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Ratgeber: Reise-Service: Stellplatz-Atlas Alpenländer

Die Alpen öffnen sich dem Reisemobil-Tourismus. Ein neuer Stellplatz-Atlas von promobil präsentiert 200 der besten Angebote.

Kaum ein Nachbarland hat die deutschen Reisemobilisten so sehr verärgert: Österreich und ganz speziell Tirol galten lange Zeit als rotes Tuch. Wer konnte, machte um Austria einen großen Bogen. Doch die Zeiten bessern sich, denn etliche Gemeinden in Österreich haben inzwischen den reisemobilen Gast für sich entdeckt: Rund 60 habhafte Reisemobil-Stellplätze präsentiert promobil im neuen Stellplatz-Atlas Alpenländer, der ab sofort lieferbar ist.
Wie bei allen neuen Stellplatz-Atlanten von promobil werden die Übernachtungsangebote nicht nur nach Lage, Ausstattung und Freizeitwert beurteilt, sondern auch in einer Gesamtwertung klassifiziert. Rund zwei Dutzend der Stellplätze in Österreich fallen danach in die Kategorie „einfacher Übernachtungsplatz“, die Mehrzahl kann sich als „guter Wochenend-Stellplatz“ empfehlen, zweimal werden drei Sterne für einen „komfortablen Reisemobilhafen“ vergeben.
Zu diesen beiden Spitzenplätzen zählt der Reisemobilhafen vor dem Camping Arlberg in Pettneu, auf dem 80 Einheiten Platz haben. Stromanschlüsse sind selbstver-ständlich, jene für Satelliten-Fernsehen erleben hier ihre Stellplatzpremiere. Der Reisemobilhafen am Arlberg setzt sich damit an die Spitze einer Entwicklung, die auch Tirol erfasst hat: So eröffnete die Stadt Schwaz den ersten kommunalen Stellplatz des Bundeslandes.
Trotz dieser vorbildlichen Initiativen und einem sichtbaren Bemühen nimmt Tirol noch lange nicht die Spitzenposition in der österreichischen Stellplatz-Hitliste ein. Diese Platzierung geht an Niederösterreich und Oberösterreich. Sie weisen das landesweit engmaschigste Stellplatznetz aus. Reisemobilfahrer finden hier eine ganz typische Mischung aus kommunalen Stellplätzen – meist handelt es sich um umgewidmete Parkplätze – und privaten Angeboten, zumeist bei Gaststätten oder auf Bauernhöfen.
In den anderen österreichischen Bundesländern halten sich Licht und Schatten in etwa die Waage. Sehr interessante Stellplatzprojekte in der Steiermark – an der Planai in Schladming –, in Vorarlberg – an der Valisera-Bergbahn in St. Gallenkirch – oder in Kärnten – in Ferlach – sorgen für Zuversicht, können aber nicht verbergen, dass die Lücken im Stellplatznetz noch groß sind.

Die Slowenen versuchen sich erst seit kurzem als Gastgeber für Reisemobiltouristen. Ein noch sehr dünnes Netz von Stellplätzen legen sie über das Land, versuchsweise zunächst. So lobenswert der Anfang auch ist, die Lücken zwischen den einzelnen Etappenstationen fallen aber noch viel zu groß aus. Die acht besten Angebote stellt der neue Stellplatz-Atlas vor. Einfache Übernachtungsplätze und gute Wochenend-Stellplätze halten sich dabei die Waage, Reisemobilhäfen fehlen ganz. In Italien schmücken sich die klassischen Urlaubsregionen lange schon mit einem dicht geknüpften Stellplatznetz. Dagegen sieht es bisher kurz hinter Brenner oder Reschenpass bis auf einige Etappenstationen wie Sterzing oder Mals-Burgeis überwiegend zappenduster aus. Die Wende zum Besseren erfolgte ebenso unerwartet wie rasant in der Saison 2004. In St. Vigil in Enneberg, im Herzen der Dolomiten ideal gelegen, entstand der erste privat betriebene Reisemobilhafen. Gleichzeitig wies die Bergbahngesellschaft an der Tarscheralm bei Latsch im Vinschgau einen neuen Reisemobil-Stellplatz aus. So wird das Netz im italienischen Alpenraum endlich dichter, denn auch das abgeschiedene Aostatal ist bereits seit Jahren mit Stellplätzen versorgt. Inzwischen sind weitere Angebote im Piemont, in Venetien, in Friaul und in Julisch Venetien hinzugekommen. Insgesamt 19 dieser italienischen Plätze fanden im neuen Stellplatz-Atlas Erwähnung. Einer davon trägt stolz drei Sterne: Er liegt am Fluss Cannobio und macht den gleichnamigen Ort am Lago Maggiore zu den besten Adressen im Nordwesten Italiens.

Das Land der Eidgenossen indes genießt in der reisemobilen Szene keinen sonderlich guten Ruf. Dennoch gibt es auch hier einen Silberstreif: Die Schweiz ist selbst für Reisemobilisten deutlich attraktiver, als ihr Image vermuten lässt – die Nennung von immerhin 36 Reisemobil-Stellplätzen unterstreicht das eindrucksvoll. Im deutschsprachigen Teil der Schweiz ist die Situation zwar alles andere als befriedigend, aber im französischsprachigen Westen sieht es wesentlich erfreulicher aus. Vor allem die Region um den Lac de Neuchâtel, das sich daran anschließende Freiburger Land und das Wallis haben die Nische erkannt. Sie empfangen den mobilen Gast mit einer Reihe von guten Stellplätzen. Als ausgesprochen schwierig erweist sich die Situation in den Städten des Landes. Empfehlenswerte Stellplätze gibt es in Bern, Basel, Zürich oder St. Gallen nicht. Zwei Ausnahmen bestätigen diese Regel: Locarno am Nordende des Lago Maggiore und Genf. Insgesamt erhalten immerhin über die Hälfte der Schweizer Stellplätze zwei Sterne von promobil. Mit Samnaun, nahe der Grenze zu Österreich gelegen, sowie mit Portalban am Südufer des Lac de Neuchâtel bieten sich sogar zwei größere Spitzenplätze an. Mut macht auch das gute Beispiel von Ennetbühl. In dem kleinen Dorf im Appenzeller Land beweist der erste privat betriebene Stellplatz, dass dieses Geschäftsmodell bald eine Vorbildfunktion für die ganze Schweiz haben könnte.

Frankreichs guter Ruf unter Reisemobilisten bestätigt sich auch in den Alpen, denn über das Grenzgebiet zur Schweiz und nach Italien legt sich ein Stellplatznetz, das vielen Anforderungen genügt. Es ist einerseits engmaschig genug, um Reisemobilisten die Auswahl zwischen verschiedenen Tälern und Regionen zu ermöglichen und so eine abwechslungsreiche Rundreise zu planen, andererseits befriedigt es ganz un-terschiedliche Ansprüche. Selbst viel besuchte Touristenorte verschließen sich nicht den mobilen Gästen. Städtetouristen wird es vermutlich zuerst nach Annecy ziehen. Die Glockengießerstadt am Fuß der Berge lockt nicht nur mit ihrem malerischen Stadtbild und der Lage am See, sie weist auch zwei Stellplätze am Rand der Altstadt aus. Positiv hervorzuheben ist auch, dass bekannte Wintersportgebiete wie Chamonix und Alpe d’Huez offizielle Stellplätze ausweisen. Kleinere und weniger bekannte Ferienorte wie das Bergdorf Praz de Lys oder Les Gets runden das Angebot ab. Mit campingplatzähnlichem Komfort ist allerdings kaum zu rechnen.

Der deutsche Alpenraum kann genau damit glänzen. Wie gut das Angebot inzwischen tatsächlich ist, zeigt die große Zahl der im Stellplatz-Atlas präsentierten Plätze. 69 sind es insgesamt, und immerhin 13 davon gehören zur Drei-Sterne-Kategorie. Das Allgäu zählt deutschlandweit zu den reisemobilfreundlichsten Regionen. Das liegt vor allem an einer ganzen Reihe privat geführter Reisemobilhäfen. Balderschwang, Füssen, Oberstdorf und Pfronten bieten einen sehr guten Standard, den einige kommunale Stellplätze wie die in Nesselwang oder Wangen ergänzen. In Isny, Immenstadt, Altusried, Ottobeuren und Bad Wurzach, um nur einige zu nennen, erschließen kleinere oder einfachere Übernachtungsplätze weitere Teile des Ferienlandes. Der große Ansturm und der Komfort einiger Plätze hinterlassen ihre Spuren aber auch im Preisniveau. Bei einem Spitzen-Stellplatz im Allgäu ist eine Grundgebühr von zehn Euro keine Seltenheit. Im Unterschied zum Allgäu bietet sich im nahen Oberbayern ein gänzlich anderes Bild. Zwar gibt es auch hier zahlreiche Stellplätze, doch sind dies in erster Linie kleine und einfachere Plätze. Das Gros findet sich bei Gaststätten. Einige positive Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Schongau öffnete schon vor vielen Jahren den Festplatz für Reisemobile, und Lenggries weist am Sylvensteinsee einen reizvollen Übernachtungsplatz aus. Der Platz in Bad Tölz schließlich zählt seit vielen Jahren zu den Klassikern in Oberbayern, und der starke Andrang zeigt, wie wichtig dieses Angebot ist. Auch einige Campingplatzbetreiber wie Helmut Bichler in Ruhpolding und Michael Sill in Oberammergau haben die Lücke erkannt und bieten empfehlenswerte Übernachtungsplätze außerhalb ihrer Campinganlagen. Im Verborgenen glänzen außerdem einige hervorragende Bauernhof-Stellplätze. Ob Oberbayern, Österreich oder die Schweiz, ob Slowenien oder die Alpenregionen von Italien und Frankreich: Die Angebote für Reisemobilisten sind besser und vielfältiger denn je. Der Stellplatz-Atlas Alpenländer von promobil dokumentiert diese Entwicklung eindrucksvoll und mit hohem Nutzwert.

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12. April 2005
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