Reise-Service: Alpenpässe 15 Bilder Zoom

Reise-Tipp Alpenpässe: Mit dem Wohnmobil über alle Berge

Das Bild einer Passfahrt ändert sich ständig. Grandiose Berglandschaften offenbaren sich bei einem Fahrerlebnis, das man auch mit dem Wohnmobil gezielt suchen oder in eine Tour eingliedern kann.

Wer jemals in den Alpen unterwegs war, kennt sie, die Faszination, die von Pass- und Bergstraßen ausgeht. Einige von ihnen, wie das Stilfser Joch oder die Großglockner-Hochalpenstraße, haben fast etwas Magisches.

1200 Kilometer lang, 240 Kilometer breit: Das ist die Ausdehnung der Alpen von Wien bis Nizza. In einem gewaltigen Bogen spannt sich Europas zentrales Gebirge - eine abwechslungsreiche Berglandschaft, wie es sie kein zweites Mal gibt.

Zahllose schöne Bergstraßen führen über Passhöhen und schaffen die Verbindung zwischen zwei Tälern. Viele kann man außer mit Rennrad, Motorrad oder Auto sogar mit dem Wohnmobil befahren - fahrerisches Können und technischer Bestzustand beim Fahrzeug vorausgesetzt.

Wer sich durch die hier präsentierte Auswahl an Pässen inspiriert fühlt, sollte sich vor Fahrtantritt versichern, dass die Bremsanlage des Wohnmobils einwandfrei funktioniert und nach Vorschrift gewartet wurde. Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, lagert also im Lauf der Zeit Wasser ein; durch die Erhitzung bei langen Bergabfahrten können Dampfblasen in überalterter Bremsflüssigkeit entstehen - der Tritt aufs Pedal geht dann ins Leere. Auch Öl- und Kühlwasserstand verdienen einen prüfenden Blick vor jeder Bergtour. Nebenbei sollte man nicht versäumen, das Gepäck an Bord zu sichern und Klappen und Türen sorgfältig zu verriegeln.

So fahren Sie mit dem Wohmmobil sicher bergab

Die Motorbremse unterstützt die Betriebsbremse beim Bergabfahren. Die Regel lautet: In dem Gang bergab fahren, in dem man dieselbe Steigung auch bergauf fahren würde. Also keine Angst vor hohen Drehzahlen. Auf Nummer Sicher ist unterwegs, wer Zwischenstopps einlegt, bei denen die Bremsen ein wenig abkühlen. Ob bergab oder bergauf: Auch nachfolgende, schnellere Verkehrsteilnehmer wissen solche Pausen zu schätzen.

Wir fahren auf der Schweizer Autobahn, zur Rechten die Glarner Alpen, Richtung Chur. In Chur biegen wir ab auf die kurvige Strecke nach Disentis und Andermatt. Kurz vor Realp windet sich die Straße mit elf Prozent Steigung und über eine Reihe von Kehren rasch empor. Schnell ist jetzt die drückende Enge des Tales überwunden. Mit jedem Höhenmeter wird der Blick auf die Berge der Gotthardgruppe freier. Weitere sieben Kehren später erreichen wir das Hotel Gallenstock.

Welch ein Licht empfängt uns hier! Wer es einmal ausgekostet hat, dieses erste Licht des Tages in der Stille der Berge, der wird es immer wieder suchen, wird es in Erinnerung behalten und es in seine Seele schließen.

Die Vegetation lässt nach. Dafür mehren sich die Wasserfälle, die von felsigen Hängen des Winterstocks ins Tal rauschen. Am Furka-Hotel ist nach 17 Kilometern die Passhöhe erreicht. In der Nähe steuern wir einen kleinen Parkplatz an, von dem aus der Blick zum Lauteraarhorn, zu den Fiescherhörnern und an klaren Tagen bis zum Eiger frei wird. Hier werden wir erst einmal bleiben. Frühstück im Mobil, Aufstieg zum Gipfel, Gipfelbrotzeit, ein wenig ausruhen. Hier spüren wir etwas von der Kraft, die uns gesund und glücklich macht.

Über den Berninapass fahren wir in die Westalpen. Sie ziehen sich gen Süden bis zur Côte d'Azur, wo der Alpenbogen bei Nizza im Mittelmeer versinkt - nicht ohne sich zuvor noch einmal zu den höchsten Himmelshöhen aufzutürmen.

Wenn wir mit dem Wohnmobil in die Berge fahren, lassen wir den Alltag unserer beschleunigten Zivilisation im Tal zurück. Wir gewinnen Zeit, in der wir nicht erfolgreich und effektiv sein müssen. Hier begreifen wir, dass wir selbst der Hamster sind, der das Rad antreibt. Hier in den Bergen atmen wir frei, sind ganz bei uns, und hier gelingt der Sprung aus dem Hamsterrad.

Wenn der Berg ruft, dann ruft er nicht jeden. Und von denen die ihn hören, hören ihn nicht alle gleich. Den Bergsteiger treibt es mit leichtem Gepäck auf direkter Route und schmalem Grat zum höchsten Punkt. Den Wanderer auf leichtere Gipfel und zu Alphütten, an einsame Kraftorte zum Verweilen, um die Weite zu erleben. Wir haben unsere eigene Unterkunft dabei, können rasten wo es uns gefällt, können Kraftorte in aller Frühe ansteuern, um Sonnenaufgänge zu erleben, wie man sie sonst nirgends erleben kann. Und mit einem Mal sind wir angekommen, keinen Augenblick zu früh, genau bei uns selbst.

Foto

Matthias Pinn

Datum

19. Juni 2013
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