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Reise-Tipp Deutschland: Stadion-Stellplätze

Fußball: Wer mit dem Mobil zum Stadion fährt, kann etwas erleben. Vorbildliches an der „Arena Auf Schalke“ und sonst viel Mittelmaß. promobil hat die Stellplätze erkundet. Alle Tipps und Infos:

Schon vor dem großen Spiel geht es auf dem Mobil-Camp in Gelsenkirchen rund. „Wenn Schalke in der Arena spielt,“ erzählt Julia Lindner, „kommen die ersten Fans mit ihren Reisemobilen schon ein oder zwei Tage vorher zu uns.“ Die Betreiberin des Mobil-Camps ist zwar gebürtige Rheinländerin, hat aber längst ihr Herz an S04 verloren. „Es ist einfach eine unheimlich schöne, friedliche Atmosphäre, wenn sich die Fans zusammensetzen und gemeinsam auf das Spiel einstimmen.“

Thomas Schröder, Geschäftsführer des Reisemobilhafens in Sichtweite zum Schalker Stadion, kennt seine Stammgäste ganz genau. „Eingefleischte Schalke-Fans richten sich mit ihrer Urlaubsplanung nach dem Spielplan. Dienstagabend UI-Cup in der Arena, Freitagabend auf einen Sprung zum Spiel nach Bremen und danach zurück zu uns zum nächsten Heimspiel auf Schalke.“

Zur Meisterschaft hat es für die Königsblauen seit Jahrzehnten nicht gereicht, in einem Punkt aber haben sie in der Bundesliga meilenweit die Nase vorn. Schalke 04 besitzt mit der „Arena Auf Schalke“ nicht nur einen der schönsten Fußball-Tempel Europas mit Platz für über 60 000 Fans, herausfahrbarem Rasen, verschließbarem Dach, verschiebbarer Südtribüne und einem Videowürfel als Anzeigetafel – dank des nahen Mobil-Camps bietet der Verein auch die mit Abstand besten Bedingungen für Fußballfans mit Reisemobil.

Fünf Gehminuten vom Stadion entfernt erstreckt sich ein verkehrsgünstig gelegener und doch ruhiger Reisemobilhafen, der nach der Neu-Anlage der Übernachtungsflächen nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Katastrophenschutzgelände zu tun hat. Knapp 100 Reisemobile finden auf dem hinteren, von Bäumen und Büschen umgebenen Teil des Geländes nahezu ideale Bedingungen. Eine befestigte Ringstraße erschließt das Gelände, die Fahrzeuge stehen auf einer nur minimal abschüssigen Grünfläche mit Schotterrasen, der den parkähnlichen Eindruck noch verstärkt. Die Ausstattung ist ebenfalls mehr als konkurrenzfähig: Ent- und Versorgung, Stromanschlüsse, Sanitärcontainer sowie Gastraum nebst Biergarten lassen keine Wünsche offen.

Mit diesen Bedingungen ist Schalke aber allein auf weiter Flur. Die Stadt München, Heimstatt des Rekordmeisters FC Bayern, ist so ziemlich das schwierigste Terrain für Reisemobilisten in Deutschland überhaupt. Der Stellplatz an der Arnulfstraße existiert nicht mehr, und der Campingplatz in Thalkirchen ist von November bis Mitte März ebenso geschlossen wie sein Pendant im Stadtteil Obermenzing. Reisemobilisten auf dem Weg ins Stadion müssen sich also entweder in die bei Spitzenspielen notorisch zugeparkten Pkw-Parkflächen am Olympiastadion quetschen oder am besten auf einem der autobahnnahen P+R-Parkplätze im Norden der Stadt stehen bleiben. Von einer ähnlich freundlichen Atmosphäre wie bei Schalke kann hier allerdings keine Rede sein.

Mag München auch das andere Extrem darstellen, so steht die bayerische Landeshauptstadt mit dieser wenig einladenden Situation beileibe nicht alleine. In Kaiserslautern, Dortmund, Leverkusen, Wolfsburg, Bochum oder Mainz gibt es wie in so vielen größeren Städten gar keine offiziellen Übernachtungsplätze für Reisemobile. Einige Bundesliga-Städte wie Nürnberg, Hannover, Hamburg und neuerdings auch Freiburg weisen immerhin einen Stellplatz für Reisemobile aus, doch oft genug fernab der Stadien. In vielen Fällen sind die Plätze auch zu klein, um einem größeren Andrang von Mobilen gewachsen zu sein. Ein wenig bessert sich die Situation, wenn man die Campingplätze in die Rechnung mit einbezieht. In Nürnberg oder Stuttgart liegen diese Plätze in Stadionnähe, was aber auch nicht immer von Vorteil ist. In der Frankenmetropole etwa erschwert der Zustrom von Fans schon einige Stunden vor Spielbeginn die Zufahrt über die Regensburger Straße zum Campingplatz. Wer nicht zu spät kommen will, sollte am Vormittag anreisen oder den Schleichweg über die Große Straße kennen.

Wie man es auch dreht und wendet, letztendlich bleibt es den Fans überlassen, aus dieser Situation das Beste zu machen: kein Kompliment an Städte und Stadionbetreiber. Ein Fünkchen Hoffnung aber glimmt: Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 können es sich zumindest die Spielstädte des Turniers kaum leisten, hier kein Angebot zu schaffen, mit dem man sich vor den Augen der Schlachtenbummler aus aller Herren Ländern sehen lassen kann. Von Schalke zu lernen heißt also zumindest in diesem Punkt auch, siegen zu lernen.

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Datum

24. Oktober 2004
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