel: der 26 Meter hohe Kalksteinkegel „Pizzomunno“, was aus dem lokalen Dialekt übersetzt „Weltspitze“ heißt. Von Wellen umspült, ragt er zu Füßen der Altstadt von Vieste auf. Sein blendendes Weiß kontrastiert häufig bis hinein in den Spätsommer zu den dahinter verlaufenden Reihen blauer und orangefarbener Sonnenschirme. 

Bei Pugnochiuso zweigt von der Küstenstraße eine besonders kurvenreiche Straße zu den Badestellen ab. Wanderer und Mountainbiker schätzen hier vor allem den Frühsommer, wenn blühender Rosmarin die Hänge violett färbt. Ein Stück weiter südlich: die berühmte Baia delle Zagare mit einem Felsbogen mitten im Wasser. „Wer mit einem Boot durch ihn hindurchfährt, wird sich am selben Tag verlieben“, sagt der Volksmund. Verlieben wird man sich auf jeden Fall in diesen großartigen Küstenabschnitt im Gargano.

Verwinkelte Küstenstädte im Gargano

Auf einem markanten Felsrücken erhebt sich die verwinkelte Bilderbuchaltstadt von Vieste mit malerischen Treppengassen zwischen weiß getünchten Häusern. Der historische Ort mit zirka 13.500 Einwohnern ist das lebhafte Zentrum der Gargano-Halbinsel. Er geht auf eine griechische Kolonie zurück, war später römisches Municipium und anschließend mehr als 800 Jahre Bischofssitz, wovon die sehenswerte Kathedrale zeugt. Sie wurde im 11. und 12. Jahrhundert im romanisch-apulischen Stil erbaut. Das Nordportal gilt als herausragendes Zeugnis jener Bauepoche.

An jeder Ecke laden Restaurants und Trattorien zur Einkehr ein, was ebenso für die Nachbarstadt Pèschici gilt. Auch deren „Centro storico“ thront hoch überm Meer. Die niedrigen Häuser wirken fast orientalisch. Alles erscheint leicht renovierungsbedürftig, aber genau das verleiht Pèschici den besonderen Charme, der viele Apulien-Fahrer gefangen nimmt. Zum Baden lockt unterhalb eine große Sandbucht.


Das ursprüngliche Hinterland des Gargano

Ein lohnender Ausflug führt vom hübschen Dorf Vico del Gargano in die Foresta Umbra rings um den 950 Meter hohen Monte Sacro. In dem unter Naturschutz stehenden „schattigen Wald“ wachsen stattliche Buchen und Ahornbäume sowie Wildkirschen und dichte Steineichen mit vielen Holunderbüschen dazwischen. Allenthalben gibt es Picknickplätze, die zur Rast und zum Verweilen einladen. Zur Hauptsaison steht ein Informationszentrum bereit. Es beinhaltet unter anderem ein naturkundliches Museum. Gegenüber hat man die Casa del Boscaiolo eingerichtet, eine Köhlerhütte mit typischen Gerätschaften. Durch die umliegenden Gehege streifen Mufflons und Damwild.

Im Süden der Halbinsel liegt auf einem Hügel der Ort Monte SantAngelo. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich um ein Pilgerziel. Zwischen den schmucken Giebelhäusern erhebt sich der achteckige Turm von San Michele Arcangelo, eine dem Erzengel Michael geweihte Kirche. Jener soll an dieser Stelle den Gargano von einer Riesenschlange befreit haben.


Die apulische Hausmannskost

Man sagt, dass Apulien die Kornkammer Italiens sei. Demzufolge nehmen Teigwaren aus Hartweizen (grano duro) und das meist safrangelbe Brot eine wichtige Stellung im täglichen Speiseplan ein. Unter den stets frisch handgemachten Nudeln sind die Orecchiette („Öhrchen“) hervorzuheben. Es gibt sie in allen Formen und Größen. Typisch: Ihre raue Oberfläche, die bestens dazu geeignet ist, Soßen aufzunehmen. Kleine verwendet man für Tomatensoße, die großen dagegen für schwere Soßen, zum Beispiel zu Wild.

Vor der Pasta kommen in der Speisefolge die Antipasti, die sowohl aus Gemüse bestehen können als auch aus Meeresgetier. Sie werden gebacken, frittiert, gedünstet oder in Olivenöl eingelegt serviert. Besonders beliebt sind in Mitteleuropa weniger verwendete Gemüsesorten wie Chicorée, grüne Saubohnen oder Kichererbsen. Nicht wegzudenken sind daneben Artischocken, Zucchini und Auberginen. Das Ganze würzt man kräftig mit frischen Kräutern und Knoblauch.

Lammfleisch zählt vor allem in den Bergen als Delikatesse. Am Meer isst man in erster Linie Fisch, besonders gefragt sind die verschiedenen Tintenfischarten, darunter Oktopus. Schwarze Miesmuscheln (cozze) züchtet man vor Ort, und zwar hauptsächlich in den Lagunen im nördlichen Gargano.

Überall im verschachtelten Altstadtkern von Pèschici, den man durch einen Torbogen betritt, haben sich Galerien und kleine Geschäfte eingenistet. Vornehmlich wird Kunsthandwerk aus Holz, Keramik und Leder angeboten. Die Läden wirken aber nicht so herausgeputzt wie anderswo - sie haben viel Alltäglichkeit bewahren können. Feine Lebensmittel, wie etwa Olivenöl aus der Region, ergänzen das Angebot. Dies gilt in noch weit höherem Maß für Vieste, wo  an jeder Ecke Käse in Tropfenform baumelt. Er heißt Caciocavallo Podolico und wird meist wie zu Großvaters Zeiten über offenem Feuer aus der Milch der Podolica-Rinder gerührt.


Gargano Kompakt

Anreise: Auf der gebührenpflichtigen Autobahn 14/E 55 Bologna–Taranto bis zur Ausfahrt Poggio Imperiale, dann auf den Staatsstraßen 693 und 89 weiter in Richtung Pèschici und Vieste.

Sehenwertes: Meeresgrotten von Vieste Der zerklüftete Küstenstreifen wartet mit einer ganzen Reihe von malerischen Meeresgrotten auf. Beinahe täglich starten Ausflugsboote zu den Höhlen; zu den schönsten zählen beispielsweise die Sirenengrotte, die Smaragdgrüne Grotte und die Durchbrochene Grotte. Info: Gargano Boat Service, Telefon 00 39/34 07 16 09 50, www.vieste.it

Tomba di Rotari Grab des Langobardenkönigs Rothari in Monte Sant´Angelo. Der Kuppelbau ist mit romanischen Reliefs verziert.

Auskunft: Italienische Zentrale für Tourismus ENIT, Barckhausstraße 10, 60325 Frankfurt am Main, Telefon 0 69/23 74 34, Fax 0 69/23 28 94, E-Mail frankfurt@enit.it

Stellplatz-Tipps

86038 Petacciato: Parcheggio al Mare
Nachts gebührenfreier Stellplatz für 20 Mobile auf Großparkplatz in unmittelbarer Nähe zum Strand. Ganzjährig nutzbar.
Standort: SS 16,
Fraz. Petacciato Marina,
GPS 42°02’01”N, 14°51’02”O,
Telefon 00 39/0 87 56 73 37

71036 Lucera: Area di Sosta Camper Service
Gebührenfreier Stellplatz für 10 Mobile auf Großparkplatz. Ebener, asphaltierter Untergrund, kein Schatten. Ganzjährig.
Standort: Viale Ferrovia,
GPS 41°29’59”N, 15°19’59”O,
Comune di Lucera,
Telefon 00 39/08 81 54 11 11,
www.comune.lucera.fg.it

71043 Manfredonia: Camping Lido Salpi

Einfacher Campingplatz direkt am Meer. Viele Grünflächen, Camper-Service, Pizzeria, Laden, Kiosk, Animation in der Hauptsaison. 15 bis 22 Euro pro Nacht und Mobil je nach Saison.
Strom: ab 2 Euro. Ganzjährig.
Standort: S.S. 159 delle Saline
km 6,200,
GPS 41°33’17”N, 15°53’17”O,
Telefon 00 39/08 84 57 11 60

71013 San Giovanni Rotondo: Area di Sosta Giulia di Cerbo
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 50 Mobile, angeschlossen an ein Restaurant. 13 Euro promobil und 24 Stunden inklusive Strom. Ganzjährig nutzbar.
Standort: Circonvallazione Sud,
Contrata di Coppe Mezzanelle,
GPS 41°41’50”N, 15°43’52”O,
Giulia di Cerbo,
Telefon 00 39/32 83 58 22 27,
www.areadisostadicerbo.com

71013 San Giovanni Rotondo: Area di Sosta Coppa Cicuta

Gebührenpflichtiger Stellplatz für 30 Mobile in Ortsrandlage. Stellplätze auf ebenem Schotter, im Sommer unter Mattendächern.Auf dem Gelände ist eine Bar mit Trattoria sowie ein Picknick-platz. 2 Kilometer bis zum Stadtzentrum. 10 Euro pro Nacht und Mobil inklusive Dusche, Ver- und Entsorgung. Strom: 2 Euro. Ganzjährig nutzbar.
Standort: Strada Pozzocavo
Tre Carrini,
GPS 41°41’45”N, 15°42’15”O,
Giovanni Fiorentino,
Telefon 00 39/08 82 41 33 40

71010 Peschici: Area Camper Dattoli

Gebührenpflichtiger Stellplatz für 15 Mobile auf naturbelassenem Gelände an Olivenbäumen. Westliche Ortsrandlage, 100 Meter vom Hauptstrand entfernt. 15 Euro pro Nacht und Mobil inklusive Strom, Dusche, Ver- und Entsorgung. Ganzjährig nutzbar.
Standort: OT Marina di Pèschici,
GPS 41°56’42”N, 16°00’41”O,
Telefon 00 39/08 84 96 40 14

Autor

Foto

Uli Regenscheit

Datum

13. April 2012
5 4 3 2 1 0 5 0
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